Ali Tegintamgac – Pariser Säbelrasseln – Eine Prognose und eine Einladung

„Da bin ich mal gespannt auf deinen Kommentar zu Paris!“ Das waren seine letzten Worte und dann war der rastlose Ben Kang wieder dahin. Direttissima auf der staubigen Autobahn nach Rozvadov. In der Redaktion von Hochgepokert.com spricht Chefredakteur Gunther Sosna nicht mehr mit und scheint auf irgendetwas zu warten. Mein geschätzter und hinterlistiger Kollege Tobias Falke lädt mich mit Martin Tschiggerl gemeinsam zu seiner Radiosendung und nach zwei Alibifragen werde ich bösartig in die  Falle gelockt und bekomme die nächste Ali-Frage serviert. – Ja es stimmt. Ali Tegintamgac klagt die Partouche Poker Tour in Paris und Hochgepokert  Star-Reporter Emanuel Adam ist live vor Ort. – Nur was habe ich damit zu tun, wie definiere ich meine Position und was ist meine Rolle in dem großen Spiel? Doch hoffentlich nicht als moralische Instanz und doppelt hoffentlich nicht als unmoralischer Allesversteher! Immerhin die Familie liest mit, wenn ihr versteht was ich meine.

Als Pressesprecher der Nürnberger Freunde wäre ich zwar gut geeignet und wenn mir jemand sagt, wohin ich meine Unterlagen senden kann, bewerbe ich mich gleich morgen. Aktuell allerdings stehe ich im Sold dieser großartigen Seite und hoffe doch auf eine steile Karriere im Unternehmen. Inklusive Eckbüro, Dienstwagen und einem Candlelight-Dinner mit Liv Boerre. Und solange ich diese Hoffnung hege, werde ich alles tun, was man von mir verlangt (schon alleine wegen Liv). Zur Sache selbst – im Sinne der Dramaturgie doch eine spannende Wendung. Wir Journalisten müssen doch auch Themen haben und dazu lernen. Wie sonst hätte ich jemals erfahren, welch wunderbaren Akzent Kollege Emu auspackt, wenn er auf Französisch parliert. Jetzt weiß ich auch, dass Ali T. auch vor Gericht den zweiten Hemdknopf offen lässt – was ihm zugegeben ganz gut steht. Und wir alle erfahren mehr über das Rechtssystem unseres Nachbarn und wie schön die Abendsonne über Paris erstrahlt, wenn Emu seine abschließenden Kommentar zu Lage in das extra elegante Stabmikrofon spricht.

Natürlich habe ich so eine Erfahrung mit Gerichten und mit den Jahren bekommt man so ein gewisses Gefühl, wie der juristische Hase läuft. Und so will ich mich mal mit einer Prognose aus dem Fenster lehnen. Auch wenn Emu hofft noch mehr „Licht ins Paragrafendunkel zu bringen“. Ich glaube, dass war diesen Freitag schon der Höhepunkt der Show – und mit dem 1.April wurde ja doch ein amüsanter Termin gewählt. Es wird wohl nirgendwo Licht reingebracht werden und es wird nach meiner Einschätzung auch kein Verfahren geben gegen Ali T. und auch keines gegen die Partouche Gruppe. Jetzt wurde ein wenig mit den Säbeln gerasselt. Ali T. ist in die Offensive gegangen. Der Konter durch den scheinbar nur teilautorisierten Anwalt war bescheiden. Mysteriöse Zeugen und ein angekündigter „Video-Beweis“ werden Ali wohl weiterhin ruhig schlafen lassen. Hinter den Kulissen werde die Anwälte tun, wofür sie eigentlich bezahlt werden, alleine ich habe zwei in meinem Bekanntenkreis, die finden den Weg zu Gericht nur mit dem Navigationssystem. Anwälte handeln Vergleiche aus und genau das wird auch in dem Fall passieren (schreibe ich mal so vor mich hin. Sehenden Auges der Gefahr bewusst, mich eventuell mächtig zu blamieren).  Irgendwann wird keiner der beiden Parteien neue Kommentare zur Sachlage geben. Man wird sich finanziell einigen. Die Anwältin kauft sich ein weitere Chanel-Kostümchen und Ali T. bestellt sich bei seinem Schneider ein paar Hemden. Selbstverständlich aus Seide und die beiden oberen Knöpfe werden gleich eingespart (die Knopflöcher auch).

Nach so viel Spekulativem, komme ich zum Abschluss zu etwa Zweifelsfreien. Poker in Deutschland wird das aushalten. Ganz egal was in Paris passiert. Ob ich recht behalte, oder wieder einmal nicht. Die Karten werden fliegen und die Chips werden rattern als wäre nichts passiert. In der Sache selbst werden wir auch niemals Gewissheit haben und auch das werden wir alle miteinander überstehen. Vielleicht lassen wir alle miteinander ein wenig Zeit vergehen und gehen dann wieder zur Normalität über. Bin mal gespannt, wie die internationalen Turnierdirektoren reagieren, wenn in der „Causa Ali T.“ nichts rauskommt und an keinem der scheinbar so sicheren Fronten irgendein Urteil gesprochen werden wird. Bei meinem (stets ausgebuchten) kleinen Montagsturnier ist Ali jedenfalls immer willkommen und wenn er irgendwelche dicklichen Jungs mit Fotoapparaten dabei haben sollte, setze ich die direkt an die Bar. Unsere Kellnerin Sky ist so charmant und hübsch, da vergisst jeder Mann, was er eigentlich vor hatte. – Sicher ist sicher.

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