
Poker kehrt ins deutsche Free-TV zurück: Eurosport 1 zeigt den Final Table des WSOP Main Events 2026 an drei Tagen live. Ergänzt werden die Übertragungen aus Las Vegas durch sechs einstündige Magazin-Ausgaben mit den Höhepunkten des größten Pokerturniers des Jahres. Moderiert und kommentiert wird das gesamte deutsche TV-Paket von Michael Körner.
Von ursprünglich 9.208 Teilnehmern sind nur noch neun Spieler im Rennen um den Weltmeistertitel. Sie haben bereits jeweils $1.000.000 sicher, auf den neuen Champion warten $10.000.000. Insgesamt werden am Final Table mehr als $30.000.000 ausgespielt.
Sechs WSOP-Magazine bei Eurosport 1
Den Auftakt der deutschen Berichterstattung bilden vier Highlight-Sendungen. Vom 28. bis 31. Juli blickt Eurosport täglich auf die wichtigsten Hände und Geschichten des Main Events zurück:
- Dienstag, 28. Juli, 15:45 bis 16:45 Uhr: Episode 1
- Mittwoch, 29. Juli, 16:15 bis 17:15 Uhr: Episode 2
- Donnerstag, 30. Juli, 16:15 bis 17:15 Uhr: Episode 3
- Freitag, 31. Juli, 16:00 bis 17:00 Uhr: Episode 4
Nach der Entscheidung folgen zwei weitere Ausgaben mit den Highlights des Final Tables und einem Rückblick auf das gesamte Turnier:
- Mittwoch, 12. August, 16:00 bis 17:00 Uhr: Episode 5
- Donnerstag, 13. August, 14:00 bis 15:00 Uhr: Episode 6
Michael Körner übernimmt sowohl die Moderation der Magazine als auch den Kommentar während der Liveübertragungen. Damit setzt Eurosport auf eine der bekanntesten deutschen Pokerstimmen, die das Geschehen auch für Zuschauer verständlich machen kann, die bislang nur wenig Berührung mit Turnierpoker hatten.
Drei Final-Table-Nächte live aus Las Vegas
Der Final Table wird aufgrund der Zeitverschiebung in Deutschland mitten in der Nacht übertragen. An den ersten beiden Spieltagen zeigt Eurosport jeweils drei Stunden Livepoker. Die Entscheidung um den Weltmeistertitel folgt in der dritten Nacht:
- Dienstag, 4. August, 03:00 bis 06:00 Uhr: Final Table – Tag 1
- Mittwoch, 5. August, 03:00 bis 06:00 Uhr: Final Table – Tag 2
- Donnerstag, 6. August, ab 04:30 Uhr: Finale der letzten drei Spieler
Die Uhrzeiten dürften zwar vor allem für Gelegenheitszuschauer eine Herausforderung darstellen, dennoch bietet sich deutschen Pokerfans damit eine seltene Gelegenheit: Das wichtigste Turnier der Welt ist kostenlos und live im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen.
Lucas Jumalon führt die letzten neun Spieler an
Als klarer Chipleader geht der erst 22-jährige US-Amerikaner Lucas Jumalon in die Entscheidung. Mit 194.000.000 Chips beziehungsweise 129 Big Blinds besitzt er mehr als doppelt so viele Chips wie sein erster Verfolger Rami Hammoud aus Kanada, der mit 79.000.000 Chips zurückkehrt.
Die neun Finalisten im Überblick:
| Rang | Spieler | Land | Chips | Big Blinds |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Lucas Jumalon | USA | 194.000.000 | 129 |
| 2 | Rami Hammoud | Kanada | 79.000.000 | 53 |
| 3 | Jamie Shaevel | USA | 56.000.000 | 37 |
| 4 | Greg Mueller | Kanada | 48.500.000 | 32 |
| 5 | Michael Gagliano | USA | 46.500.000 | 31 |
| 6 | Mario Boos | Frankreich | 44.000.000 | 29 |
| 7 | Lauri Sääskilahti | Finnland | 37.500.000 | 25 |
| 8 | Han Feng | USA | 25.000.000 | 17 |
| 9 | Evagoras Evagorou | Zypern | 22.500.000 | 15 |
Aus deutschsprachiger Sicht dürfte insbesondere Greg Mueller im Mittelpunkt stehen. Der Deutsch-Kanadier spielte vor seiner Pokerkarriere mehrere Jahre in der Deutschen Eishockey Liga und gewann mit HEDOS München die Deutsche Meisterschaft. Am Final Table startet der Bracelet-Gewinner mit 48.500.000 Chips und 32 Big Blinds von Rang vier.

