Der Fall Ali T.: Bundesliga-Wettpate Günay in der Türkei verhaftet

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Der kurdische Wettpate Nurettin Günay, welcher Verbindungen zu Ali T. hatte, wurde vor 5 Tagen wegen des Verdachts des Wettbetrugs zusammen mit 35 weiteren Personen in der Türkei festgenommen. Zuvor haben türkische Ermittler in einem Zeitraum von über einem halben Jahr verdeckt gegen Günay und mutmaßliche Mitbetrüger ermittelt.

Hochgepokert.com hatte bereits davon berichtet, dass die Spuren von dem in Untersuchungshaft sitzenden Ali T. und dem als vermisst gemeldeten Kadir Karabulut bis hin zu den Sportwetten führen. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei der Wettpate Nurettin Günay ein, der für den damaligen Wettbetrug rund um den Schiedsrichter Hoyzer verantwortlich war. Wie der Spiegel berichtete, waren Günay bis zum Jahr 2009 manipulierte Pokerrunden vertraut. Bei seinen Turnieren im Osnabrücker Club Emperyal sollen auch bekannte Spieler der Fußball-Bundesliga dabei gewesen sein. Die Karten der Gegner wurden bei diesen Partien auch mit versteckten Kameras ausgespäht.

Günay betrieb vor einigen Jahren etliche Wettbüros in Deutschland und dient als Kronzeuge im Aufklärungsprozess um 170 unter Manipulationsverdacht stehende Fußball-Bundesligaspiele. Er lieferte wichtige Erstinformationen über das systematische Betrügernetz der Spielmanipulateure und belastete dadurch mehrere dutzende Personen in Deutschland und der Türkei. Durch seine detailierten Aussagen erhielt Günay eine gemilderte Haftstrafe von gerade mal drei Jahren. Davon verbrachte er bereits mehr als ein Jahr in Untersuchungshaft, so dass ihm nun noch eine knapp zweijährige Gefängnisstrafe in Deutschland bevorsteht.

Nun wurde Günay und 35 Personen wegen des Verdachts des Wettbetrugs in Adana (Türkei) festgenommen und wird in den kommenden Tagen dem Haftrichter vorgeführt. Günay werde als Haupttäter eines manipulierten Wettportals geführt, das europaweit mit eigenen Geldboten agierte. Problematisch dabei ist, dass es in der Türkei ein staatlisches Wettmonopol gibt, das andere Anbieter von diesem Markt ausschließt. Günay hätte somit gegen türkisches Recht verstoßen.

Jedoch habe die Festnahme Günays in der Türkei keinen Einfluss auf ausständige Verfahren in Deutschland, wie Günays Anwalt Jens Meggers gegenüber Spiegel Online verlauten ließ. Es bleibt ebenfalls abzuwarten, wann eine Auslieferung nach Deutschland erfolgen und ob Günay die ermittelnden Behörden erneut mit Insiderinformationen versorgen wird.

Die Polizei Augsburg bittet derweil noch immer um Mithilfe um die Manipulationsvorwürfe gegenüber  Ali T. 

 

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