Angebliche fünf Prozent an GGPoker: Kenney fordert Millionen

Ein Stapel Spielkarten und Pokerchips auf einem Holztisch
Foto: fielperson / Pixabay

Bryn Kenney verklagt die GGPoker-Mutter NSUS Group Inc. wegen einer umstrittenen Beteiligung und aus seiner Sicht ausstehender Vergütungen in Millionenhöhe. Der Pokerprofi reichte die Zivilklage im August beim Clark County District Court in Nevada ein. Mansoo „Michael“ Kim beantragte im Folgemonat, die Klage vollständig abweisen zu lassen; beide Vorgänge sind weiterhin anhängig.

Kenney beansprucht Beteiligung und Provisionen

Kenney begann 2018, auf GGPoker zu spielen und die Plattform zu bewerben. Damals befand sich der Anbieter nach Darstellung der Berichterstattung noch in einer frühen Entwicklungsphase. Der ehemalige GGPoker-Botschafter behauptet, neben seiner Werberolle als Leiter des Game Managements gearbeitet und maßgeblich neue Spieler sowie Agenten für die Plattform gewonnen zu haben.

Die Klage führt aus, dass ihm wöchentliche, umsatzabhängige Provisionen für von ihm geworbene Spieler sowie eine Beteiligung von fünf Prozent an GGPoker zugesagt worden seien. Zwischen 2018 und 2025 habe er Tausende Spieler rekrutiert und die High-Roller-Turniere des Anbieters von Grund auf aufgebaut. Dabei handelt es sich um Kenneys Darstellung im Verfahren, nicht um gerichtlich festgestellte Tatsachen.

Kenney knackte im Sommer als erster Spieler die Marke von 90 Millionen US-Dollar an Live-Turnierauszahlungen. Inzwischen weist er laut den veröffentlichten Hendon-Mob-Daten 90,8 Millionen US-Dollar aus und liegt damit rund 11 Millionen vor seinem nächsten Verfolger Stephen Chidwick.

Kim weist Betrugsvorwurf zurück

Kenney wirft NSUS und Kim vor, ihre Zusagen systematisch nicht eingehalten zu haben. Laut Klage seien von ihm geworbene Spieler und Agenten anders eingestuft worden, wodurch die vereinbarten Provisionen faktisch weggefallen seien. Zusammen mit der nicht übertragenen Beteiligung beziffert Kenney seinen mutmaßlichen Schaden auf zig Millionen US-Dollar.

Er fordert wegen Vertragsverletzung und Betrugs Schadensersatz von Kim und NSUS. Die Auseinandersetzung dreht sich damit auch um die behauptete Fünf-Prozent-Beteiligung an einem Unternehmen, das 2024 die World Series of Poker von Caesars Entertainment für 500 Millionen US-Dollar kaufte.

Kim beantragt, den Betrugsvorwurf gegen ihn mit Präjudiz abzuweisen. In einem Schriftsatz vom 23. September stellte er Kenneys Betrugstheorie und die angebliche Zusicherung infrage. Zudem kritisierte er, dass die Klage Kim mit weiteren Parteien zusammenfasse, denen Kenney nach Darstellung des Schriftsatzes keine entsprechenden Aussagen zuschreibe.

Anhörung am 12. November angesetzt

Die nächste Anhörung ist für den 12. November angesetzt. Das Gericht hat noch nicht entschieden, ob Kenneys Vertrags- und Betrugsvorwürfe weiterverfolgt werden; bislang sind die Ansprüche und Kims Einwände Parteivorbringen.

Für Kenney steht damit zunächst die Prüfung von Kims Abweisungsantrag an. Eine gerichtliche Feststellung zu den behaupteten Zusagen, den Provisionen oder der geforderten Beteiligung liegt bislang nicht vor.

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Amer Brcaninovic

Amer ist ein leidenschaftlicher Pokerspieler und langjähriger Fan des Spiels. Mit scharfem Blick für Strategie, Psychologie und Bluff liebt er die Herausforderung an jedem Tisch – ob online oder live. Neben dem Spielen schreibt er regelmäßig über Pokertrends, Turniere und Taktiken. Sein Motto: "Poker ist mehr als ein Spiel – es ist ein Mindset."