EPT Wien wie es isst – Drei kulinarische Empfehlungen für den verwöhnten Pokergaumen

hgp0301In wenigen Tagen startet die EPT Wien. Zeit sich Gedanken zu machen, wie und wo der Tross der angereisten Spieler maximal verwöhnt werden kann. Als Leitmedium im deutschsprachigen Pokerraum, muss Hochgepokert.com mehr bieten, als gefällige Berichterstattung und dröges kopieren von Turnierergebnissen. Von der Chefredaktion hat man mich ersucht, meine Kompetenz als (fast) nativer Wiener in die schreiberische Schlacht zu werfen. Geschmeidig formulierte Tipps, frei von den üblichen Klischees. Immerhin hat unser Mitbewerber die journalistische Latte enorm hoch gelegt. Quasi fast unerreichbar hoch, wie ich zugeben muss. Fett eingerahmt stand da letzte Woche: „Exklusiv auf Pok…….rma.com. Die Speisekarte der EPT Wien!“ Fix ein Favorit für den gastronomischen Pulitzerpreis 2014. In dem Sinne muss ich mich dem Qualitätsdruck der Konkurrenz beugen und formuliere den Einpeitscher der Kolumne neu. „Exklusiv auf Hochgepokert.com. Die besten drei Lokale für den angereisten Pokerspieler, der sich in der Weltstadt Wien kulinarisch verwöhnen lassen möchte. Doppelt und mehrfach getestet vom  exklusiven Kolumnisten Götz Schrage.“ 

Der beste Koreaner: Seoul, Praterstraße 26, 1020 Wien. Mo – Sa 11.30-14.30 und 18.00-22.30 (Sonntag Ruhetag). Reservierungen: 0043 01 216 65 28.

Bitte jetzt keine Witze über Oberboss Kang. Der ist selbstverständlich im eigentlichen Sinne „der beste Koreaner“ für mich. Aber zum essen gehe ich dann doch lieber in die Praterstraße. Das Lokal ist klein, eng und mittelmäßig gemütlich und trotzdem immer voll. Ein gutes Indiz für Qualität. Hauptspeisen um die 10.-€. Persönlich bestelle ich Bibimpab, Chap-Chae und immer einen Kimchi-Salat. Habe aber auch schon das Bulgogi und den Suppentopf gekostet. Alles vom feinsten. Das Service ist generell ein wenig streng. Mehr Floorfrau als Kellnerin. Wie am Pokertisch gilt es eine Entscheidung zu treffen und das unter gewissem Zeitdruck. Sonderwünsche werden vielleicht gewährt, wenn man sie in akzentfreiem koreanisch vorträgt, sonst werden sie nobel überhört. Allerdings hat dieses hantige Service im Bezirk einen gewissen Kultstatus und gehört zur Show. Man sitzt als Gast, bemüht sich nicht aufzufallen und genießt die kulinarischen Leckereien. Angeblich hat die Kellnerin – die wahrscheinlich auch die Chefin sein soll – schon einmal einen Freund von mir angelächelt. Ich glaube kein Wort. 

 

Der beste kleine Japaner: Kuishimbo, Linke Wienzeile 40, 1060 Wien.Mo-Sa 12.00 bis 21.30 Uhr. 

Als Pokerspieler ist man da klar im Vorteil. Wenn man noch dazu Fußballfan ist, der sich am Wochenende in den engsten Fankurven wohl fühlt, ist es überhaupt perfekt. Nur Platzangst sollte man nicht haben. Man sitzen in einem winzigen Lokal an der Wand aufgereiht und genießt echte japanische Spezialitäten. Reservieren kann man wohl nur, wenn man zwei Jahre lang jeden Tag kommt, sonst braucht man einfach Glück, muss die Lücke erkennen und den freien Hocker finden. Dafür gibt es die besten Suppentöpfe von Wien. Für den „Niko Udon“ geht so mancher Wiener Highroller meilenweit. Auch die Tintenfischbällchen (Tako Yaki) und den Horenso (Wasserspinat) kann man empfehlen. Neben dem kleinen Lokal gib es noch einen winzigen Gastgarten. Dort darf man auch rauchen. Einstecken sollte man sich für Vor -und Hauptspeise zirka 20.-€. Da ist man gut dabei und kann sich noch ein japanisches Bier leisten zur Zigarette danach. 

 

Der beste Holzkohlengrill: TOP Grill, Payergasse 13, 1160 Wien. Tägl. 10.00- 22.00 Uhr. Raucherlokal!

Der Pokerspieler wird sich wohl fühlen. Der Grillmeister sieht aus wie der typische Gast am 2er Blind und die Gäste entsprechen dem klassischen Security-Mitarbeiter. Man trägt Trainingsanzug und rauchen ist erlaubt. Überall und jederzeit. Deutsch wird nicht gesprochen. Dafür konsequent serbisch und ein paar Brocken englisch. Der erwähnte Grillmeister ist ein virtuoser Künstler. Mit einem kleinen Metallrechen wühlt er sich durch die aromatische Holzkohle, verteilt mit der flachen Hand Wassertropfen über der Glut, oder nimmt für die Feinjustierung die Sprühflasche. Dementsprechend zieht Rauch und Aroma in das perfekt gegrillt und gewürzte Fleisch. Fix die besten Cevapcici der Stadt und auch die restlichen Gerichte haben meine Empfehlung. Getrunken wird das serbische LAV-Bier. Damit unterstützt man die Verdauung und ein wenig die serbische Nationalmannschaft. Die Preise sind äußert günstig. Hauptspeise plus ein Bier kommt auf 12.-€. Von mir selbst noch nicht getestet, aber von einem kundigen Freund mehrfach probiert, soll die serbische Lammsuppe ganz hervorragend munden. Guten Appetit 

Götz Schrage 

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