Doomswitch – muss Brian Townsend für seine Fehler bluten?

Die World Series of Poker startet am nächsten Freitag und deshalb verwundert es auch kaum, dass es in den letzten Tage kaum Action an den sonst gut besuchten High-Stakes-Tischen von Full Tilt gab.

Durrrr und Co. machen sich rar und jeder hat wohl einen triftigen Grund. In Iveys Terminkalender  steht an diesem Wochenende die Eröffnung seines „eigenen“ Pokerrooms im ARIA Resort & Casino. Sicherlich werden seine Kollegen aus den Nosebleeds bei der Eröffnung vorbeischauen, denn dort wird während der Zeit der WSOP das wirklich große Geld über den Pokerfilz wandern.

Ob sich Brian Townsend bei einer dieser Ultra-High-Stakes-Partien ein Stelldichein gibt, bliebt jedoch zu bezweifeln. Während Tom Dwan (3,2 Millionen) und Phil Ivey (2 Millionen) die großen Gewinner 2010 sind, scheint Townsend nichts mehr zu gelingen. Selbst auf den kleineren High-Stakes, wie etwa dem $50/$100-Limit, wandert das Geld zu den Gegnern. In diesem Jahr steht ’sbrugby‘ bei FullTilt laut HighStakesDB schon mit 2,7 Millionen in der Kreide. Damit sind seine gesamten Gewinne aus 2009 (rund 2,4 Millionen) weg und man munkelt schon, dass der Red-Pro-Spieler mit einem Doomswitch bestraft wurde.Townsend_Brian

Townsend wurde Ende letzten Jahres dieser Status für 30 Tage entzogen, weil er zusammen mit seinen Kollegen von CardRunners, Briant Hastings und Cole South, Datamining betrieben hatte, was gegen die Nutzungsbedingungen des Online-Rooms ist. Im Übrigen war dies nicht die erste Strafe für den Pro. 2008 nutze er einige Accounts, um in niedrigen Limits sein Spiel anonym zu verbessern. Für dieses Multiaccounting verlor er für ein halbes Jahr seinen Pro-Status.

Seitdem die jüngste Sperre aufgehoben wurde, scheint das Pech an Townsends Fingern zu kleben. Und nicht nur am Pokerfilz. Das CardRunners-Projekt hat ebenfalls einige Rückschläge einstecken müssen. StoxPoker, welches seit 2008 zu CardRunners gehörte, erlitt heftigen Imageschaden. So gab es einen Skandal um Trainer Jason Ho, der anscheinend in seinen kostspieligen Trainingseinheiten nicht gerade wertvolle Tipps gab. Das Ende für StoxPoker kam, als Noah ‚NoahSD‘ Stephen-Davidowitz beweisen konnte, dass Gründer Nick ‚Stoxtrader‘ Grudzien Multiaccounting betrieb.

Grudzien musste die Firma verlassen, die Marke StoxPoker verschwand von den Bildschirmen und die Website wurde mit CardRunners zusammengelegt. Nur einen Monat später, Ende April, verlies Cole South das CardRunners Team, um sich seinem Studium zu widmen, was ebenfalls für Wirbel sorgte.

In der gleichen Zeit litt Townsends Bankroll immer größere Einbußen. Den Januar beendete er mit einem verhältnismäßig kleinen Verlust von rund $300.000. Im Februar ließ er weitere 1,3 Millionen und im März folgten dann noch einmal mehr als $650.000. Ein marginaler Gewinn von $36.000 im April änderten nichts am negativen Gesamtbild. Es folgte eine Online-Schlacht gegen Ilari Ziigmund Sahamies mit einem Verlust von $480.000 und ein paar Tage später ließ er über $600.000 bei David Oppenheim, Cole South und Gus Hansen.

Es bleibt abzuwarten, ob sich Brian Townsend aus dieser Talfahrt retten kann. Im Jahre 2007 hat er schon einmal einen solchen Downswing durchlebt, ließ über drei Millionen an den Tischen und zog die Notbremse. Er cashte fast alles aus , hielt sich von den Pot-Limit Omaha High-Stakes fern und grindete sich in den Mixed Games zurück. Diesesmal wird es jedoch doppelt schwer, denn die Verluste für dieses Jahr ergeben sich aus Klatschen im Pot-Limit Omaha (gut eine Million) und beim HORSE (über 1,6 Millionen). Eventuell muss sich Townsend diesesmal ein neues Steckenpferd suchen.

Wie oben bereits erwähnt, startet die WSOP 2010 in den nächsten Tagen. Vielleicht kann sich Townsend in der Wüste von Nevada ein paar Gedanken zu seinem Spiel machen, ein paar übermütige Touristen schröpfen und den ein oder anderen Cash bei einem Event verbuchen. Seine Bankroll würde es ihm danken.

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