Panikmache oder traurige Realität? Österreichische Poker Casinos vor großen Problemen!


Wien ist in Europa Poker-Hochburg. Nicht umsonst findet im Oktober das „Pokerfestival“ statt. WPT, Concord Million und die Alps Poker Tour warten. Doch schon bald könnte es sich ausgepokert haben. Die Regierung will einen Strich durch die Rechnung machen – Datum: 31.12.2012.

Für Kollege Götz Schrage ist es ein Schock. Als eine „mittelleichte Panikattacke“ bezeichnete er den Zustand, dem ihm gestern widerfahren ist. Denn ab dem 01.01.2013 soll es in ganz Österreich nur noch einen Standort zum Pokern geben. Eine Lizenz für nur einen Anbieter, der wiederum an nur einem festen Standpunkt Poker anbieten darf. 

Es klingt absurd, doch könnte dies bald Realität werden. Denn laut einem Bericht von spieler-info.at hat der Verfassungsgerichtshof Ende Juni beschlossen: ALLE „Poker-Casinos“ müssen per 31.12.2012 ihren Betrieb einstellen. Danach wird es nur noch eine Lizenz geben. Kaum vorstellbar, dass die Casinos Austria Poker Tour 2013 absagen muss, die Concord Million nach der zweiten erfolgreichen Ausgabe eingestellt wird und die WPT mitsamt dem „Big Game“ und seinen Top Stars nicht mehr im Wiener Montesino stattfinden. 

Wie Kollege Schrage bereits mitteilte: „In Österreich hat man den sympathischen Hang Dinge zu verschieben. Um ein Jahr, um ein weiteres Jahr und dann gleich mal um ein paar Jahre mehr. In meiner perfekten Wiener Welt dürften einfach alle Cardrooms offen bleiben. Die großen und die kleinen. Vielleicht könnte man ja diese gnadenlose Frist auf 31.12. 2014 verschieben und dann auf 2015 und dann…„. Aufgrund der Tatsache, dass österreichische Gesetzesentschlüsse immer wieder verschoben wurden, machten sich viele Spieler und Anbieter kaum Sorgen über den Beschluss. Es war kaum vorstellbar, dass die Regierung hier eine Änderung vornehmen würde, denn schließlich stehen damit auch tausende Jobs vor dem Aus. Als offene Frage im Raum bleibt nun stehen, was passiert, wenn bis zum 31.12.2012 keine Konzession für Poker vergeben wird. Ist es dann ab dem 01.01.2013 verboten und kann kein Live Poker mehr angeboten werden?

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Rechtsanwalt Dr. Dieter Böhmdorfer, von 2000-2004 österreichischer Justizminister, schrieb einen Kommentar zum Artikel „Poker-Casinos: Endgültiges Aus per 31.12.2012“. Er ist sich sicher, dass dieses Vorgehen gegen den Gleichheitsgrundsatz und die Freiheit auf Erwerbstätigkeit verstoßen würden.

Chaos im Pokerzirkus. Bisher ist nicht sicher, wie es mit dem Poker-Angebot in Österreich weitergehen wird. Während hier der Staat nur noch eine Lizenz anbieten will, kämpfen Eddy Scharf und hunderte Pokerspieler darum, dass in Deutschland Poker weiterhin als Glücksspiel gilt und somit keine Steuern zu zahlen sind. In Amerika hat ein Richter vor Kurzem Poker als „Skill Game“ anerkannt. Während international immer wieder über das Thema diskutiert wird, sind die bisher leittragenden immer wieder die Spieler und Angestellten, die um ihren Job fürchten müssen. 

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