Borgata vs Ivey – Crockfords Urteil soll verwendet werden

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Mitte April hat das Borgata Casino in Atlantic City Angklage gegen den Pokersuperstar erhoben, da er Ende 2012 durch Betrug zu seinem Gesamtgewinn von 9,6 Millionen Dollar gekommen sein soll. Jetzt soll das Crockfords Urteil verwendet werden. 

Was war passiert? Poker Superstar Phil Ivey verbuchte im Londoner Crockfords Casino beim Glücksspiel Punto Banco in drei Tagen einen Gewinn von 7.8 Millionen Pfund. Doch das Casino verweigerte die Auszahlung und anschließend kündigte Phil rechtliche Schritte an. 

Wie dailymail.com berichtet, soll Ivey in einer Anhörung vor Gericht ausgesagt haben, dass er natürlich ein „advantage Player“ sei, der sich legaler Mittel bedient um einen mathematischen Vorteil gegenüber dem Casino herauszuspielen. Ivey gab sogar zu, Fabrikationsfehler in den Karten erkannt und bewusst nach diesen gesucht zu haben, jedoch sei dies kein Betrugsversuch gewesen, denn das Casino hätte die Karten vorher besser kontrollieren müssen. Zumal es auch in der Casino Branche zu der Zeit bekannt war, dass Spieler kleine Design Fehler auf den Karten zu ihrem Vorteil nutzen. Dadurch hätte das Casino erst recht gründlich beim Kontrollieren der Karten sein müssen, so Ivey weiter in der Klageschrift.

Doch das Gericht entschied gegen Ivey. Richter John Mitting zur Urteilsbegründung: „Er hat sich selbst einen Vorteil verschaffen, dass das Spiel nicht vorsieht, dass ist in meinen Augen Betrug“. Ivey zeigte sich sehr enttäuscht. „Ich glaube, wir haben eine legitime Strategie verfolgt, um uns gegen die Casinos einen Vorteil zu verschaffen. Doch heute hat der Richter gegen uns entschieden“. Im Interview mit 60 Minutes Sport auf dem US-Sender Showtime redet Phil Ivey offen über die Vorfälle und Anschuldigungen im Edge Sorting Skandal. Außerdem macht er genaue Äußerungen zu seiner Vorgehensweise. Ivey steht nach wie vor felsenfest dahinter, dass er kein Casino betrogen, sondern sich lediglich legaler Methoden bedient habe, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

Kommen wir zum Borgata Fall. Ende des Jahres 2012 soll Phil Ivey im Borgata Casino in Atlantic City mit seiner Komplizin mehrere Millionen Dollar erbeutet haben. So lauten die Betrugsvorwürfe des genannten Casinos. Das Borgata soll wissentlich betrogen worden sein. Ivey und seine Partnerin haben angeblich das sogenannte „Edge Sorting“ angewendet und sich so einen entscheidenden Vorteil beim Baccarat zu Nutze gemacht. Und genau hier soll nun das Urteil, dass gegen Phil Ivey gefällt wurde, dem Borgata Casino helfen.

Die meisten Experten sind allerdings auf Iveys Seite und halten sein Verhalten nicht für einen Betrug. Denn es sei Sache des jeweiligen Casinos, sich um Unregelmäßigkeiten oder Fehler auf den Karten zu kümmern. Zudem habe das Casino zugestimmt, das Spiel nach den Wünschen von Ivey zu spielen. Damit sei es selbst Schuld, wenn Ivey daraus einen Vorteil gezogen habe. Und er durfte nach einer Winning Session von $2.4 Millionen auch wiederkommen und erneut spielen. Wäre das Casino vom Betrug überzeugt gewesen, warum haben sie Ivey dann überhaupt erneut spielen lassen?

Allein die wissentliche, betrügerische Absicht soll ausreichen, um die Klage und somit eine voraussichtliche Verurteilung von Phil Ivey zu erzielen. Die Argumente des Borgata Casinos sind mehr als dünn und man darf mit Sicherheit bezweifeln, dass es hier zu einer Verurteilung des Poker- und Baccaratprofis kommt.

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