Falsches Spiel mit Kadir Karabulut

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„Ist er immer so komisch oder bloß wenn er wegen Mordes gesucht wird?“ lautet ein Zitat im Film-Klassiker „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“. So schlimm ist es bei Kadir Karabulut und seinem falschen Spiel hoffentlich nicht und komisch ist hier schon lange nichts mehr. Doch seine Geschichte bewegt nicht nur die Pokerwelt. 

Die Geschichte um Ali Tekintamgac gehört bei Hochgepokert.com sicherlich zu den meistgelesenen. Ich erinnere mich da vor allem an den Table Talk 2010. Gemeinsam mit Pokerfirma-Chef Volker Pies, Kolumnist und Kollege Götz Schrage, dem damaligen EPT-Turnierdirektor Thomas Kremser und Deniz Yavuz diskutierte mein Chef, Benjamin Kang über den Fall Ali T. Der Blogger „Eddy“ soll Ali T. damals per Bauernfunk die Karten der Gegner übermittelt haben. Ob er tatsächlich „Eddy“ hieß, ich weiß es nicht. Vielleicht war er ja auch einfach ein Fan von Bob Hoskins. Er spielte in „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ die Hauptfigur: Eddy Valiant. Aber das nur am Rande erwähnt. Zurück zum Table Talk: Wer ihn noch nicht gesehen hat: Teil 1 gibt es hier, Teil 2 folgt unter diesem Link

Obwohl die Geschichte fast auf den Tag genau 3 Jahre her ist, blieb sie im Laufe der Zeit immer wieder aktuell. Unter anderem spielte Ali T. trotz Betrugsvorwürfe das Grand Final der WPT im Bellagio. Kurze Zeit später gab es eine Konfrontation in Holland, bei der auch Kadir Karabulut beteiligt war. Im telefonischen Interview mit Hochgepokert.com stritten damals die beiden Kumpels jeglichen Betrug ab. 

Als dann auch noch Anfang des Jahres der Skandal bei der Partouche Poker Tour um Jean-Paul Pasqualini und Cedric Rossi bekannt wurde, war der Name Ali T. wieder in aller Munde. Zumindest in der Pokerwelt. Der Mainstream bzw. die großen Medien kümmerten sich recht wenig um die Skandale innerhalb der Pokerszene. Öffentlich wurde das Thema allerdings erst, als Kadir Karabulut im März 2013 verschwand. Die Augsburger Polizei ermittelte in dem Fall, kam allerdings nicht weiter. So wendete sie sich an Aktenzeichen XY und das ZDF berichtete erstmalig Ende September öffentlich über den Fall. 

ali_tKurze Zeit später meldete sich der Spiegel in der Hochgepokert.com Redaktion. Aufgrund unserer gründlichen Recherche und der besonderen Berichterstattung im Fall Ali T. wollte man mehr über die Pokerszene und besonders mehr um Ali T. und Kadir Karabulut erfahren. Die Recherchen des Spiegel führten allerdings zu noch weiteren Handlungssträngen. So gehen Ali T. und Kadir Karabuluts Spuren bis hin zu den Sportwetten. Die Spur führt sogar bis zum Wettpaten Nurettin Günay, der für den damaligen Wettbetrug rund um den Schiedsrichter Hoyzer verantwortlich war. Laut dem Artikel in der kommenden Spiegel-Ausgabe „Falsches Spiel“ (erscheint morgen im Zeitschriftenhandel) waren Günay manipulierte Pokerrunden vertraut. Die Karten der Gegner wurden dort unter anderem mit versteckten Kameras ausgespäht. Auch bekannte Spieler der Fußball-Bundesliga seien bei manchen Partien dabei gewesen. 

Kommen wir zu guter Letzt nochmals zu Roger Rabbit. Obwohl der Film einen riesigen Erfolg feierte, scheiterte bislang jeglicher Versuch eine Fortsetzung zu drehen. Es wäre schön, wenn die Geschichte um Ali T. nun endlich ein Ende findet und hoffentlich keiner Fortsetzung bedarf. Hochgepokert.com hält euch bis dahin natürlich auf dem Laufenden. 

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