US-Fernsehstart mit verhaltenen Zahlen
Auch in den USA ist die WSOP 2026 wieder bei einem klassischen Sportsender angekommen. ESPN hatte die Turnierserie bereits ab 1987 begleitet und spielte vor allem ab 2003 eine wichtige Rolle beim weltweiten Pokerboom. Nach der Trennung im Jahr 2019 kehrte die WSOP in diesem Jahr zum langjährigen TV-Partner zurück.
Die ersten beiden dokumentarisch aufbereiteten Episoden liefen am 21. Juli auf ESPN2. Im Durchschnitt sahen etwa 173.000 Zuschauer die erste und rund 186.000 Zuschauer die zweite Stunde. Der Haushaltsanteil stieg dabei leicht von 0,09 auf 0,11 Prozent.
Von einem großen Quotenhit kann damit noch nicht gesprochen werden. Allerdings lief die Premiere ohne umfangreiche Marketingkampagne und gegen starke Konkurrenz. Zudem haben sich die Sehgewohnheiten seit den Hochzeiten des TV-Pokers grundlegend verändert. ESPN war 2026 noch in rund 60 Millionen US-Haushalten verfügbar – etwa 30 Prozent weniger als zu Beginn der Corona-Pandemie.
Zum Vergleich: 2003 erreichten einzelne WSOP-Ausgaben durchschnittlich mehr als 500.000 Zuschauer. Das Finale von 2008 kam sogar auf über 2,4 Millionen, während die damaligen Episoden häufig zwischen einer und zwei Millionen Menschen sahen. Diese Zahlen lassen sich wegen des Rückgangs des Kabelfernsehens und einer 2025 veränderten Messmethode allerdings kaum direkt mit den heutigen Einschaltquoten vergleichen.
Entscheidender dürfte daher werden, wie viele Zuschauer den Final Table Anfang August live verfolgen.
Fast 400 Millionen Aufrufe in den sozialen Medien
Dass weiterhin großes Interesse an der WSOP besteht, zeigen vor allem die digitalen Zahlen. Während des Festivals registrierte die World Series of Poker auf ihren Social-Media-Kanälen insgesamt 378,3 Millionen Aufrufe und Impressionen. Gleichzeitig kamen plattformübergreifend 222.828 neue Follower hinzu, wobei es zwischen den einzelnen Netzwerken Überschneidungen geben dürfte.
Besonders stark schnitten Facebook und Instagram ab:
| Plattform | Aufrufe | Neue Follower |
|---|---|---|
| X | 36,6 Millionen | 8.450 |
| 127 Millionen | 56.800 | |
| 125 Millionen | 54.450 | |
| YouTube | 38,7 Millionen | 103.128 |
YouTube erzielte zwar deutlich weniger Aufrufe als Facebook und Instagram, gewann mit 103.128 neuen Abonnenten aber mit Abstand am meisten neue Follower. X, das innerhalb der Pokerbranche häufig als wichtigste Diskussionsplattform wahrgenommen wird, lieferte dagegen die niedrigsten Werte.
Die Zahlen machen deutlich, dass Pokerübertragungen heute nicht mehr allein anhand klassischer TV-Quoten bewertet werden können. Die ersten ESPN-Sendungen erreichten zwar nur ein überschaubares Kabelpublikum, gleichzeitig verbreiteten sich die Inhalte der WSOP über soziale Medien millionenfach.
Für Eurosport und den deutschen Markt ist das zumindest ein ermutigendes Signal. Ob der Final Table hierzulande ebenfalls ein größeres Publikum findet, bleibt abzuwarten. Die Voraussetzungen sind jedoch gut: ein internationales Finale, $10.000.000 für den Sieger, eine bekannte deutsche Kommentatorenstimme – und die seltene Gelegenheit, die Entscheidung beim bedeutendsten Pokerturnier der Welt live im Free-TV zu verfolgen.










