„Black Friday“ bald auch für Australier?

AustralienMomentan ist die Gesetzeslage für Online-Poker in Australien ähnlich wie in Deutschland. Das könnte sich jedoch bald ändern: Am 7. September sind in Down Under Präsidentschaftswahlen. Sollte der liberale Kandidat Tony Abbott gewinnen, droht den Australiern ein weiterer Black Friday.

Während der Amtszeit des aktuellen Staatsoberhaupts Tony Rudd (Labor Party) wurde Online-Poker wie in Deutschland als „Grey Area“ angesehen. Theoretisch ist das Anbieten von Online-Gambling in Australien verboten. Es gibt aber kein Gesetz, welches das Benutzen dieser Softwares verbietet. Zudem wurde nichts gegen diverse Anbieter unternommen. Während der Legislaturperiode der Labor-Partei wurde sogar eine deutliche Linie zwischen reinen Glücksspielen wie Roulette, Black Jack oder Poker-Automaten und dem Strategie-Spiel Poker gezogen. Und selbst die Legalisierung Online-Pokers wurde in Erwägung gezogen.

Sollte jedoch Tony Abbott, der Kandidat der Liberal Party, neuer Premierminister werden, könnten diese Errungenschaften aber wieder rückgängig gemacht werden. Abbott ist der Meinung, dass eine Öffnung des Marktes „jedes Smartphone in Australien in ein legales, tragbares Casino“ verwandeln würde. Sollte er also die Wahlen gewinnen, will seine Partei Online-Poker komplett verbieten um „sicherzustellen, dass Australier vor Online Gambling-Anbietern geschützt werden“. Oder in anderen Worten: Es wäre Australiens Black Friday.

Durch das Verbot von Online-Poker würde man das Problem jedoch nicht an der Wurzel packen, sondern maximal ein paar Blättchen abreißen. Die große Mehrheit der Spielsüchtigen verschleudert ihr Geld an den sogenannten „Pokies“, den Spielautomaten. Die Anstrengungen, diese zu verbieten, wurden jedoch von der mächtigen Lobby unterbunden. Da für Online-Poker eine solche Lobby nicht existiert, wäre dessen Verbot für die Politiker eine vergleichsweise einfache Methode, um im Kampf gegen Online-Gambling einen eindeutigen Standpunkt einzunehmen.

Die Chancen, dass die Liberalen die Wahlen gewinnen, sind in den letzten Tagen und Wochen enorm gestiegen. Australische Online-Pokerspieler sollten also darauf achten, nicht all zu viel Geld auf ihren Accounts zu bunkern.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich Hochgepokert.com vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.

Einen Kommentar schreiben