Die November Nine im Porträt – Michael Mizrachi

Michael_Mizrachi_EOD3_ChipleaderMichael Mizrachi ist wohl der einzige unter den November Nine, den man nicht groß vorzustellen braucht. Geborenen 1981 in Miami, Florida ist er der mit Anstand bekannteste Spieler am Final Table des diesjährigen Main Events.

Der Grinder, wie er in der Pokercommunity respektvoll genant wird, konnte sich bisher über sieben Millionen Dollar an Turniergewinnen erspielen und zählt für viele zu den besten No Limit Hold Em Turnierspielern der Welt. Dass er jedoch auch in praktisch allen anderen Varianten ausgesprochen sattelfest ist, bewies er nicht zuletzt durch seinen Sieg bei dem mit einem Buy In von $50k teuersten Event der diesjährigen WSOP, der Poker Players Championship. Er triumphierte bei diesem 8-Game Mixed Event über eines der stärksten Teilnehmerfelder überhaupt und kassierte dafür die schöne Summe von über 1,5 Millionen Dollar.

Geld, dass er verdammt gut gebrauchen konnte. Denn Michael hatte kurz vor der WSOP mächtig Ärger mit den amerikanischen Steuerbehörden. Der Fiskus warf ihm vor, für die Jahre 2006 und 2007 keine Einkommensteuer bezahlt zu haben und wollte auf einen Schlag fast 400.000 Dollar vom Grinder. Kurzfristig sah sich der Sohn iranischer Juden sogar mir einer Zwangsversteigerung von zweien seiner Häuser konfrontiert, was dann aber glücklicherweise doch abgewendet werden konnte.

Liquiditätsprobleme dürfte Michael derzeit keine mehr haben, schließlich hat er als November Niner schon über 800.000 Dollar sicher. Obwohl der Grinder mit 14,45 Millionen an Chips nur den dritt kleinsten Stack vor sich stehen haben wird, gilt er für viele ob seiner Spielstärke als Favorit auf den Sieg im November. Sollte es ihm wirklich gelingen, nach seinem Triumph bei der Poker Players Championship auch noch das Main Event zu gewinnen, würde er seiner ohnehin schon ausgesprochen guten Reputation eine weitere Legende hinzufügen.

Doch eigentlich hätte alles ganz anders kommen können. Denn Michaels ursprüngliche Lebensplanung hatte recht wenig mit Poker zu tun, er wollte Arzt werden. Am College entdeckte er jedoch das Pokerspiel für sich und die Geschichte nahm ihren Lauf. Er begann mit $10 Sit and Goes und grindete sich – daher der Spitzname – innerhalb kürzester Zeit hoch auf die High Stakes mit Blinds $100/$200. Spätestens hier wurde dann der Plan Arzt zu werden verworfen und Michael verließ das College, um sich in Zukunft ganz den Karten zu widmen. Eine Entscheidung, die sich aus heutiger Sicht als goldrichtig erwiesen hat.

Poker liegt bei den Mizrachis eben einfach in der Familie. Denn auch Michaels drei Brüder Robert, Eric und Daniel spielen es erfolgreich und schafften es alle drei beim diesjährigen Main Event ins Geld. Ein in der langen Geschichte der WSOP einzigartiger familiärer Erfolg. Sogar Michaels Frau und Mutter seiner zwei Kinder, Aidiliy spielt in der Zwischenzeit Poker.

Davon, dass der Grinder nicht nur ein verdammt guter Pokerspieler, sondern auch ein ausgesprochen sympathischer Zeitgenosse ist, könnt ihr euch in der untenstehenden Pokertoday Sendung überzeugen. Kurz nach seinem Sieg bei der Poker Players Championship stand uns Mizrachi nämlich Rede und Antwort. Viel Vergnügen!


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