Gerüchteküche: Ließ Mouly seinen eigenen Fahrer ermorden?

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Anfang der Woche gab es ein brutales Attentat auf den französischen Geschäftsmann und Highstakes Pokerspieler Cyril „The Frenchman“ Mouly. Dieser kam dabei mit seinem Leben davon doch sein Fahrer starb durch dutzende Messerstiche. Wie nun berichtet wird, soll dieser ebenfalls in den Betrugsskandal um Mouly verwickelt und in dem Prozess gegen den pokerspielenden Geschäftsmann eine Rolle spielen.

Bereits als die Meldung von dem Attentat die Runde machte, gingen die Spekulationen und Gerüchte los. Galt das Attentat wirklich Mouly? Wie konnte er es schaffen, zu entkommen? Was sind die Hintergründe? Welche Rolle spielt die Moulys Vergangenheit? Von Anfang an gab es einige Zweifel an der Geschichte des 38-Jährigen, dessen Weg mit so vielen Lügen und Betrügerein gepflastert ist. Mit dem Bekanntwerden der Verwicklungen seines angeblichen Chauffeurs und seiner Rolle in dem Betrug von Mouly, erhalten die Gerüchte nun neuen Nährboden.

Cyrill Mouly wird seit letztem Monat in Bordeaux der Prozess gemacht. Nachdem er von Interpol und den französischen Behörden seit fast einem Jahr via internationalem Haftbefehl gesucht worden war, wurde er im März 2011 in Marokko verhaftet und an Frankreich ausgeliefert. Dem Franzosen werden massive Wirtschaftsverbrechen vorgeworfen. Er soll als Miteigentümer des Unternehmens „IT Dealing” gemeinsam mit Komplizen mehreren Unternehmen auf betrügerische Art und Weise rund 12 Millionen Euro abgeluchst haben. „IT Dealing” soll dabei diverse Marketingmaßnahmen – zum Beispiel die strategische Platzierung der Kundenanzeigen in diversen Telefonbüchern – verkauft, aber niemals durchgeführt haben.

Wenn der ermordete Chauffeur von Mouly tatsächlich in die illegalen Machenschaften verwickelt war, könnte der Anschlag auch ihm gegolten haben. Doch wenn die Auftraggeber aus den Kreisen der betrogenen Firmen kämen und der Anschlag eine Vergeltungstat war, warum sollten sie dann „nur“ den Fahrer ermorden und nicht die Schlüsselfigur Mouly? Diese Tatsache lässt dann natürlich viel Raum für wilde Spekulationen. Ist es nicht ein sehr großer Zufall, dass Mouly ein bewaffnetes Attentat überlebt, zu Fuß flüchten kann, während sein angeblicher Chauffeur mit dutzenden Messerstichen brutal ermordet wird? Wenn der Ermordete eventuell eine Schlüsselfigur im Prozess gegen Mouly war und eventuell sogar als Zeuge aussagen könnte, wäre es dann nicht möglich, dass das Attentat von Mouly selbst inszeniert war? Um einen Mann aus dem Weg zu räumen, der sicherlich über viel Insiderinformationen verfügt und um sich selbst zu schützen durchaus einen Deal mit den Behörden eingehen und gegen Mouly vorgehen könnte? Das sind natürlich lediglich Spekulationen und bisher gibt es keinerlei Beweise dafür. Ein fader Beigeschmack bleibt aber allemal.

Cyril „The Frenchman“ Mouly war vor einigen Jahren eine der schillerndsten Figuren der Highstakes Poker Welt. Praktisch aus dem Nichts kommend, tauchte der französische Geschäftsmann während der WSOP 2009 plötzlich im legendären Bobby’s Room im Bellagio auf und unternahm sozusagen einen Kopfsprung mit Anlauf in das wohl gefährlichste Haifischbecken der Pokerwelt. Danach trat er auch im TV auf und gegen die ganz großen Namen der Szene beim Million Dollar Cash Game an. Gestern Nacht kam er bei einem Attentat nur knapp mit dem Leben davon.

Seine Sessions im Bobby’s Room sorgten vor einigen Jahren für jede Menge Aufmerksamkeit und praktisch innerhalb von wenigen Tagen wurde Cyril zur Legende. Er galt als Inbegriff des reichen Superfisches und schaffte es dadurch sogar, in das Million Dollar Cash Game von Full Tilt eingeladen zu werden, wo er einige unglaubliche Hände unter anderem gegen Mike Matusow und Patrik Antonius spielte. Er gewann und was noch viel wichtiger ist, verlor innerhalb von kurzer Zeit ein Vermögen und sorgte so dafür, dass sich manche der High Stakes Regulars eine goldene Nase verdienen konnten.

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