Glücksspielmonopol in Österreich: Neuer Entwurf betrifft Poker und Casinos Austria

0
Österreich Glücksspielmonopol
Quelle: unsplash/Beatriz Miller

Die österreichische Bundesregierung bereitet einen neuen gesetzlichen Entwurf für die kommende Ausschreibung des Glücksspielmonopols vor. Das Finanzministerium bestätigte, dass derzeit an einer Vorlage gearbeitet wird, die die Grundlage für das neue Konzessionsverfahren bilden soll. Parallel dazu fordern Teile der Branche weiterhin eine Öffnung des Marktes.

Neuer Gesetzesentwurf für kommende Ausschreibung

Das österreichische Bundesministerium für Finanzen hat bestätigt, an einem neuen Entwurf zu arbeiten, der in den kommenden Monaten präsentiert werden soll. Dieser Entwurf soll als Basis für die nächste Casino-Ausschreibung dienen, die im Zuge der Erneuerung des Glücksspielmonopols ansteht.

Nach Angaben eines Ministeriumssprechers sieht der Entwurf einheitliche Standards beim Spielerschutz für Online- und landbasierte Anbieter vor. Geplant sind zudem altersabhängige Verlustlimits sowie die Einrichtung einer unabhängigen Glücksspielbehörde. Darüber hinaus enthält die Vorlage Maßnahmen gegen nicht lizenzierte Anbieter, darunter Zahlungs- und Domain-Sperren sowie hohe finanzielle Strafen.

Rückzug nach Kritik an geleaktem Reformpapier

Bereits im Dezember war ein interner Entwurf aus dem Finanzministerium öffentlich geworden. Dieser sah eine Fortführung des bestehenden Monopolmodells vor, kombiniert mit einer verschärften Bekämpfung illegaler Online-Angebote. Vorgeschlagen wurden unter anderem verdeckte Testspiele durch Aufsichtsbehörden und strengere Werbebeschränkungen für ausländische Casinos.

Nach deutlicher Kritik ruderte das Ministerium zurück und erklärte, dass das geleakte Dokument überarbeitet werde. Offizielle Details zu einer möglichen Abkehr vom Monopolmodell wurden bislang nicht genannt.

Bestehende Struktur des österreichischen Glücksspielmarkts

Aktuell existiert in Österreich eine einzige Lizenz für Lotterien und Online-Glücksspielangebote. Diese 15-jährige Konzession liegt bei Win2day, einer Marke der Casinos Austria. Das Unternehmen hält zudem sämtliche zwölf Lizenzen für landbasierte Casinos.

An Casinos Austria ist wiederum die staatliche Beteiligungsgesellschaft ÖBAG mit 33% beteiligt. Sechs der bestehenden Offline-Casino-Lizenzen sowie die Online-Lizenz laufen 2027 aus. Die verbleibenden sechs Konzessionen enden nach aktueller Rechtslage im Jahr 2030.

Spannbreite möglicher Szenarien

Innerhalb der Branche wird diskutiert, ob eine verstärkte Durchsetzung gegen illegale Anbieter Teil eines künftigen Mehrlizenzsystems sein könnte oder stattdessen das Monopol absichert. Abhängig von politischen Verhandlungen reichen die möglichen Ergebnisse von einer Fortsetzung des Status quo bis hin zu einer vollständigen Marktöffnung.

Im Falle einer Liberalisierung wird ein Modell mit mehreren Lizenznehmern diskutiert. Branchenvertreter verweisen in diesem Zusammenhang auf vergleichbare Märkte innerhalb Europas und auf die geplante Einrichtung einer unabhängigen Glücksspielbehörde bis 2029.

Betreiber fordern Ende des Monopols

Mehrere Glücksspielanbieter sprechen sich öffentlich gegen das bestehende System aus. Monika Racek, CEO des österreichischen Anbieters Admiral, verweist auf eine zunehmende Abwanderung von Spielern in den Schwarzmarkt. Dort gebe es weder Limits noch Spielersperren oder staatliche Kontrolle.

Auch der internationale Konzern Entain plädiert für ein offenes Lizenzmodell in Österreich. Ein solches System liege aus Sicht des Unternehmens im Interesse der Allgemeinheit und der Verbraucher.

FAQ

Woran arbeitet das österreichische Finanzministerium aktuell?

An einem neuen Gesetzesentwurf für die kommende Ausschreibung des Glücksspielmonopols.

Was sieht der Entwurf laut Ministerium vor?

Einheitliche Spielerschutzstandards, altersabhängige Verlustlimits und eine unabhängige Glücksspielbehörde.

Welche Maßnahmen gegen illegale Anbieter sind geplant?

Zahlungs- und Domain-Sperren sowie hohe finanzielle Sanktionen.

Warum wurde ein früherer Entwurf zurückgezogen?

Nach Kritik an einem geleakten Papier kündigte das Ministerium Änderungen an.

Wie ist der Glücksspielmarkt derzeit organisiert?

Es gibt eine einzige Online-Lizenz und zwölf landbasierte Casino-Lizenzen unter einem Betreiber.

Wann laufen bestehende Lizenzen aus?

Ein Teil der Konzessionen endet 2027, weitere im Jahr 2030.

Was fordern Teile der Branche?

Eine Öffnung des Marktes mit mehreren lizenzierten Anbietern.

Bis wann soll eine Glücksspielbehörde entstehen?

Die Regierung plant die Einrichtung bis 2029.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein