Der Ivo Donev Blog: Strategien bei NL Holdem Poker Turnieren

Hallo liebe Pokerfreunde,

ich muss zugeben, dass ich in der letzten Zeit bevorzuge, eher Live- sowie Online-Pokerturniere als Cash Games zu spielen. Pokerturniere machen mir mehr Spaß und ich denke, dass die Vorteile, besonders bei den Deep Stack Turnieren, grösser sind.

Für mich sind die interessantesten Online-Turniere bei win2day

a) am Dienstag um 20.45 Uhr die CAPT Qualifikation mit 218€ Buy in

b) am Sonntag um 20.00 Uhr das big Sunday mit 109€ Buy in und 15 000€ Preispool garantiert

Am 11. September 2011 gibt es das Big Sunday-Bounty-Turnier. Wer mich aus diesem Turnier herauswirft, bekommt eine Extraprämie von EUR 250!

c) Ich liebe besonders die Summer-Night-Turniere mit 25 € Buy in (5 Rebuy+1 Addon – 5000 Startchips, Startlevel 10/20) mit sage und schreibe 40 000 EURO garantiertem Preispool! Bei diesem Turnier starte ich automatisch mit Rebuy und versuche, den Vorteil des größeren Stacks auszunützen. Meiner Meinung nach ist dies das beste Preis-/Leistungs-Turnier im Netz. Das nächste Summer Night Turnier ist am 4. September…

Weil ich diese Turniere oft spiele, habe ich folgende Vorteile entdeckt:

a) die Struktur ist sehr gut, 5000 Starting Chips und das erste Level 10/20, also M=166

b) das Niveau der meisten Spieler ist nicht sehr hoch. Es sind nur Österreicher gemeldet, darunter gibt es viele unerfahrene Spieler und auch einige Gambler. Das macht die Turniere noch attraktiver.

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Die Strategien, die ich bei diesen Turnieren verwende:

a) Aufgabe Nummer eins ist: Meinen Tisch gut zu beobachten. Folgende Fragen gehen mir durch den Kopf…

Mit welchen Karten hat der Gegner geraist und in welcher Position? Mit welchen Karten callt er ein Raise? Wie oft verteidigt er seine Blinds und so weiter. Über alle Informationen, die nützlich sind, mache ich mir Notizen und passe mein Spiel dementsprechend an.

Fazit: Je mehr Infos ich im NL Holdem habe, desto mehr erfahre ich über meine Gegner, und um so weniger Infos ich über mich preisgebe, desto besser ist dies für meine Strategien!

b) die normale Spielweise in der Anfangsphase eines Turniers ist, tight zu spielen.

Der Grund ist einfach: Die Blinds sind im Vergleich mit der Stackgröße viel zu klein. Es gibt noch keine Ante, darum ist es mathematisch positiv, wenn man nur gute Hände spielt.

c) allmählich mit dem Ansteigen der Blinds ändert sich mein Stil von tight aggressiv zu loose aggressiv.

Mit so einem Turnierstil habe ich bei win2day einige Male CAPT -Tickets gewonnen und diverse Finaltische erreicht.

Hier möchte ich meine Meinung über zwei grundsätzlich verschiedenen Spielstile erläutern, die ich oft live und auch beim Onlinepoker beobachte.

a) Da sind die Spieler, die geradliniges und solides Poker spielen, also nur mit guten Karten in das Spiel gehen. So ist es leicht zu spielen, man trifft viel weniger Entscheidungen, macht auch weniger Fehler. Grundsätzlich macht man kaum Bluffs und große Calls, die die Gegner bei aufdecken! Es kann sein, dass ein solcher Spielstil beim Cash Game erfolgreich ist, aber beim Turnier Poker führt eine solche Spielweise nicht zum Erfolg. Solche Spieler werden früher oder später ausgeblindet.

b) Der kreative und etwas loose- aggressive unberechenbare Spielstil

Man spielt viele Hände, macht viele Trick-Moves und hat viele schwere Entscheidungen. Der Bluff und Semibluff ist die Hauptwaffe! Viele skandinavische Spieler benutzen einen solch ähnlichen Turnierstil in Richtung Gus Hansen. Dieser Stil hat einen großen Vorteil: er erhöht extrem die Fold Equity beim Gegner und man gewinnt mit diesesm Stil viele Pots ohne Showdown, und genau auf das kommt es bei NL Holdem Tuniere besonders an!

