Wenn Praktikanten aus dem Nähkästchen plaudern…

31808_1283796466447_1576181671_30632115_5123016_nMein Name ist „Mary“. Nicht „Mary Jane“, sondern Marius Gärtner. Den Kosenamen erhielt ich von meinem Boss Henning Pohl, Hintergrund unbekannt. Als einer von zwei Praktikanten im Hochgepokert-Team gehe ich tagtäglich an mein Äußerstes, um die daheimgebliebenen Railbirds mit Futter zu versorgen. Da die Pokeraction in Vegas zwar wichtig, aber nicht alles ist, werde ich euch einen exklusiven Einblick „behind the scenes of hochgepokert“ geben.


Über unsere großräumige und luxuriöse Villa brauche ich wohl keine Worte mehr zu verlieren, da diese bereits in der Pokertodayfolge vom 01.06. zu bestaunen ist. Falls ihr euch aber dafür interessiert, was unser Pro Benjamin Kang den ganzen Tag treibt: Es ist mir teilweise selbst ein Rätsel, denn sein 50-qm-Masterbedroom steht seit Tagen leer, und Poker scheint bei ihm außer Mode gekommen zu sein! So viel steht fest: Ben scheint ein System gefunden zu haben, wie man kontinuierlich die Jackpots an den Slotmachines knackt! Da er anfänglich noch jeden Tag in die Villa kam, um uns von seinen fast unglaubwürdigen Winning Sessions an den Automaten zu berichten, bekam er von uns den Spitznamen Ben „Slotty“ Kang! Dies ging sogar soweit, dass er in unserem Lieblingscasino South Point an den 1-Dollar-Machines den größtmöglichen Gewinn von $5.000 abräumte! Ehre wem Ehre gebührt, und schon wurde er dort auf einem Bild verewigt, das wir auf jeden Fall noch nachreichen werden. Auch mein Kollege Andre ist mittlerweile im „Kang Bann“ und spielt, ständig die Melodie des Automaten singend, als Gambling-Ziehsohn von Ben sehr exzessiv „Wheel of Fortune“.

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Billiger Abend, teurer Abend

Die Feierei darf in Sin City natürlich auch nicht ausbleiben. So kam es, dass Mr. Kang an einem Donnerstagabend für unsere 7-köpfige Truppe im angesagtesten Club von Vegas namens „TAO“ einen Tisch reservierte. Kurz bevor wir nach längerem Anstehen endlich drin waren, stellte er noch einmal sein gnadenloses Automatengeschick im Venetian Casino unter Beweis: 20 Dollar rein, ein paar Spins später und schon waren $1.000 gewonnen sowie der Abend gesichert. Im Club selbst bekamen wir einen Tisch in einem abgetrennten Bereich, wie es sich eben für Highroller, mehr oder minder, gehört. Die Bedienungen dort wurden offensichtlich alle direkt vom Laufsteg abgeworben, um die solventen Gästen zu noch mehr Konsum anzuheizen. Ben zeigte sich von seiner großzügigen Seite und bestellte für die ganze Mannschaft diverse Flaschen von edelstem Alkohol, Betrag unbekannt. Noch bevor man sich selbst nachschenken konnte, kam schon eine der aufreizenden Damen an, um diesen Job zu übernehmen. Natürlich haben wir alle zu den feinsten Beats und mit den unsagbarsten Augenweiden geshaked. Plötzlich tauchte unserer Personal Assistant mit einer Riege von Frauen, ich nenne sie bewusst „Gold Digger“, auf, um uns einander bekannt zu machen. Es ist wahr, dass man sich in Las Vegas nicht mal um solche Dinge selbst kümmern muss! Natürlich waren mit leeren Flaschen auch die Damen wieder verschwunden! Der Abend endete damit, dass einer unserer Jungs auf die glorreiche Idee kam, im Eifer des Gefechts an einem der teuren, herabhängenden Kronleuchter „herumzuschrauben“. Die Securities fanden das weniger amüsant, sodass besagter Kollege kurzerhand des Clubs verwiesen wurde.



Race against time

Mobil sind wir in Vegas auch, da wir jeden Tag ca. 15 Minuten bis zum Rio fahren. Leider musste Henning seinen geliebten PT Cruiser gegen einen Ford Focus eintauschen, da dieser aufgrund der verdächtig quietschenden Bremsen einer tickenden Zeitbombe glich. Ben lässt es da eher gediegener angehen, da er sich für den Aufenthalt einen stattlichen Mustang Cabrio zugelegt hat. Eines Abends gab es sogar ein Rennen zwischen den beiden, welches der vollgeladene PT Cruiser nicht zuletzt wegen der angebrachten Deutschlandfahnen klar gewann!


Prominenz im Haus

Nicht vorenthalten möchte ich euch auch den Grillabend auf unserer Terrasse mit den Gästen Michael Keiner, Jonas „Schorfi“ Schorfheide, Christopher „the Highroller“ von Pokerstars, dem Kollegen Robert Werthan und dem Rest des Schützenfestes. Zuvor die halbe Fleischtheke bei Walmart leergekauft, gab es verschiedene Steaks, die unser Quotenösterreicher Martin „Gigolo“ eigenhändig marinierte. Auch wenn sie mit den Fußballkünsten noch etwas zu wünschen übrig lassen, so haben unsere Nachbarn doch mächtig Ahnung von der Haute Cuisine, „bist du deppad!“. Nach dem Dinieren kam es dann zu illustren Gesprächen, in denen uns Doc Keiner a.k.a. „Mr. Blood Diamond“ von seiner Zeit zwischen Ärtzedasein und Pokerprofi als Diamantenhändler erzählte. Aber auch als Werthan Erlebnisse seiner 6-wöchigen Reise durch Südamerika zum Besten gab, hörten alle gespannt zu. Zu Recht, denn schließlich hauste und arbeitete er mit echten Guerillakämpfern im Krisengebiet! Locker freche Worte kamen zwischendurch, wie kann es anders sein, von keinem Geringeren als von „Schorfi“. Er betonte immer wieder, wie viel sich die Wohn-, Ess- und Trinkbedingungen im Vergleich zum vorigen Jahr verbessert hätten! Ganz zu schweigen von der transpirierenden Anja… Dabei war immer noch die Hassliebe zwischen ihm und dem „Draufstellfuchs“ Henning zu spüren. Die beschwingte Runde fand ihr Ende dann im Rio, als wir alle den Deutschen Moritz Schmejkal (wir nennen ihn nur „Ernst“) im finalen Heads-up des $10.000 Heads-up Championship No-Limit Hold‘em anfeuerten. Wie sich ein Tag später herausstellte, leider ohne Erfolg!

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Eines kann ich versichern: Es geht mir richtig gut in Vegas, auch wenn die Swings im Cashgame nicht immer zu meinen Gunsten ausfallen!


Gambelnde Grüße

Marius

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