Österreichische Studie zeigt: Viele Spieler landen unbewusst im Glücksspiel-Schwarzmarkt

Maria-theresien-platz, Wien, Österreich
Bild: pixabay/liberum205

Eine aktuelle Glücksspiel Schwarzmarkt Studie aus Österreich sorgt auch über die Landesgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit. Die Ergebnisse zeigen nämlich, dass viele Spieler online auf Plattformen aktiv sind, die keine nationale Lizenz besitzen.

Damit rückt erneut eine zentrale Frage in den Mittelpunkt: Wie gut funktioniert die Regulierung von Online-Glücksspiel in Europa – und welche Parallelen gibt es zu Deutschland?

Viele Spieler landen unbewusst im Schwarzmarkt

Für die Studie befragte das Institut für Demoskopie und Datenanalyse im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich zahlreiche Spieler zu ihrem Online-Spielverhalten. Zunächst zeigte sich, dass rund 38% der Befragten im vergangenen Jahr online gespielt haben. Entscheidend ist jedoch ein anderer Punkt: Viele Spieler nutzen offenbar Angebote außerhalb des regulierten Marktes.

Mehr als 26% der Befragten gaben an, im gesamten Zeitraum nicht beim staatlich erlaubten Anbieter Win2Day gespielt zu haben. Außerdem erklärten über 30%, dort nur selten aktiv zu sein. Darüber hinaus verdeutlichen weitere Ergebnisse ein grundlegendes Problem. 86% der Teilnehmer sagten, es sei schwierig zu erkennen, welche Anbieter überhaupt legal sind. Zusätzlich wussten 40% nicht oder waren unsicher, ob es überhaupt illegale Plattformen gibt. Folglich landen zahlreiche Spieler im sogenannten Schwarzmarkt – häufig ohne sich dessen bewusst zu sein.

Parallelen zur Situation in Deutschland

Auch in Deutschland wird seit Einführung des Glücksspielstaatsvertrag 2021 regelmäßig darüber diskutiert, wie gut der regulierte Markt funktioniert. Grundsätzlich verfolgt das Gesetz ein klares Ziel: Spieler sollen auf lizenzierte Anbieter gelenkt werden. Gleichzeitig soll problematisches Spielverhalten stärker kontrolliert werden.

Allerdings zeigt sich in der Praxis eine ähnliche Herausforderung wie in Österreich. Wenn legale Angebote aus Sicht vieler Nutzer zu stark eingeschränkt sind oder sich kaum von internationalen Plattformen unterscheiden, wechseln manche Spieler zu alternativen Angeboten. Außerdem fällt es vielen Spielern schwer, legal und illegal eindeutig zu unterscheiden. Genau darauf weist auch die österreichische Studie hin.

Marktöffnung als möglicher Lösungsansatz

In Österreich wird deshalb inzwischen über eine Reform des bestehenden Monopolmodells diskutiert. Befürworter argumentieren, dass mehr Lizenzen den legalen Markt attraktiver machen könnten. Gleichzeitig ließe sich der Schwarzmarkt möglicherweise stärker zurückdrängen.

Schätzungen zufolge könnten durch zusätzliche Anbieter bis zu €300 Millionen an Steuereinnahmen pro Jahr generiert werden. Auch unter den Befragten findet dieser Ansatz Unterstützung. Rund 60% glauben, dass ein stärker regulierter Markt mit mehreren Anbietern den illegalen Bereich verkleinern könnte. Dagegen äußerten etwa 19% Zweifel.

Debatte betrifft auch Deutschland

Die Ergebnisse aus Österreich liefern deshalb mehr als nur eine Momentaufnahme eines einzelnen Marktes. Sie zeigen ein grundlegendes Problem moderner Glücksspielregulierung. Wenn Spieler nicht klar erkennen können, welche Angebote legal sind, wächst automatisch der Raum für unregulierte Plattformen.

Zugleich bleibt die Balance zwischen Spielerschutz, Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit eine der größten Herausforderungen der Branche. Genau deshalb wird die Diskussion über die Zukunft des Glücksspielmarktes auch in Deutschland weitergehen.

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Matthias Friess

Matthias ist ein erfahrener Pokerautor mit einem tiefen Verständnis für Live und Online Poker. Er verfolgt internationale Turniere und analysiert aktuelle Trends der Pokerszene mit einem geschulten Blick. Seine Artikel bieten strategische Einblicke und fundiertes Wissen für Anfänger und Profis. Durch enge Kontakte zur Community bleibt er stets nah an den wichtigsten Entwicklungen. Zudem hat er erfolgreich an Live Poker Turnieren in deutschen Spielbanken teilgenommen und bringt dadurch wertvolle eigene Spielerfahrung ein.