
Der kleine Ort Rozvadov an der deutsch-tschechischen Grenze steht im Mittelpunkt einer arte-Dokumentation, die am 30. Dezember um 19:40 Uhr im Rahmen der Reihe „Re:“ ausgestrahlt wurde. Thema der Sendung ist das Dorf mit rund 800 Einwohnern, das sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem festen Bestandteil der internationalen Pokerszene entwickelt hat.
Las Vegas in der tschechischen Provinz
Die Reportage mit dem Titel „Las Vegas in der tschechischen Provinz“ zeichnet nach, wie es zu diesem außergewöhnlichen Wandel kam. Nach der politischen Wende stand die Gemeinde vor einer Grundsatzentscheidung: Industriegebiet oder Casino. Gemeinsam mit dem späteren Investor Leon Tsoukernik entschied sich der damalige Bürgermeister für den Bau eines Casinos – ein Schritt, der die wirtschaftliche Zukunft des Ortes nachhaltig veränderte.

Heute ist das King’s Resort Austragungsort großer internationaler Pokerturniere und zieht Spieler aus ganz Europa an. Die arte-Doku beleuchtet diesen Aufstieg jedoch nicht nur aus der Perspektive des Glücksspielbetriebs, sondern auch aus Sicht der Menschen vor Ort. Zu Wort kommen sowohl der frühere als auch der amtierende Bürgermeister, Leon Tsoukernik selbst, King’s-CEO Federico Brunato sowie Spieler, die regelmäßig in Rozvadov antreten, wie zum Beispiel Martin Kabrhel.
Dorfleben und Millionen-Veranstaltungen
Neben dem professionellen Pokerbetrieb zeigt der Film bewusst einen bodenständigen Gegenpol: Für viele Einheimische gilt nicht ein Millionen-Event im King’s als Höhepunkt des Jahres, sondern ein traditionelles Pokerturnier, das in einer Kneipe am örtlichen Sportplatz ausgetragen wird. Gerade dieser Kontrast zwischen globalem Glücksspielgeschäft und dörflichem Alltag prägt den Charakter der Reportage.
Produziert wurde die Folge vom Mitteldeutschen Rundfunk (mdr). Die Dokumentation ist weiterhin über die arte-Mediathek abrufbar oder hier zu sehen:







