Teamturnier win2day – Drei angesagte Siege – Casinos Austria und meine schräge Hommage

Pius Heinz, Johannes Strassmann, Daniel „Jungleman12“ Cates haben einfach recht! Und ich habe es sowieso schon immer gewusst. Ich war ja  schließlich auch schon früher da. Wien ist beste Pokerstadt der Welt, wenn man vielleicht von diesem Wüstenstädtchen jenseits der großes Teiches einmal absieht. Obwohl auch da müssten wir uns auch nicht verstecken. Wahrscheinlich hält Wien auch diesem Vergleich bald stand, außer man steht auf silikonisierte Cocktailkellnerinnen. Das haben wir hier nicht. Unsere Elfen an den Theken der Casinos sehen argumentativ auch großartig aus – aber alles nur Natur (selbstverständlich).  – Den großen und kleinen privaten Cardrooms habe ich bereits in so mancher Kolumne gehuldigt. Allerdings dieser Text wird eine kleine Hommage an die Casinos Austria. Das hat sich die Pokerabteilung um Stefan Gollubits einfach verdient, und die Dame am Support-Telefon von win2day sowieso. Als zweiter stellvertretender Kapitän im Hochgepokert.com Online-Team Österreich habe ich beim Einchecken, Registrieren, Passwort eingeben und überhaupt immer alles falsch gemacht, und konnte trotzdem nicht mitspielen. Doch am kommenden Sonntag gibt es den zweiten Bewerb im Rahmen des win2day Team-Turnier. Clara Kuefstein, Jimmy Peru und meine Wenigkeit werden unser bestes geben. Aktuell liegen wir auf Platz 55 und das geht gar nicht, schon alleine weil wir (noch) 25 Plätze hinter unserem direkten Mitbewerber gereiht sind. Das muss sich rasch ändern. Fehler hatte ich beim ersten Event garantiert keinen einzigen gemacht. Dazu hatte ich keine Gelegenheit, schließlich gelang es mir bis zum Ende des Turniers nicht meine Buttons zu bedienen. Nicht einmal der kompetente und freundliche Support konnte mir so akut helfen. Jetzt sind alle Probleme gelöst und den kommenden Sonntag geht es dann auch wirklich los. Alles andere als der Sieg interessiert mich nicht. Finaltisch wir kommen – wir brauchen die Punkte.

 Kurz erklärt für meine treuen deutschen Leser, win2day ist der nationale Online-Ableger der Casinos Austria. Ohne Wohnsitz in Österreich geht gar nichts, deswegen gibt es auch leider kein Hochgepokert.com Online-Team Deutschland bei diesem Bewerb.   – In der realen Welt gibt es zwölf Standorte des Casinos Austria. Alle Häuser verbindet ein auch in wissenschaftlichen Kreisen höchst beachtetes Phänomen. Jeder Gast benimmt sich tatsächlich so gut er kann und meistens noch deutlich besser. Auch die übelsten und zurecht landesweit gefürchteten Rabauken werden zu pflegeleichten guten Spielern, die höflich parlierend über die dicken Teppiche promenieren. Keine Ahnung, wie das funktioniert. Manipulieren uns die Innenarchitekten mit üppigen Ausstattungen, Blumenarrangements und dezent sedierenden Farben, oder stecken da ganz andere Kräfte dahinter? Selbst mir als ehemaligem Psychoten gelang es auch nicht ansatzweise einen ernsthaften Streit von welchem Zaun auch immer zu brechen. Noch nie hatte ich Hausverbot in den Casinos Austria. Keinen wie immer gearteten bösen Eintrag im Akt oder sonst irgendwelche Heldentaten, über die ich jetzt ein wenig schreiben könnte. Lange Zeit dachte ich schon, die Verantwortlichen würden irgendwelche den Benzodiazepinen verwandte Dämpfe durch die Klimaanlage pumpen, weil mir schien es fast so, also würde ich mich bereits beim Betreten des Foyers in einen neuen Menschen verwandeln. Mit mildem und ausgeglichenen Charakter und frei von jeglicher durchgeknallter Aggression. Allerdings auch die mildesten Psychopharmaka haben ihre bösen Halbwertszeiten. In einem Selbstversuch exklusiv für Hochgegepokert.com wagte ich folgendes Experiment. 

