Der (tiefe) Fall des Gustav Hansen

ikarosAls vor wenigen Jahren die High Stakes Partien auf Full Tilt richtig populär zu werden begannen,  war es dort – neben Phil Ivey und Patrik Antonius – vor allem ein Mann, der immer wieder für Furore und atemloses Staunen sorgte: Gus Hansen.

Der dänische High Roller war und ist auf Limits, auf denen wohl so aggressiv wie sonst nirgends gespielt wird, der Aggressor unter den Aggressoren und sorgte immer wieder dafür, dass tausenden Railbirds aus aller Welt der Mund vor Staunen offen steht. Er spielt looser als loose und böse Zungen gehen sogar soweit zu behaupten, dass es eigentlich keine Hand gibt, die Hansen nicht spielen würde. Seit Jahren fragen sich viele schon, wie dieser Spielstil, mit dem Normalsterbliche schon auf NL2 broke gehen würden, überhaupt gut gehen kann. Nun ja, vielleicht tut er es gar nicht.

Denn der Great Dane ist mittlerweile in einen Kreis aufgestiegen, zum dem wohl niemand gerne zählt. Nämlich zu dem der größten Verlierern auf Full Tilt. Rund 8,1 Millionen Dollar ist der Gus auf den Sky High Stakes insgesamt in den Miesen und es scheint fast so, als könne er diesen Negativtrend einfach nicht umkehren. Seit April 2009 geht es für den Dänen  konstant nach unten und es vergeht kaum ein Monat, dass er nicht mit einen massiven Verlust abschließt. Sollte er doch einmal eine Gewinnsession einfahren, dauert es meist nicht länger als einige Wochen, bis er das Geld auch wieder unter seinen Gegnern verteilt hat.

So auch jetzt. Denn nachdem Gus in diesem Jahr bisher zumindest halbwegs breakeven war, läuft es im August wieder richtig mies für ihn. 1,5 Millionen Dollar hat er seit Beginn des Monats schon verloren und auch die letzte Nacht hat er wieder mit einem Minus abgeschlossen. Langsam wirft sich für viele Beobachter seines Spieles die Frage auf, ob der arme Gus einfach nur einen besonders bösen und langwierigen Downswing erwischt hat, oder ob die hohen Verluste einfach seinem überloosen und überaggressiven Spielstil zuzuschreiben sind. Es fällt jedenfalls auf, dass wenn Gus an einem Tisch der Sky High Stakes Platz nimmt, dessen Warteliste sich binnen Minuten füllt. Selbst Spieler, die eigentlich 1-2 Limits weiter unten beheimatet sind, geben sich eine edge auf den Dänen und wollen gegen ihn ran. Bumhunting auf ganz hohem Niveau also.

Wenn Gus Hansen nicht aufpasst und schleunigst den Turnaround schafft, wandelt er eventuell bald auf ähnlichen Pfaden wie Guy Laliberte. Der Gründer des Cirque du Soleil ist nämlich der mit Abstand größte Verlierer alle Zeiten auf den Sky High Stakes und dropte dort weit über 15 Millionen Dollar. Wie viel genau, wird man wohl nie erfahren, da der Kanadier gleich mit mehreren Accounts sein Geld unter die Leute brachte. Rechnet man jedoch alle Accounts, die Laliberte zugeschrieben werden zusammen, kommt man sogar auf über 20 Millionen. Sorgen muss man sich jedoch keine um den Kanadier machen, schließlich verfügt er als mehrfacher Milliardär doch über eine nahezu unbegrenzte Bankroll.

Wie sich die Sache bei Gus Hansen verhält, weiß ebenfalls niemand so genau. Zwar ist der Däne noch weit von solch immensen Verlusten entfernt, doch anders als beim Kanadier, werden in seinem Fall die ersten Stimmen laut, die fragen, wie viel Kohle der Great Dane denn eigentlich noch so in der Hinterhand hat. Man kann nur hoffen, dass es ihm gelingt, den Negativtrend umzukehren und zumindest für dieses Jahr wieder in die Gewinnzone zu kommen. Wir halten euch auf dem Laufenden!

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