Slide Dealing im Venetian: Schutz vor Kameras, Streit ums Tempo

Spielkarten und Casino-Chips auf einem Holztisch, inklusive eines Dealer-Buttons
Foto: ThorstenF / Pixabay

Das Venetian hat im Oktober 2026 als erstes großes Pokerroom am Las Vegas Strip auf Slide Dealing umgestellt. Der Wechsel folgt auf eine ähnliche Änderung im South Point und soll das Risiko verringern, dass versteckte Kameras beim traditionellen Pitch Dealing die Hole Cards erfassen. Beim Slide Dealing bleiben die Karten näher an der Tischfläche.

Vom Pitch zum Slide

Beim üblichen Pitch werden die Karten durch die Luft zu den Spielern geworfen. Beim Slide schieben die Dealer sie über den Tisch; das soll den Blick auf die Karten während der Ausgabe erschweren. Die Diskussion dreht sich damit nicht nur um eine neue Handbewegung, sondern auch um den Schutz der Spielintegrität.

Die Methode ist im Live-Poker nicht neu: PokerStars kündigte im August 2024 an, Slide Dealing bei Live-Events einzuführen, und setzte es 2025 breiter um. In Las Vegas erhielt die Debatte zusätzlichen Anschub durch eine Vorführung auf der Global Gaming Expo, bei der demonstriert wurde, wie eine Lochkamera Hole Cards erfassen kann, wenn die Karten beim Austeilen ungünstig hochfliegen.

Laut PokerOrg setzen sich Spieler bereits seit rund zwei Jahren für den Wechsel ein. Auch die jüngsten Diskussionen über Betrugsverdacht und Kontrollmaßnahmen im Poker zeigen, wie stark die Sicherheit am Tisch inzwischen im Fokus steht. Das Venetian ist nun das erste große Strip-Casino, das die Umstellung vollzogen hat; South Point hatte außerhalb des Strips früher damit begonnen.

Sicherheit und Tempo im Streit

Der Wechsel verlief nicht ohne Übergangsphase. Als Matt Berkey die Umstellung am 12. Oktober öffentlich ansprach, war das Venetian noch dabei, den Ablauf anzupassen; unter anderem war der Speed-Filz noch nicht eingeführt. Am 13. Oktober zeigte Berkey dann einen Dealer, der Karten aus einem Shoe über den Filz schob. Dabei waren keine größeren Schwierigkeiten zu erkennen.

Die praktische Frage bleibt das Tempo. Einige Spieler befürchten, dass Slide Dealing langsamer ist als der klassische Pitch und dadurch weniger Hände pro Stunde gespielt werden. Justin Hammer, PokerOrg-Turnierdirektor, unterstützt die Methode, weist aber auf mögliche Umsatzeinbußen und den Aufwand hin, Dealer neu zu schulen. Auch WPT-Turnierdirektor Matt Savage hat die unterschiedlichen Seiten der Diskussion auf X thematisiert.

Bei MGM Resorts wird ein möglicher nächster Schritt geprüft. Das Unternehmen bestätigte gegenüber PokerOrg, dass erste Gespräche über Slide Dealing und eine mögliche Einführung in den Pokerbetrieben laufen; konkrete Pläne für einen Rollout gibt es bislang nicht. Die Überlegungen befinden sich noch in einem frühen Stadium.

Eine Umstellung bei der World Series of Poker könnte wegen der großen Zahl an Dealern, die jeden Sommer beschäftigt werden, besonders anspruchsvoll sein. Das Venetian zeigt jedoch, dass der Wechsel in einem großen Las-Vegas-Pokerroom möglich ist. PokerStars hat die Methode bereits auf einer internationalen Turnierserie etabliert; ob weitere Casinos am Strip folgen, ist noch offen.

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Amer Brcaninovic

Amer ist ein leidenschaftlicher Pokerspieler und langjähriger Fan des Spiels. Mit scharfem Blick für Strategie, Psychologie und Bluff liebt er die Herausforderung an jedem Tisch – ob online oder live. Neben dem Spielen schreibt er regelmäßig über Pokertrends, Turniere und Taktiken. Sein Motto: "Poker ist mehr als ein Spiel – es ist ein Mindset."