
Mit gerade einmal 22 Jahren hat Lucas Jumalon das WSOP Main Event 2026 gewonnen. Der US-Amerikaner bezwang im abschließenden Duell den Finnen Lauri Saaskilahti und kassierte neben dem Weltmeister-Bracelet ein Preisgeld von $10.000.000.
Jumalon hatte den Finaltisch bereits als klarer Führender begonnen. Diesen Vorsprung verteidigte er über sämtliche Hände der letzten drei Turniertage. Seit Koray Aldemir im Jahr 2021 war es keinem Spieler mehr gelungen, als Chipleader in das Finale zu starten und anschließend auch den Titel zu holen.
Ein kometenhafter Aufstieg
Als das $10.000 Main Event am 2. Juli begann, standen für Jumalon lediglich $180.888 an bisherigen Live-Turniergewinnen zu Buche. Insgesamt meldeten sich 9.208 Spieler für das wichtigste Turnier der World Series of Poker an.
Nach elf intensiven Spieltagen stand Jumalon schließlich als Champion fest. Der Spieler aus Spokane im US-Bundesstaat Washington ist damit der zweitjüngste Main-Event-Sieger der Geschichte. Nur Joe Cada war bei seinem Triumph noch jünger. Gleichzeitig ist Jumalon der erste Spieler aus Washington, der den Weltmeistertitel gewinnen konnte, und der vierte US-amerikanische Champion in Folge.
Der Weg an die Spitze war allerdings nicht frei von Schwierigkeiten. Während der letzten Pause an Tag 7 hatte Jumalon mental mit dem Druck zu kämpfen. Seine Familie und Freunde fingen ihn auf, bevor ihm am Ende des Tages eine starke Kartenserie neuen Schwung verlieh. An Tag 8 übernahm er schließlich die Turnierführung.
Zwei Außenseiter erreichen das Heads-up
Trotz mehrerer erfahrener Profis am Finaltisch machten zwei Spieler mit vergleichsweise überschaubaren bisherigen Erfolgen den Titel unter sich aus. Jumalon traf auf Lauri Saaskilahti, der vor dem Main Event auf Live-Preisgelder von nur $138.000 gekommen war.
Ganz überraschend war das Wiedersehen für die beiden offenbar nicht. Bereits an Tag 5 hatten sie einen größeren Pot gegeneinander gespielt und anschließend darüber gescherzt, später gemeinsam im Heads-up zu sitzen.
Saaskilahti beendete das Turnier schließlich auf Platz 2 und durfte sich über $6.000.000 freuen. Er war zugleich der einzige Spieler, der Jumalons Führung am Finaltisch ernsthaft gefährden konnte.
Bevor das entscheidende Duell begann, eröffnete Vorjahressieger Michael „The Grinder“ Mizrachi die Partie mit dem traditionellen Kommando „Shuffle up and deal“.
Saaskilahti scheitert knapp am Führungswechsel
Zunächst bestimmte Jumalon auch das Heads-up mit aggressivem Spiel. Nach 14 Händen bot sich Saaskilahti jedoch die große Chance, das Kräfteverhältnis zu verändern.
Bei einem Big Blind von 4.000.000 erhöhte der Finne vom Button mit Ass-Zehn auf 10.000.000. Jumalon antwortete mit einem All-in und hielt dabei nur Ass-Neun. Saaskilahti überlegte rund eine Minute, bevor er seinen gesamten Stack von 131.000.000 riskierte.
Auf dem Flop trafen beide Spieler ein Ass, womit Saaskilahti dank seines besseren Kickers vorne lag. Die Neun auf dem Turn brachte Jumalon jedoch in Führung und bis auf eine Karte an den Titel heran. Der River komplettierte dann einen Flush für Saaskilahti. Der Finne gewann den Pot und rückte bis auf wenige Big Blinds an Jumalon heran.
Ein missglückter Hero Call bringt die Entscheidung
Saaskilahtis Hoffnung auf den Titel hielt nicht lange an. Kurz nach seinem Double-up entwickelte sich der größte Pot des Finaltisches.
Auf dem Board 4♣, A♠, K♠, J♠ und 6♠ befanden sich bereits 100.000.000 Chips in der Mitte. Jumalon setzte mit der Q♠ weitere 180.000.000 und übte damit enormen Druck aus.
Saaskilahti hielt J♦3♦ und verfügte lediglich über ein Paar Buben. Nach langer Bedenkzeit entschied er sich für einen Hero Call, da er Jumalon offenbar einen Bluff zutraute. Die Einschätzung erwies sich als falsch: Jumalon präsentierte seinen Flush und ließ dem Finnen weniger als zehn Big Blinds übrig.
Wenig später kam es zum letzten All-in. Saaskilahti ging mit Ass-Sieben leicht favorisiert gegen König-Sechs ins Rennen. Eine Sechs auf dem Flop und eine weitere Sechs auf dem Turn machten Jumalon jedoch zum Weltmeister.
Unterstützung von Familie und Freunden
Auf der Tribüne wurde Jumalon während des gesamten Finales von einer stetig wachsenden Gruppe begleitet. Dazu gehörten seine Eltern, seine Brüder, frühere Studienkollegen sowie die Pokerprofis Brandon Sunshine und Patrick Leonard. Leonard hatte den 22-Jährigen vor dem Finaltisch zusätzlich vorbereitet.
Jumalons Mutter Robin zeigte sich nach dem Sieg besonders stolz. Sie hatte darauf bestanden, dass ihr Sohn zunächst sein Studium beendet, bevor er sich vollständig auf Poker konzentriert. Im Mai machte Jumalon seinen Abschluss in Business Administration an der Grand Canyon University.
Konkrete Pläne für die $10.000.000 hatte der neue Champion unmittelbar nach seinem Erfolg noch nicht. Er wolle sich zunächst einige Tage Zeit nehmen und keine vorschnellen Entscheidungen treffen. Sportlich sieht Jumalon den Triumph hingegen nicht als Endpunkt: Nach eigener Aussage möchte er künftig auch als Botschafter für Poker auftreten.

Final Table Ergebnis:










