Handball Bundesliga – Interview mit Nikolaj Jacobsen vor dem heutigen Spiel bei DHFK Leipzig

nikolaj-jacobsenGestern sprach ich mit dem Trainer von DHFK Leipzig Christian Prokop. Heute bringe ich dann das Interview mit dem Trainer der Rhein-Neckar Löwen Nikolaj Jacobsen.

 

Zuerst die Quoten bei Betvictor und Betsafe:

                              SC DHFK Leipzig – Rhein-Neckar Löwen

 

Betvictor:                8.50                14.00               1.10

Betsafe:                  10.00               13.50               1.09

 

Betvictor:

Tore unter/über insgesamt – 60 Minuten

Unter 51.5   1.75  Über 51.5 2.0

 

Betsafe:

Tore unter/über insgesamt – 60 Minuten

Unter 51.5   1.85  Über 51.5 1.85

 

Mein Tipp: Über 51.5 Tore

 

Begründung: Nach den Gesprächen mit den Trainern, sprechen viele taktische Überlegungen der beiden für ein torreiches Spiel, obwohl beide Mannschaften eine sehr gute Abwehr stellen.

 

Nikolaj Jacobsen kam in der Saison 1997/98 nach Deutschland, wo er bei Bayer Dormagen in seiner ersten Saison dritter der Torschützenliste mit 189 Treffern wurde. Er galt damals als einer der besten Linksaußen der Welt und wechselte in der folgenden Saison zum THW Kiel. Dort gewann er 3 Meisterschaften, 5 Pokalsiege und 2 Mal den EHF-Pokal. 2004 verließ er die Bundesliga und kehrte nach Dänemark zurück, als Knieprobleme die Belastungen nicht mehr zuließen. In Dänemark arbeitete er lange als Co-Trainer, bevor er 2012 selber die Verantwortung bei Aalborg übernahm, welche er 2013 zur Meisterschaft führte. 2014/15 übernahm er dann bei den Rhein-Neckar Löwen den Trainerposten. Im ersten Jahr wurde die Mannschaft zweiter, bevor sie letztes Jahr die Meisterschaft gewann.

 

Nikolaj, zuerst herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft und Gewinn des Supercups. Die Saisonvorbereitungen wurden durch die Olympischen Spiele für Euch schwierig gemacht. Wie hast Du sie eingeschätzt, und wie ist das derzeitige Leistungsniveau Deiner Mannschaft?

 

„Danke, ja das ist klar, dass die Olympischen Spielen nicht eine perfekte Vorbereitung zuließen, weil viele meiner Spieler dort dabei waren. Ich finde, dass die ersten Spiele gezeigt haben, dass wir weiter sind, als ich erwartet hatte. Die Niederlage gegen Flensburg tut weh, da ich mir mehr erhofft hatte. Aber wir trafen an dem Tag auf eine bessere Mannschaft und wir waren fast chancenlos. Die Abwehr und ein überragender Mathias Andersson im Tor hat uns den Zahn gezogen und einige meiner Spieler haben nicht ihren besten Tag erwischt. Ich schaue trotzdem zuversichtlich in die nächsten Spiele, weil die Trainingsleistungen sehr gut sind und das Spiel nicht unser Niveau gezeigt hat“.

 

Mir ist in dem Spiel gegen Flensburg aufgefallen, dass Ihr nicht so schnell wie früher gespielt habt. War das mit Absicht und was müsst ihr gegen Leipzig besser machen?

 

„Das war auch nicht so geplant, da wir vorhatten, viel Druck zu machen. Deswegen haben wir in den letzten Tagen, mit Blick auf das Spiel in Leipzig und den kommenden Champions League Spielen, sehr viel Gewicht auf erste und zweite Welle gelegt. Mit meiner Abwehr bin ich zufrieden. Im Angriffspiel müssen wir uns vor allem gegen die 6-0 Deckung und beim Überzahlspiel steigern. Ich erwarte in Leipzig ein enges Spiel. Mit den Zuschauern im Rücken werden sie eine harte Nuss sein. Wir müssen dort ein hohes Niveau erreichen, um das Spiel zu gewinnen. Nach der Enttäuschung gegen Flensburg glaube ich aber, dass wir das schaffen können“.

 

Du hast das Überzahlspiel erwähnt. Ihr habt auch die neuen Regeln mit 7 gegen 6 ausgenutzt. Wie findest Du die neue Entwicklung im Handball?

 

Ich finde nicht, dass dies dem Handball gut getan hat, und ich weiß auch, dass meine Spieler es so sehen. 7 gegen 6 bleibt ein taktisches Mittel, was wir weiterhin nutzen werden. Ich mache mir viel mehr Sorgen über die neuen Regeln beim passiven Spiel. Hier haben die Schiedsrichter meiner Meinung nach einige Probleme mit den Auslegungen der zugelassenen 6 Pässe. Meiner Meinung nach, hat diese Regel fast die verkehrte Wirkung gehabt und das Spiel verlangsamt.

 

Ihr nehmt an 3 Wettbewerben teil. Welcher hat höchste Priorität und welche Ziele habt ihr für die Saison?

 

„In dieser Saison ist die Meisterschaft so offen wie schon lange nicht mehr. Da nicht nur 2 oder 3 Mannschaften um den Titel kämpfen, sondern mit SG Flensburg, THW Kiel, Füchse Berlin und Rhein-Necker Löwen 4 Mannschaften den Titel holen können. Ich hoffe, dass wir am Ende die Nase vorn haben werden.

Sollte es so kommen, dass wir auf einmal 3-4 Spiele in der Liga verlieren würden, könnte es sein, dass wir Champions League höher prioritieren würden oder umgekehrt. Auf jeden Fall ist das Ziel in der Champions League weiter als letztes Jahr zu kommen, wo wir im Achtelfinale scheiterten. Im besten Fall würden wir gern nach Köln zur Endrunde fahren“

 

Ist die Mannschaft dafür stark genug? Immerhin habt ihr mit Uwe Gensheimer einen überragenden Linksaußen und Führungsspieler verloren?

 

„Meiner meinung nach sind wir stark genug. Gensheimer haben wir mit den Zugang von Manaskov und Sigurdsson sehr gut ersetzten können. Den Abgang von Stefan Kneer tut fast mehr weh, weil wir im Rückraum damit Wurfkraft und Breite verloren haben.“

 

 

Nikolaj, sowohl in Dänemark als auch in Deutschland wurdest Du als Kandidat für den Nationaltrainerposten gehandelt. Ist das für Dich ein Ziel für die Zukunft?

 

„Ich habe immer gesagt, dass ich eines Tages gern Nationaltrainer werden möchte. Ich bin bis 2020 bei Rhein-Neckar Löwen unter Vertrag, so lange mache ich mir keinen Kopf, was danach passieren soll“.

 

Ich danke Dir, dass Du Dir Zeit genommen hast und wünsche viel Erfolg heute Abend!

 

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