Poker on Doping – die leistungssteigernden Mittel der Pro`s und Amateure

Nur mit einer Flasche Wasser und etwas grünem Tee bewaffnet, sitzt Phil Laak nun bereits seit mehr als 24 Stunden an einem 10/ 20 Dollar-Tisch im Bellagio, um einen „78 Stunden Pokern am Stück“ – Rekord zu brechen (weiter unten könnt ihr Euch das im Livestream ansehen). Energy Drinks oder ähnliche Stimulanzien brauche er dafür nicht, so der Unabomber.

Besonders beispielhaft ist der straighte Phil damit nicht. Das besagt zumindest eine Studie, die nun in der angesehen Los Angeles Times erschienen ist. In ihr geht es um leistungssteigernde Mittel und ihren Gebrauch in der Pokerszene. Und das Resultat ist: nichts geht im Poker ohne die richtigen Pülverchen und Mittelchen. Kokain, Marijuana, Amphetamine, verschreibungspflichtige Medikamente, Energy Drinks, Guarana und diverse Koffein-Präparate – die Auswahl an Substanzen ist vielfältig, wenn einem nach 999 gefoldeten Händen wieder mal der Kopf abknickt. pills and drugs

198 Profis (25%), Semi-Profis (37%), Amateure (35%) und Gelegenheitsspieler (3%) mit einem Durschschnittsalter von 26 Jahren haben Forscher der Nova Southeastern University nach ihren Gebrauch von leistungs- und konzentrationssteigernden Mitteln befragt und das ist das Ergebnis: 28 % der befragten Personen (82 % Online-Spieler) bestätigten regelmässig verschreibungspflichtige Medikamente zu sich nehmen.

Die bei weitem populärsten Mittel zur Leistungssteigerung sind dabei  Amphetamine oder Dextroamphetamine, gefolgt von Benzodiazepines (Beruhigungsmittel), Hydrocodone (starkes Mittel gegen Schmerzen), and Methylphenidate (wird bei Kindern mit Aufmerksamkeits-Syndrom eingesetzt). Auf die Frage, wie die Mittel besorgt worden waren sagten 38%, von einem Arzt, 26% bekamen die Mittel von anderen Spielern, 26 % kauften sich die Substanzen von anderen Spieler und 10% nutzten das Internet. Doch nicht nur auf verschreibungspflichtige Medikamente vertrauten die Spieler offenbar. 71% nutzten permanent Koffein-Präparate, 51% tranken Energy Drinks, 34% rauchten Marijuana and 30% nutzten Alkohol. Darüberhinaus nahmen 46% Mittel wie Vitamin B-12 oder Guarana.

„In stundenlangen Partien, wo die Spieler teilweise über lange Perioden ihre Hände folden ist eine verbesserte Konzentration und Ausdauer ein spielentscheidender Faktor“ sagte Kevin Clauson, der Chef des Forschungsteams zu den Ergebnissen seiner Studie. „Es ist deshalb interessant zu sehen, wie dieses Thema in der Pokeröffentlichkeit unter die Decke gekehrt wird.“

Die vollständige Studie könnt ihr hier einsehen.


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