Unmut bei Pokerstrategy – Einblicke in das Poker-Ökosystem

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In diversen Foren äußern derzeit Mitglieder der Pokerstrategy Community ihren Unmut über Änderungen an den Memberprivilegien , die die Pokerschule aus Gibraltar vorgenommen hat. Außerdem wird Pokerstrategy der Versuch vorgeworfen, die öffentliche Verbreitung dieses Themas im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unterbinden.

Im Jahr 2013 kaufte Playtech die Pokerschule für €38.3 Millionen. In einer reuters Pressemitteilung wurde damals angegeben, dass Pokerstrategy im letzten Geschäftsjahr vor der Übernahme einen Gewinn vor Steuern von €19.5 Millionen betragen habe. Seitdem hat sich offensichtlich die Marktlage im Online Pokergeschäft drastisch verschlechtert. Auf diesen Umstand ist wohl der Versuch zurückzuführen, einige kostspielige Benefits der Community einzustellen oder zumindest zu deren Nachteil abzuändern. Der Unmut darüber ist sicher nachzuvollziehen, allerdings geht es beim derzeitigen Konflikt um bereits verdiente Leistungen der Mitglieder. Pokerstrategy erwirtschaftet Geld über Rakebeteiligungen seiner Mitglieder bei Kooperationspartnern. Als Gegenleistung erhalten die Spieler Zugriff auf Content und andere Vergütungen. Somit kann man vermuten, dass die nachträgliche Aberkennung oder nachteilige Abänderung solcher Boni, rechtlich zumindest fragwürdig ist.

Am 16.02. postete HannesZ (Headadmin Pokerstrategy) unter dem Titel „Poker-Ökosystem und Black-Member-Events 2015“ im Pokerstrategy Forum unter anderem, dass die Black-Member-Events in diesem Jahr letztmalig angeboten werden. Dies wird vor allem aus wirtschaftlicher Sicht damit begründet, dass die Pokeranbieter ihre Boni-Regelungen vermehrt auf die Neuspieler Akquise und die Klientel der Freizeitspieler fokussiere. Weitere bemerkenswerte Punkte in seinem Post sind unter anderem:

„Viele Jahre lang hat die Pokerindustrie unter falschen Annahmen hinsichtlich der Funktionsweise des Pokergeschäfts gearbeitet. Anbieter nahmen an, dass wertvolle Spieler lediglich Spieler sind, die das meiste Geld an den Tischen in Rake umwandeln (VIP-Spieler). Es kann jedoch nicht nur darum gehen, wer den Rake an den Tischen erzeugt. Die entscheidende Frage ist vielmehr: Wer bezahlt eigentlich den Rake?“

„Daher betrachten Pokeranbieter heutzutage auch den „Nettoverlust“ der Spieler (wie viel ein Spieler an den Tischen gewonnen oder verloren hat), um den wahren Wert eines jeden Spielers bestimmen zu können. Freizeitspieler sind in der Realität weitaus mehr wert als der von ihnen erzeugte Rake. VIPs (Spieler, die normalerweise gewinnen) sind hingegen weniger wert als der von ihnen erzeugte Rake. Der Grund dafür ist, dass der gesamte Rake von Freizeitspielern finanziert wird, während VIPs lediglich dabei helfen, Einzahlungen in Rake „umzuwandeln“.“

Ob diese sicherlich logischen Erklärungen den betroffenen Pokerstrategy Membern ausreichen, um auf bereits „verdiente“ Leistungen zu verzichten, ist zu bezweifeln. In einer offenen Bekanntmachung haben sich nun einige Pokerstrategy Member zusammengeschlossen um die von ihnen bemängelten Punkte öffentlich zu machen und pochen auf eine zeitnahe Lösung. Hier der Text im Original gepostet im twoplustwo Forum:

Originally Posted by nevermore86

Formal protest of the signing party against the actions of Pokerstrategy.com regarding the cancellation of previously agreed goods and services
To the board of directors of PokerStrategy.com Ltd, namely Damian Sokol (CEO), Pavel Stehno (COO) and Hannes Zott (Community Manager Germany)

Dear Sirs,
We, the signers of this document, hereby state that we have taken note of the announced changes and especially the offered compensations but cannot accept them.
From our perspective, which has been confirmed by non-involved and independent parties, the following claims exist on the side of the affected users:

  • Claims to the provision of a tailored suit, confirmed by Hannes Zott (Community Manager Germany)

    Spoiler:

  • Claims to travel vouchers (referred to as ”travel tokens” by PokerStrategy.com Ltd.) valued $600 each, confirmed by Hannes Zott (Community Manager Germany)

Spoiler:

  • Claims to service vouchers of unspecified value (referred to as “event tickets” by PokerStrategy.com Ltd.) for services provided in advance by the affected party

Spoiler:

Due to the requirement of service provision in advance of issuing the vouchers (“event tickets”), this is to be considered as equivalent to a purchase.
Due to the particular nature of the vouchers (“event tickets”), compensation does not require a precisely specified value. In this case, the cash value is determined by the obtainable service, namely the visit of an “event” with diversely expressed particular services, including the promised stay in a first class hotel as well as “extraordinary experiences” of all sorts. Due to the services not being standardized in the past, a valuation based on average costs of the event is permissible.
Moreover, we hereby also object to the expiration of the vouchers on the ground of more vouchers (“event tickets”) currently being in circulation than places being available at the respective events. On this account, the omission to redeem the vouchers does not lie within the responsibility of the owner but within that of the issuing agency, that is, PokerStrategy.com Ltd. Hence, expiration of the vouchers cannot occur with non-use not being the fault of the owner.
It is conjectured that even the expiration of already expired vouchers (“event tickets”) is to be called into question as PokerStrategy.com Ltd. at any time made available only a limited quota of places.
We, the signers of this document, furthermore object to the suggested compensation by means of a ”$100.000 raffle” among all affected users.
We, the signers of this document, expect compliance of the following points:

  • Provision of a tailored suit or, alternatively, adequate monetary compensation for all entitled users

  • Payment of the travel vouchers (“travel tokens”) at the fixed value of $600

  • Offer of further (adequate) events or, alternatively, adequate monetary compensation for all entitled users

Furthermore, we reject the following offers:

  • compulsory conversion of claims into “raffle tickets”

  • expiration of service vouchers (“event tickets”) due to demonstrable non-redeemability

We, the signers of this document, hereby place an adequate deadline at March 16th, 2015 for complying with the above-mentioned points or, alternatively, entering into the process of discussing a satisfactory solution for both parties. We reserve the right to initiate further steps if no agreement has been reached at the specified date.

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