Übernahmegerüchte um Bwin.Party – Steve Wynn und William Hill im Gespräch

Seit im März Bwin und Party Poker zu Bwin.Party Digital Entertainment fusionierten, läuft es für den Großkonzern nicht besonders gut an der Börse. Die Aktien fielen und der Kurs rutschte auf fast die Hälfte ab. Am Montag kamen jedoch Gerüchte auf, die den Wert der Papiere hochschraubten und auch gestern noch weiter nach oben trieben.

Wynn Resorts soll an einem Kauf interessiert sein. Der US-Konzern stand vor dem Black Friday in engen Verhandlungen mit Branchenprimus PokerStars und scheint sich nun neu zu orientieren. Wie die aktuellen Entwürfe zur Marktregulierung vorsehen, werden nur Firmen, die bereits eine Glücksspiellizenz innehalten, einen Platz am neuen Online Markt bekommen. Daher gehen Onlineanbieter und ‚Festland Casinos‘ Kooperationen ein, um gerüstet zu sein.

Sollte Milliardär Steve Wynn natürlich in seine Brieftasche greifen und mit Bwin.Party ein großes Pokernetzwerk einfach aufkaufen, wäre dies für Wynn Resorts eine bequeme Lösung. Zumal Party Poker auch im Besitz der World Poker Tour ist und somit eine Art ‚Poker Business rundum sorglos‘-Paket bildet. Allerdings soll Wynn Resorts nicht der einzige potentielle Käufer sein.

Gerüchten zufolge sollen auch die Buchmacher von William Hill ein Auge auf Bwin.Party geworfen haben. Jedoch muss auch ganz klar gesagt werden, dass Bwin bisher immer der Aggressor war und mögliche Verhandlungen so zu keiner leichten Übernahme führen.

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Der amerikanische Online Glücksspielmarkt steht kurz vor der Regulation und die Politiker und Lobbyisten versuchen ihre Interessen zügig durchzusetzen. Aufgrund der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen in 2012 sowie der desolaten Wirtschaftslage wird eine schnelle Regulierung des Marktes erwartet.

Vielmehr stellt sich nicht die Frage, ob der Markt zügig reguliert wird, sondern wer der Erste ist, der seinen Entwurf durchboxt. In Kalifornien hat die California Online Poker Association (COPA) bereits Annoncen geschaltet und wirbt mit massiven Einnahmen, um die Skeptiker zu überzeugen. „Online Poker würde Kalifornien direkt 250 Millionen und zukünftig weitere Milliarden einbringen.“ so COPA-Sprecher Ryan Hightower.

Die COPA wird unter anderem durch die Casinobetreiber der Morongo and San Manuel bands of Indians finanziert und hat Mitte Juni einen Vertrag mit Sciplay (Anm.: iPoker Netzwerk) unterzeichnet. Sobald das nötige Gesetz verabschiedet wäre, könnte die COPA direkt loslegen.

Während bei den Intra-State Lösungen der US-Bundesstaat Kalifornien den vielversprechendsten Entwurf präsentiert, gibt es auf nationaler Ebene bisher zwei heiße Kandidaten auf eine Regulierung. Die Barton Bill (The Online Poker Act of 2011;  H.R.2366) wurde bereits vorgestellt und wird von mehr als 20 Senatoren befürwortet.

Die American Gaming Association (AGA) will ihren Entwurf, der von Jay Rockefeller (Rockefeller Internet Poker Bill) präsentiert werden soll, demnächst ins Rennen schicken. Der Interessenverband der Glücksspielwirtschaft hat sich in diesem Jahr mit mehr als 1,2 Millionen an Lobbygeldern richtig ins Zeug gelegt, um Online Poker bei den Politikern beliebt zu machen.

Nach dem Black Friday wittert die Glücksspielindustrie einen zweiten Goldrausch und jeder will sich seine Claims abstecken. Es bleibt spannend, welche Konzerne sich zusammenschließen, welche Firmen aufgekauft werden und welches Gesetz den Markt wieder öffnet.

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