
Die österreichische Bundesregierung plant keine Liberalisierung des Glücksspielmarktes. Aus einem vorliegenden Gesetzesentwurf geht hervor, dass das bestehende Monopol weiter gestärkt werden soll. Damit bleibt Österreich eines der wenigen Länder in der Europäische Union, das auch im stark wachsenden Onlinebereich an einem staatlichen Alleinrecht festhält.
Die Entscheidung hat vor allem für den Bereich Online-Poker Bedeutung, da alternative Anbieter weiterhin keine reguläre Marktzulassung erhalten sollen.
Auslaufende Konzessionen ohne Öffnungsperspektive
Im Jahr 2027 laufen die aktuellen Konzessionen für Lotterien und Online-Glücksspiel aus. Trotz dieses Einschnitts sieht der Entwurf keine grundlegende Neuausrichtung vor. Statt einer Marktöffnung soll das bestehende System fortgeführt und gefestigt werden.
Österreich bleibt damit gemeinsam mit Polen das einzige EU-Land, das im Online-Glücksspiel vollständig auf ein staatliches Monopol setzt. Besonders im Online-Poker bedeutet das weiterhin einen exklusiven Zugang für nur einen legalen Anbieter.
Zentrale Rolle von Casinos Austria
Profiteur dieser Regelung ist die Casinos Austria AG. Das Unternehmen hält die maßgebliche Konzession für das staatlich regulierte Online-Glücksspiel. Über die Staatsholding ÖBAG besitzt die Republik ein Drittel der Anteile.
Die heutige Struktur basiert auf einem Gesetz aus den 1980er-Jahren. Dieses räumt einem einzelnen Betreiber exklusive Rechte ein, offizielle Online-Glücksspiele in Österreich anzubieten.
Online-Poker ausschließlich über eine Plattform
Die Casinos-Austria-Tochter win2day ist derzeit die einzige legale Plattform für Online-Glücksspiel im Land. Dazu zählt auch Online-Poker.
Andere Anbieter können keine regulären Lizenzen erwerben und dürfen ihre Angebote nicht offiziell am österreichischen Markt platzieren. Für Poker bedeutet das eine faktische Ein-Plattform-Struktur ohne Wettbewerb zwischen mehreren lizenzierten Betreibern.
Kritik an verpasster Reformchance
Befürworter einer Marktöffnung sehen in dem Entwurf eine vertane Gelegenheit. Sie argumentieren, dass ein regulierter Wettbewerb sowohl dem Spielerschutz als auch den Steuereinnahmen zugutekommen könnte.
Alternative Anbieter hatten gehofft, dass im Zuge der anstehenden Gesetzesreform und der Neuvergabe der Lizenzen ein offeneres Modell eingeführt wird. Diese Erwartung erfüllt sich nach aktuellem Stand nicht.
Verzögerungen bei gesetzlicher Neuregelung
Die Bundesregierung befindet sich laut Entwurf erneut im zeitlichen Rückstand. Trotz nahender Fristen für die bestehenden Konzessionen liegt keine umfassende Neuregelung vor, die eine Öffnung des Marktes vorsieht.
Damit bleibt die bisherige Monopolstruktur bestehen. Für den Pokerbereich bedeutet das weiterhin eine Konzentration des legalen Angebots auf einen einzigen Betreiber.
FAQ
Ja, Online-Poker darf weiterhin nur über eine staatlich lizenzierte Plattform angeboten werden.
Ausschließlich die Plattform win2day besitzt die entsprechende Konzession.
Die bestehenden Konzessionen enden im Jahr 2027.
Der vorliegende Gesetzesentwurf sieht keine Liberalisierung vor.
Vor allem die Casinos Austria AG als Inhaberin der maßgeblichen Konzession.
Österreich und Polen halten als letzte Länder an einem solchen Online-Monopol fest.
Wegen der anstehenden Gesetzesreform und der Neuvergabe der Lizenzen.
Unter anderem das gesamte offizielle Online-Glücksspiel einschließlich Poker.







