Pokerskills verbessern – wie schlägt man dem Glück ein Schnippchen?

Foto1Die Popularität von Poker scheint nicht abzureißen und es entscheiden sich immer mehr junge Spieler dazu, ins kalte Wasser zu springen und den Schritt zu wagen, das Pokerspiel zum Lebens- beziehungsweise Arbeitsinhalt zu machen. Bundesweit gibt es neben Online- auch eine große Anzahl an lokalen Turnieren, bei denen es teilweise um beachtliche Preisgelder geht. Doch was braucht es, um sich von der Masse abzusetzen? Wie kann der Glücksfaktor so erweitert werden, dass sich unterm Strich eine Gewinnquote von über 50% ergibt?

Die richtige Grundstrategie

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Wie bei jedem anderen Casinospiel, sei es Blackjack, Roulette oder klassischen Slotmachines, ist die richtige Strategie auch beim Poker von entscheidender Bedeutung. Es geht hierbei zunächst um die reine Setzstrategie. Eine solche zu haben, ist spielübergreifend der wichtigste Grundbaustein. Es lohnt sich, einen Blick auf verschiedene Casino-Spielstrategien zu werfen, denn das Grundprinzip ist überall gleich. Wie aus der Übersicht bei Betway zu erkennen, gilt es spielübergreifend stets zu wissen, wann es sich zu setzen, zu investieren oder auszusteigen lohnt. Daraus ergibt sich, dass die Spiel- und Setzstrategie stets ideal sein muss, um das Spiel wirklich beherrschen zu können – dies gilt für Poker ebenso wie für Roulette, Blackjack oder andere Casinospiele. Nur so kann man über den Glücksfaktor hinaus eine dauerhafte Siegquote von über 50% erreichen. Diese Basisstrategie muss stehen, bevor man sich weiterentwickeln kann. Um als Anfänger eine gute Setzstrategie beim Poker zu entwickeln, sollte man sich einer Sache bewusst werden, die auch Dave Scharf in seinem Buch „Erfolgreich beim Poker“ beschreibt:

Von guten Spielern gewinnt man kein Geld. Man gewinnt das Geld schwacher Spieler, die grundsätzlich unaufmerksam sind. Diese Spieler durchschauen Ihre Strategie nicht. Halten Sie sich deshalb gegen schwache Spieler immer daran.

Aus diesem Grundsatz lässt sich die Low-Limit-Pokerstrategie ableiten. Diese besagt schlichtweg, dass in eine Hand mit Potenzial, also eine Hand, die sich nach dem River als sehr gut herausstellen kann, investiert werden sollte, aber nur auf die beste Hand gewettet wird. Ist man sich nicht sicher, dass man die beste Hand hat, oder hält man gar eine Hand ohne Potenzial, wird sofort verworfen. Dies ist die sicherste und erfolgsversprechendste Strategie für Einsteiger, um die Potenziale, Möglichkeiten und Mechaniken zu erlernen und zu erkennen. Über diesen Weg versteht man auch, was es bedeutet, auf die Fehler anderer zu setzen und in sie zu investieren. Dafür eignen sich stets die schwachen Spieler am Tisch am besten. Auch Maria Ho, die in ihrer Karriere über 2.000.000 $ an Preisgeldern einsammeln konnte, gibt genau diesen Hinweis.

Worin unterscheidet sich Poker von anderen Casinospielen?

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Um über den Faktor Glück hinauszukommen, bedarf es beim Poker einer weiteren Komponente. In einem Interview der Zeit bringt es Sandra Naujoks in Bezug auf die Frage, was ein guter Pokerspieler können muss, auf den Punkt. „Bluffen natürlich“, sagte die damals 28-Jährige. Außerdem betonte sie im Interview die enorme Bedeutung der Körpersprache. Dies beinhaltet einerseits das Beherrschen der eigenen Körpersignale, auf der anderen Seite aber auch das Erkennen der kleinen Signale der Gegner. Die Signale schwacher Spieler lassen sich mit ein wenig Übung und dem richtigen Wissen schnell analysieren. Hier ist es empfehlenswert, sich vergangene Partien mit ihren Keyhands erneut anzuschauen und daraus zu lernen. Es lohnt sich, sich ein wenig psychologisches Grundwissen anzueignen, um beispielsweise eine Lüge zu entlarven. Der FOCUS gab in einem Artikel aus dem Jahr 2015 einen interessanten Kurzüberblick hierzu. Diese Kunst zu beherrschen macht Poker so spannend. Denn eine gute Kenntnis über Signale der Gegner ist der Grundpfeiler, auf dem Profis ihren Erfolg aufbauen. Nur dadurch lässt sich über den Faktor Glück und die richtige Strategie hinaus dem Glück ein Schnippchen schlagen. Am besten lässt sich dies erlernen, wenn man sich Spiele von Profis anschaut, vorzugsweise mit Kommentaren durch Profis, wie beispielsweise dem Video mit der Handanalyse von Daniel Negreanu zum Spiel zwischen David Peters und Connor Drinanbeim Super High Roller Bowl 2016. Auch andere Kommentare zu bestimmten Moves oder Partien sind stets einen Blick wert, denn die Lernkurve ist hoch. Dies hilft bei realen Turnieren enorm. Doch …

Wie gewinne ich beim Onlinespiel?

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Wie im interessanten Artikel vom Spiegel aus dem Jahr 2009 zusammengefasst, kommt beim Online-Poker der Profit nur durch die Masse. Ein einzelnes Spiel ist Glückssache, keine Frage. Spielt man aber mehrere Hundert oder Tausend Hände am Tag und analysiert die Verläufe, stellt sich im Laufe der Zeit ein Automatismus ein. Profis verwenden häufig Software, um mehrere Tausend gespielte Hände analysieren und auswerten zu können. Dies ist unumgänglich. Jeder, der es zum professionellen Spieler schaffen will, muss zwangsläufig seine Partien analysieren und die Profite und Verluste auswerten, um erkennen zu können, wie erfolgreich die Setzstrategie letztendlich ist. So gibt auch der Wikihow-Artikel „ein besserer Pokerspieler werden“ den Hinweis, unbedingt 1.500 Stunden des eigenen Spiels aufzuzeichnen. Nur so bekommt man einen Überblick, wie viel man tatsächlich gewonnen oder verloren hat. Die Gefahr, sich selbst zu belügen und das Spiel schön zu reden, wird dadurch dezimiert. Denn ohne detaillierte Aufzeichnungen zu den eigenen Spielen kann man aus seinen Fehlern nur schwer lernen.

Fazit

Grundsätzlich gilt es, immer am Ball zu bleiben, zu analysieren, nicht aufzugeben und – vielleicht das Wichtigste – nie um mehr Geld zu spielen, als man sich auch wirklich leisten kann. Allerdings unterscheiden sich die Erfolgsaussichten zwischen realem und Onlinespiel.

Beim Poker in der realen Welt ist neben der Setzstrategie das Lesen der Körpersprache am Ende des Tages der entscheidende Faktor. Einige erinnern sich vielleicht noch daran, wie Sebastian Langrock im Jahr 2013 bei Jauchs Quiz „Wer wird Millionär“ bei RTL 1 Millionen € abräumte, indem er – wie der damals 36-Jährige selbst sagte – aus Jauchs Gesicht die Antworten zu lesen versuchte. Wer die Geschichte noch nicht kennt, kann sie bei BILD nachlesen.

Beim Onlinespiel hingegen ist ein Bluff nicht so leicht zu erkennen, da die Gesichter verborgen bleiben. Hier ist einzig und allein eine ausgefeilte Setzstrategie entscheidend. Diese zu verfeinern ist nur möglich, wenn Daten über die eigenen Spiele vorliegen. Es ist mit viel Arbeit verbunden, detaillierte Analysen über das eigene Spiel vorzunehmen, aber letztendlich ist dies der Schlüssel zum Erfolg. Wer gewinnen will, muss viel Zeit investieren und das Pokerspiel nicht länger als Freizeitspaß, sondern selbstständigen Beruf verstehen, bei dem nur durch Fleiß der Erfolg kommt. An dieser Stelle sei auch das Buch „Poker-Strategien für Internet-Cashgames“ aus dem Jahre 2010 erwähnt, das derzeit bei Amazon für rund 30€ in der gebundenen Ausgabe zu haben ist.

Um es bis zur Teilnahme an großen Turnieren wie der World Series of Poker zu schaffen (um bei der Königsdiziplin, dem „No-Limit Hold’em Main Event“ antreten zu dürfen, mussten die Teilnehmer in diesem Jahr 10.000 $ Antrittsgeld zahlen), ist es ein weiter Weg. Wie Sport 1 in seiner Pokersparte berichtete, winken nicht nur Preisgelder in Millionenhöhe, sondern man trifft auch auf den einen oder anderen Überraschungs-Star wie Mario Basler. In diesem Jahr waren es 8,15 Millionen US-Dollar Siegprämie, was rund 7,16 Millionen Euro entspricht.

Bildquellen: Pixabay

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