Wiener Innenstadt, Fußgängerzone. Die Frisur sitzt, die Scheine in der Tasche rascheln und alles fühlt sich normal an. So übel wie immer halt. Menschen hasten an mir vorbei und ich hasse sie alle. Ich hasse die schnellen Männer mit den flatternden Mänteln und den wichtigtuerischen Aktenkoffern. Ich hasse die arrogant flanierenden – mit oder ohne weiblicher Begleitung. Die Menschen biegen ab zum McDonalds und ich hasse sie, weil es doch auch genug von diesen Drecksläden draußen in der Vorstadt gibt. Die Menschen auf dem Weg in die teuren Restaurants hasse ich, weil ich tief im inneren ein Kommunist bin oder sein möchte. Zwar ein Kommunist mit Jaeger LeCoultre am Armgelenk, aber immerhin.  – Dann betrete ich das Palais Esterhazy und spätestens am Casino Checkin fällt alles Böse an mir ab und ich werde milde mit einem Hauch an Noblesse. „Sehr lieb, dass Sie mich fragen, aber Nein vielen Dank, ich will keine Begrüßungsjetons kaufen“. Dann hinauf in den ersten Stock zwischen Easy Holdem und Black Jack. Bekannte Gesichter, die mir freundlich zunicken und ich mit einem Grinsen irgendwo zwischen Prinz Charles auf der Moorhuhnjagd und Peter Tosh nach dem vierten Gutenmorgen-Joint. An der Bar bestelle ich ein Getränk. Nicht besonders kompliziert für meine Verhältnisse. Vielleicht entspricht  es nicht ganz dem Standard, auf „mittelgroßen Eiswürfeln“ zu beharren. Und die Bitte: „Nicht die großen schroffen, scharfkantigen Würfel, die machen mir Angst“  klingt vielleicht ein wenig spleenig. Das Eis extra zu bekommen gehört dafür durchaus ins Spektrum der erfüllbaren Gästewünsche. – Nach zwei Minuten steht die gewünschte Spirituose vor mir. Kein Eis extra, dafür steht mitten im Glas ein schroffer, scharfkantiger Rieseneiswürfel. Ich wende mich an das servierende Personal mit dem unfassbaren und für meine Verhältnisse unglaublichen Satz: „Das macht gar nichts. Vielen Dank“ und grinse still und nobel vor mich hin. Echt gruselig!  – Ich bin dann wieder hinaus auf die Straße und zehn Meter und zwanzig Sekunden später biegen bei der Oper zwei Männer um die Ecke, von denen nur einer einen Pelzmantel trägt. Und zwar diese Art übler Pelzmantel  für den sich sogar Prinz Marcus von Anhalt schämen würde als Schambefreiter. „Schau mich nur an  du braungebrannte Botoxfresse, und deinen hässlichen Freund hasse ich auch“ schoss es mir durch den Kopf. – Gott sei Dank war ich wieder so immer. Quasi normal. 

Letzten Sonntag habe ich mich dann beim Support gemeldet. Ohnedies verloren in der Windowswelt, unroutiniert auf dem win2day Client und brandwütend bis zum Anschlag. „Guten Abend Sie sprechen mit…….. Was können wir für Sie tun“.  Und da war er wieder dieser unerklärliche Casinos Austria Zauber in der win2day-Variation. Butterweich war ich nach der dritten Zusatzfrage. Ich wurde tatsächlich verstanden mit meinem Problem, dann wurde mir sachlich und pädagogisch wertvoll und vorwurfsfrei alles erklärt, was ich bei meinen Angaben falsch gemacht hatte. Dann gab es ein Versprechen, dass man sich mit dem „Pokermanager“ kurzschließen würde samt der Zusicherung einer weiteren telefonischen Rückmeldung, die dann auch tatsächlich eingelöst wurde. Ich war wieder komplett milde (und fast ein klein wenig verliebt). – Wie auch immer. Am kommenden Sonntag gibt es einen Generalangriff. Platz 55 ist 54 Plätze zu weit hinten für das Hochgepokert.com Online-Team Österreich. Jimmy Peru, Clara Kuefstein und ich werden bei unseren drei Turnieren das Maximum geben. Drei Siege müssen her. –  Ich bin optimistisch! 

Götz Schrage 

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