Regelhammer vor dem Millionenfinale: WSOP schafft Shot Clock wieder ab

WSOP Main Event Shot Clock
Beim Final Table des WSOP Main Events 2026 wird die zuvor eingeführte Shot Clock wieder abgeschafft.

Kurz vor dem Final Table des WSOP Main Events 2026 ändert die World Series of Poker erneut die Regeln. Die erst während des laufenden Turniers eingeführte Shot Clock kommt beim Kampf um den Weltmeistertitel nicht mehr zum Einsatz. Die neun Finalisten können ihre Entscheidungen damit grundsätzlich wieder ohne fest vorgegebenes Zeitlimit treffen.

15 Minuten Entscheidung löste die Änderung aus

Erstmals in der 57-jährigen Geschichte des Main Events der WSOP hatte die Turnierleitung während des Wettbewerbs eine Shot Clock eingeführt. Auslöser war eine ungewöhnlich lange Entscheidung von Loren Klein an Tag 6.

Klein benötigte rund 15 Minuten für seinen Zug. Dabei spielte auch der bevorstehende Sprung beim Preisgeld von 105.000 auf 125.000 Dollar eine Rolle. Die Verantwortlichen reagierten und führten für die Spieltage 7 und 8 ein festes Zeitlimit für Entscheidungen ein.

Beim Final Table wird diese Regel nun wieder gestrichen. Nach Gesprächen mit Spielern und Mitarbeitern entschied sich die WSOP dafür, den neun Finalisten wieder die gewohnten Bedingungen ohne permanente Shot Clock zu bieten.

Turnierleitung kann weiterhin eingreifen

Völlig unbegrenzt können die Spieler ihre Entscheidungen dennoch nicht hinauszögern. Die verbliebenen Teilnehmer dürfen weiterhin einen Time Call verlangen, wenn ein Gegner aus ihrer Sicht unangemessen viel Zeit benötigt.

Auch die Turnierleitung kann selbst eingreifen. Sollte es erneut zu gezielten Verzögerungen kommen, besteht zudem die Möglichkeit, die Shot Clock wieder einzuführen.

Shaun Deeb kritisiert den erneuten Kurswechsel

Innerhalb der Pokerszene fällt die Reaktion unterschiedlich aus. Ein Teil der Profis sieht am Final Table weniger Gefahr für absichtliches Zeitspiel. Gleichzeitig sorgt vor allem der Zeitpunkt der erneuten Regeländerung für Kritik.

Shaun Deeb gehört zu den Spielern, die den Schritt nicht nachvollziehen können. Sein Kritikpunkt richtet sich insbesondere darauf, die Bedingungen unmittelbar vor der wichtigsten Phase des Turniers noch einmal anzupassen.

Lucas Jumalon führt den Final Table an

Am 3. August kehren die letzten neun Spieler an die Tische zurück. Lucas Jumalon startet als klarer Chipleader in die Entscheidung und besitzt damit die beste Ausgangslage im Kampf um den Titel.

Auf den Gewinner des WSOP Main Events warten 10 Millionen Dollar sowie das prestigeträchtige Bracelet. Die Entscheidung über den Pokerweltmeister 2026 fällt damit zunächst ohne Shot Clock.

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Matthias Friess

Matthias ist ein erfahrener Pokerautor mit einem tiefen Verständnis für Live und Online Poker. Er verfolgt internationale Turniere und analysiert aktuelle Trends der Pokerszene mit einem geschulten Blick. Seine Artikel bieten strategische Einblicke und fundiertes Wissen für Anfänger und Profis. Durch enge Kontakte zur Community bleibt er stets nah an den wichtigsten Entwicklungen. Zudem hat er erfolgreich an Live Poker Turnieren in deutschen Spielbanken teilgenommen und bringt dadurch wertvolle eigene Spielerfahrung ein.