Es ist leicht, solch einen Spielstil zu erklären und sehr, sehr schwer, diesen anzuwenden! Man braucht viele Jahre an Erfahrung und hunderte Turniere, bis man das Gespür hat, um solch einen loosen und aggressiven Stil zu erarbeiten und anzuwenden!

Für mich ist es keine Überraschung, dass immer wieder Spieler, die solch einen Stil anwenden, auf den vorderen Plätze bei großen Turnieren landen!

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Die kleinen Freitags-Turniere in Bregenz.

Nach der langen Abwesenheit im Sommer (einen Monat Las Vegas, eine Woche CAPT Velden) habe ich ab Ende Juli drei kleine Turniere im Casino Bregenz gespielt: Am 29.07 das 250€ Bounty Turnier, am 5.08 und 12.08 die 300€ Buy in Freezout. Hier am Bodensee sind im Sommer die Pokerturniere nicht sehr gut besetzt, ausgenommen die Bounty-Turniere, die immer am letzten Freitag des Monats stattfinden. Das Niveau ist nicht sehr hoch, weil manche Urlauber und Hobbyspieler aus der Schweiz kommen.

Beim Bounty-Turnier (70 Teilnehmer) habe ich 11 Bounty (je 50€) und den 1.Platz erreicht (knapp 4000€). Hier die Schlüsselhand, die ein großes Geschenk war:

Ich war mit rund 400 000 Chips im Heads-up gegen einen deutschen Spieler, Herr Dauber (circa 300 000 Chips).Die Blinds waren sehr hoch (10 000-20 000). Ich fand am Button J 7, eine Hand, mit der ich in Position billig den Flop sehen wollte. Ich callte und mein Gegner erlaubt mir freundlicherweise den Flop zu sehen: 7 5 2 Rainbow.

Na wunderbar! Im Heads-up Top Paar mit Jack Kicker ist eine starke Hand. Mein Gegner checkte und ich fand keinen Grund, ihm freie Karten zu geben, darum wettete ich etwa 22 000. Plötzlich schob mein Gegner alle seine Chips in die Mitte, All-in für circa 280 000. Ich war sehr verwundert, welche Hand er so stark spielen würde.

Straßen Draw, zwei Overcards, big Paar…

Obwohl ich mit meinem unbekannten und unberechenbaren Gegner mehrere Stunden an einem Tisch spielte, hatte ich in diesem Moment keine Ahnung, was er haben könnte. Schlussendlich dachte ich, dass ich in dieser Situation gegen viele Hände vorne liegen würde und callte. Er sagte „ guter Call“ und drehte AK um. Mein top Paar hat gehalten und so habe ich das Bounty Turnier gewonnen. Es ist nicht schwer zu erkennen, dass mein Gegner in diesem Spiel zwei Fehler gemacht hat.

a) vor dem Flop hat er mit AK nicht erhöht und dadurch einer schwächeren Hand ( J 7 ) den freien Flop gegeben

b) nach dem Flop hatte er ein gewaltiges Overbet mit Ass hoch gemacht, also no Paar no Draw, nur zwei Overkarten.

Am nächsten Freitag, den 5. August hatte ich den 2. Platz erreicht (Deal mit dem Erstplatzierten) und am 12.08 war ich kurz vor dem Final Table ausgeschieden.

Fazit: Je größer das Buy in eines Turniers umso besser sind deine Gegner, je kleiner das Buy in desto schlechter sind dein Gegner. Natürlich gibt es Ausnahmen. Beispielsweise bei der EPT Budapest 2008 mit 4300€ Buy in hatte ich an Tag 1 an meinem Tisch viele unerfahrene und schwache Spieler erwischt, schnell Chips akkumuliert und sogar den neunten Platz erreicht!

Ich habe geplant, demnächst das Main Event beim CAPT Kitzbühel und die Italien Poker Tour Nova Gorica zu spielen. Im Kings Casino Rozvadov spielte ich das Main Event (1500 EURO Buy-in) ohne auch nur eine Chance zu haben, trotzdem lernte ich wieder etwas Neues von Jeff Lisandro!

Am Ende ein Foto mit einer extrem verrückten Situation beim Poker, die ich an meinem Tisch in Las Vegas – Casino Golden Nugget erlebt habe! Vor dem Flop waren drei Spieler mit AA, TT, 99 All in und der Dealer brachte am Board 5 Karo (Flush), also Split Pot!

Ich freue mich auf Eure Kommentare, wenn jemand Fragen hat, diese bitte einfach als Kommentar posten!

Gute Karten wünscht Euch: Ivo ,,The Chessmaster“ Donev

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