PokerStars: Spieler erhält nach Gerichtsurteil 64.500€ zurück

Justizia
Bild: unsplash/Tingey Injury Law Firm

Ein Spieler aus Deutschland hat vor dem Landgericht Wiesbaden erfolgreich gegen den Online-Pokeranbieter PokerStars geklagt. Das Gericht entschied, dass der Anbieter rund 64.500€ an Spielverlusten erstatten muss. Der Grund: Das Angebot war im relevanten Zeitraum ohne deutsche Lizenz verfügbar.

Spieler verlor über Jahre mehr als 64.000€

Der Kläger hatte zwischen 2016 und Anfang 2023 über die deutschsprachige Plattform von PokerStars an Online-Poker und Online-Casinospielen teilgenommen. Insgesamt verlor er dabei rund 64.500€. Das Landgericht Wiesbaden kam zu dem Ergebnis, dass das Angebot in dieser Zeit nicht den deutschen Glücksspielvorschriften entsprach.

Online-Glücksspiel war lange Zeit verboten

Bis zum 30. Juni 2021 waren Online-Glücksspiele in Deutschland grundsätzlich verboten. Erst mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag wurde der Markt teilweise geöffnet. Allerdings dürfen Anbieter seitdem nur dann Glücksspiel im Internet anbieten, wenn sie über eine offizielle deutsche Lizenz verfügen. Nach den Feststellungen des Gerichts hatte PokerStars eine solche Genehmigung im relevanten Zeitraum nicht. Die Lizenz wurde erst im März 2023 erteilt.

Verträge deshalb rechtlich unwirksam

Das Gericht erklärte die Spielverträge zwischen dem Anbieter und dem Kläger daher für nichtig. Dadurch entstand ein Anspruch auf Rückzahlung der verlorenen Einsätze. In seiner Begründung stellte das Gericht außerdem klar, dass Online-Poker ebenfalls unter die Glücksspielregelungen des Glücksspielstaatsvertrags fällt.

Gericht sieht keinen Konflikt mit EU-Recht

Das Landgericht Wiesbaden betonte außerdem, dass das frühere Verbot von Online-Glücksspielen nicht gegen europäisches Recht verstoße. Die Regelung diene dem Ziel, Spielerschutz zu gewährleisten und Glücksspielprobleme einzudämmen. Damit reiht sich das Urteil in mehrere Entscheidungen deutscher Gerichte ein, die sich mit Verlusten aus Online-Glücksspielen ohne Lizenz beschäftigen.

FAQ

Warum muss PokerStars Geld zurückzahlen?

Das Gericht stellte fest, dass das Angebot im relevanten Zeitraum ohne deutsche Lizenz betrieben wurde.

Wie hoch ist die Rückzahlung?

Der Spieler erhält laut Urteil rund 64.500€ zurück.

Warum war Online-Glücksspiel in Deutschland problematisch?

Bis 2021 galt ein weitgehendes Verbot für Online-Glücksspielangebote ohne Lizenz.

Gilt Online-Poker rechtlich als Glücksspiel?

Ja. Das Landgericht Wiesbaden ordnete auch Online-Poker den Glücksspielregelungen zu.

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Matthias Friess

Matthias ist ein erfahrener Pokerautor mit einem tiefen Verständnis für Live und Online Poker. Er verfolgt internationale Turniere und analysiert aktuelle Trends der Pokerszene mit einem geschulten Blick. Seine Artikel bieten strategische Einblicke und fundiertes Wissen für Anfänger und Profis. Durch enge Kontakte zur Community bleibt er stets nah an den wichtigsten Entwicklungen. Zudem hat er erfolgreich an Live Poker Turnieren in deutschen Spielbanken teilgenommen und bringt dadurch wertvolle eigene Spielerfahrung ein.