win2day Poker Blog – Poker Showdown und Highroller Woche in Seefeld

rapprappVom 14.10 – 20.10 fand wieder eine tolle Pokerwoche im Casinos Austria in Seefeld statt. Sowohl für Turnierspieler als auch für Cash Game Spieler gab es ein reichliches Angebot. Das Casino übernahm auch dieses Mal für alle Spieler die Hotelkosten und servierte am Abend ein italienisches Buffet. Dankeschön!

Ich nahm am 300€ Startturnier (Platz 11 für 540€), beim 350€ Event, beim 400€ Event (Platz 5 für 2610€) und beim 1000€ Main Event teil. Zusätzlich tummelte ich mich auch an den Omaha Cash Game Tischen – eher mit mäßigem Erfolg…

Aber nun zu einer interessanten Hand: Wir befinden uns im Main Event in Level 6 bei Blinds 400/800/100. Ich konnte meine Startchips von 25k bereits auf 80k aufbauen und war auf meinem Tisch (wenn nicht sogar im ganzen Turnier) Chipleader (der verbliebenen 48 von ca 72 Spielern). Es gab noch einen weiteren großen Stack am Tisch (68k) von einem Spieler der bis zu diesem Zeitpunkt unglaublich viele gute Hände und Volltreffer zeigen konnte, aber auch schon einen Bluff. Dazwischen legte er immer wieder längere (Rauch-)pausen ein. Als er wieder mal zurück an den Tisch kam erhöhte er UTG +1 auf 2000, der Spieler zu meiner Rechten bezahlte. Ich hielt 8d9d und callte sowie ein weiterer Spieler hinter mir. Am Flop QdJcTh befanden sich also 10100 im Pot. Der ursprüngliche Aggressor checkte und der Spieler rechts von mir setzte 3300 (mit ca 18k behind).

Ich entschied mich mit der Straight nur zu bezahlen und nachdem der Spieler hinter mir wegwarf erhöhte der preflop Raiser auf 15k. Nachdem der dritte Spieler in der Hand aufgab kam die Action wieder zu mir. Was tun? Welche plausiblen Hände kann mein Gegner nun halten? Ich kam in meiner kurzen Analyse am Tisch auf AK, AA, KK, QQ, JJ, 1010 eventuell K9 aber auch KQ, QJ, Q10 und J10 waren noch durchaus möglich. Nach längerem Überlegen (ich wollte mich bewusst etwas schwächer darstellen als ich war) gab mein Gegner folgenden Kommentar ab:“ Was überlegst du so lange, AK kannst eh nicht haben sonst hättest du preflop nochmal erhöht!“ Daraufhin entschied ich mich zu einem Call. Der Trun brachte die 6h eine Blank und mein Gegner machte die nächste Overbet – er ging gleich mit 51k (40k im Pot) von vorne All In. Damit stellte er mich vor eine schwere Entscheidung. Würde er hier wirklich mit der Nuts (also AK) so viel anspielen? Oder versuchte er eher seinen Drilling gegen mögliche Straight Draws zu schützen bzw. sein Top Set Damen optimal gegen ein kleineres Set am Turn unterzubringen bevor eine Scare Card kommt? Auch KK konnte ich noch nicht ausschließen. Damit würde er viele mögliche Straights blocken, hätte einen Draw und würde einige Hände die ihn schlagen – wie QJ oder J10 – rausbringen. Ich überlegte sehr lange, bis mein Gegner die Clock verlangte. Als der Countdown auf 4 Sekunden war sagte ich call in der Hoffnung QQ zu sehen. Leider wurde mir aber AK präsentiert und ich war drawing dead…und fiel auf 12k runter. Die 142k (177 BB) wanderten zu meinem Gegner…ouch!

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Von diesem Rückschlag konnte ich mich nicht mehr erholen und kurze Zeit später schied ich aus. Im Hotelzimmer grübelte ich noch lange über diese Hand nach, trotzdem kam ich zu dem Ergebnis, dass mein Call OK war. Natürlich bestand die Gefahr gegen die Nuts zu laufen, aber es gab meiner Meinung nach einfach zu viele andere plausible Hände, welche ich noch schlagen konnte. In einem Turnier muss man eben oft auch ein Risiko eingehen um ganz vorne landen zu können. Diesmal hat’s nicht geklappt, vielleicht aber dann in Baden bei der Poker EM!

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