We play the BIG ONE – Teil 2: Peat, Laliberte, Katchalov, Newey und Ivey

Eine Million Dollar Buy In. Das teuerste Pokerturnier aller Zeiten. Nichts – auch das Main Event nicht – wird bei der WSOP 2012 soviel Aufmerksamkeit erzeugen wie das so genannte BIG ONE.  Wer hier spielt, geht in die Geschichte ein. Und wir stellen euch in der Hochgepokert.com Big One Serie jeweils fünf Teilnehmer vor.

David „Viffer“ Peat

Eine der schillernsten Persönlichkeiten der High Stakes Pokerszene ist sicherlich David Peat. Bereits vor zehn Jahren zog er von Ohio nach Las Vegas und hat sich dort zu einem der erfolgreichsten High Stakes Spieler entwickelt. Der großen Öffentlichkeit wurde „Viffer“, wie sich Peat nennt 2010 beim Party Poker Big Game bekannt. Dort demonstrierte er seinen ultra-aggressiven Spielstil und ging nach 48 Stunden als großer Sieger vom Platz. Spezialist ist Peat allerdings eher im Cash Game und das vor allem auch live. In Las Vegas gilt er in den $300/ $600 NLHE Partien als einer der gefährlichsten Haie. Seine Live-Turnier-Gewinne beschränken sich hingegen auch überschaubare 300.000 Dollar. Dabei ist der 2. Platz beim $5.000 Side-Event der Five Star World Poker Classic 2007 für $202.000 sein bestes Ergebnis und einer von lediglich drei Hendon Mob-Einträgen. Allerdings dürfte Peat im BIG ONE (wo bei vielen Teilnehmern die Stimmung ob des gewaltigen Buy Ins nicht gerade gelassen sein dürfte) einer der größten Bereicherungen für das allgemeine Entertainment sein. Er ist einer der Vielsprecher an Pokertischen und in Las Vegas als Party-Animal berühmt berüchtigt. Er liebt es durch die Clubs zu ziehen und geht als Ex-Profi im Billiard auch keiner teuren Pool-Partie aus dem Weg. 

Guy Laliberté

Wenn man von Guy Laliberte spricht, muss man mit Superlativen jonglieren. Der Kanadier hat es geschafft aus einer unbedeutenden Straßentheatergruppe, dem Cirque du Soleil (gegründet 1983) eines der erfolgreichsten Entertainment-Unternehmen der Welt aufzubauen. Mittlerweile ist er Milliardär, auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen des Erdballs Nummer 261 und Ehrendoktor der Université Laval (Quebec). Er ist als Tourist im Weltall gewesen (Kosten: 24 Millionen Dollar) und hat nun das teuerste Pokerturnier der Welt ins Leben gerufen. Und er hat der internationalen Pokerwelt wahrscheinlich mehr „Millionengeschenke“ gemacht, als irgendein Wal vor ihm. Allein 2007 und 2008 verbrannte er unter seinem Nick „LadyMarmalade“ auf den Online High Stakes fast 17 Millionen Dollar. Auch in diesem Jahr ist er unter dem Nick „Zypherin“ mit knapp drei Millionen Dollar Verlust der größte Loser. Laliberte ist außerdem in den teuersten Privat-Pokerpartien der Welt Zuhause und dürfte das BIG ONE völlig entspannt angehen. Ein bisschen Pokererfahrung hat er natürlich auch. Immerhin kommt sein vierter Platz beim WPT $25k Championship Event 2007 für ein Preisgeld von knapp 700.000 Dollar nicht von ungefähr.

Eugene Katchalov

Den Aufstieg zum Top Pro der Pokerwelt erlebte der in Kiew geborene Eugene Katchalov zusammen mit dem High Peak der Online-Revolution. Beim Doyle Brunson Five Diamond World Poker Classic gewann Katchalov 2007 den Titel und mit 2.482.605 Dollar das größte Preisgeld eines Non-Championship-Events der WPT bis heute. Katchalovs Eltern waren 1991 mit dem damals zehnjährigen Eugene nach Brooklyn, New York gezogen. Schon als 22-Jähriger spielte Katchalov professionell Poker und wurde im März 2011 nicht umsonst PokerStars Pro. Auf der Seite des Marktführers spielt er seitdem unter dem Nick „E.Katchalov“. Vorher war er dort unter „MyRabbiFoo“ unterwegs. Trotz mehrerer Cashes bei Turnieren der WSOP und EPT blieben Katchalov die ganz großen Siege bis zu Beginn des Jahres 2011 verwehrt. Doch dann besiegte er erst Daniel Negreanu im Heads Up des $100.000 Super High Roller der PCA 2011 und gewann 1,5 Millionen Dollar. Und nur wenige Tage später wurde er Runner up beim $10.000 High Roller – 6 Max Event für $131.920. Bei der folgenden WSOP gewann Katchalov beim Seven Card Stud-Turnier sein erstes Bracelet und nur wenige Wochen später bei der EPT Barcelona für seinen dritten Platz im Main Event 450.000 Dollar. Bis heute hat Eugene Katchalov mehr als sieben Millionen Dollar bei Live-Turnieren gewonnen und darf beim BIG ONE als einer der spielstärksten Teilnehmer gelten.

Paul Newey

Paul Newey ist unter den reichen Geschäftsmännern des BIG ONE ein echtes Young Gun. Mit erst 43 Jahren hat der Engländer aus Birmingham bereits ein stattliches Vermögen angehäuft. Bereits 2006 verkaufte er seine Kreditfinanzierungsfirma, Ocean Finance and Mortgages, die er 1991 mit nur 2.500 Pfund Startgeld gegründet hatte für 200 Millionen Pfund. Newey ist ein passionierter Casino-Besucher und in London vor allem den High Stakes-Spielern bekannt. Paul, der keinen Hendon Mob-Eintrag besitzt, ist außerdem ein bekannter Roulette High Roller. Im Casino in Birmingham wurde er berühmt, weil er einst drei Millionen Pfund gewann, daraufhin Eigentümer Stanley Leisure eine Profit-Warnung ausgeben musste und die Aktie daraufhin um 12 Cent absackte.

 

Phil Ivey

Lange Zeit war unklar, ob Phil Ivey am BIG ONE überhaupt teilnehmen wird. Der Black Friday und seine finanziellen Folgen auch für Phil Ivey, sowie die schmutzig verlaufene Scheidung von seiner Ehefrau Luciaetta hatten den immer noch besten Allround-Spieler der Welt wohl an der Nützlichkeit eines solchen Unterfangen zweifeln lassen. Doch die WSOP könnte für den achtfachen Bracelet-Träger kaum besser laufen. Fünf Final Table Teilnahmen bedeuten WSOP-Rekord. Und nirgends lässt sich das Bracelet eher holen, als in einem Event mit lediglich 48 Spielern. Und so erklärte eine der bestinformierten  Insiderinnen der Pokerszene, die 67-Jährige Wendeen H. Eolis heute: „Phil Ivey, der meist verehrte Poker-Star der Welt wird beim Million Dollar Buy-in Turnier der 43. WSOP dabei sein.“ Damit ist klar, dass das teuerste Pokerturnier aller Zeiten auch im pokertechnischen Sinne auf den Superlativ zusteuert. Denn Phil Ivey gilt als bester Allroundspieler der Gegenwart, wenn nicht als bester Allroundspieler aller Zeiten. Er hat mit Abstand das meiste Geld auf den Online High Stakes gewonnen, er ist mit 16,6 Millionen Dollar Zweiter der All Time-Money List hinter Erik Seidel. Er hat dem Milliardär Andy Beal das Fürchten gelehrt und gilt schon mit 36 Jahren als Mythos der modernen Pokerwelt. Wer das BIG ONE gewinnen will, muss zweifellos an BIG IVEY vorbei.

Hier geht es zu Teil 1 unserer Serie: Katz, Bright, Baldwin, Beal und Shak

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