Online Drogenimperium zerschlagen – Bitcoins als Zahlungsmittel

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Es war das eBay für Drogen. Und eine Spielwiese für Cyber Kriminelle. Die Online Handelsplattform „Silk Road“ galt jahrelang als größter virtueller Drogenumschlagsplatz und Hacker Treffpunkt. User konnten neben Heroin, LSD, Kokain und anderen Substanzen auch Hackersoftware zum Diebstahl von Passwörtern oder gestohlene Kreditkarteninformationen erwerben. Und nebenbei konnte man auch noch Auftragsmörder anheuern. Bezahlt wurde meist mit der Internetwährung Bitcoin, die auch von Pokeranbietern genutzt wird.

Anfang der Woche wurde das virtuelle Drogenimperium nun zerschlagen. US-Fahnder nahmen den mutmaßlichen Betreiber der Seite, Ross William Ulbricht am Montag in San Francisco fest und schalteten die Website ab. Zudem wurden rund $3.6 Millionen in Form der digitalen Währung Bitcoin beschlagnahmt. Daraufhin erlebte die Währung einen sofortigen Wertverlust, wie Reuters berichtete. Insgesamt wurden auf der Handelsplattform „Silk Road“ Geschäfte im Gesamtwert von 9.5 Millionen Bitcoins abgeschlossen, was umgerechnet rund $1.2 Milliarden entspricht.

Die digitale Währung Bitcoin wurde 2009 ins Leben gerufen und ist seitdem sehr beliebt bei Online Zahlungen im illegalen oder halblegalen Bereich. Da Banken und andere Zahlungsprozesse bei Bitcoin umgangen werden, gibt es quasi keine Bearbeitungsgebühren und die Währung kann anonym überall auf der Welt benutzt werden. Aufgrund dessen war Bitcoin auch schon immer sehr beliebt bei Zockern jeder Art und die Razzia in San Francisco könnte auch Auswirkungen auf Pokerspieler haben, die Seiten benutzen, auf denen mit Bitcoins bezahlt wird. WinPoker beispielsweise, ein Skin des iPoker Netzwerks, nutzt seit März diesen Jahres die digitale Währung. Switch Poker bietet seinen Usern bereits seit November 2011 Transaktionen in Bitcoins an und der Anbieter SealsWithClubs arbeitet ausschließlich mit der Online Währung.

Nach der Aktuellen Razzia erlebte Bitcoin einen herben Wertverlust. Der Betreiber von „Silk Road“ muss sich nun einer massiven Gefängnisstrafe stellen, nachdem gegen ihn bereits seit 2011verdeckt ermittelt wurde. FBI Agenten gelang es 2012, dem Silk Road Betreiber Drogenhandel nachzuweisen. Bei Verkaufsverhandlungen in verschlüsselten Online Chats im Dezember 2012 bot er dem verdeckten Ermittler einen Käufer für ein Kilo Kokain an. Das FBI schickte im Januar 2013 ein Kilo „Substanzen mit einem nachweisbaren Anteil Kokain“ an die vereinbarte Adresse und der Käufer zahlte umgerechnet $27.000 in Bitcoins. Wegen dieses Geschäfts kann der Verdächtige nun wegen Drogenhandels angeklagt werden.

Doch das ist nicht der einzige Punkt in der Anklageschrift. Ende Januar 2013 fragte der Silk Road Betreiber den vermeintlichen Drogenschmuggler, ob er einen seiner Mitarbeiter umbringen könne. Einer der Administratoren war verhaftet worden und der Betreiber fürchtete, dass der Mann in Haft gegen ihn aussagt. Er bot $80.000 als Bezahlung für den Auftragsmord. Die getarnten FBI Beamten willigten ein und schickten gestellte Fotos der vermeintlichen Folterung und später ein Foto der vermeintlichen Leiche. Nach Erhalt der Fotos wies der Silk Road Betreiber die zweite Hälfte der vereinbarten Zahlung an. Nun muss er sich unter anderem wegen Drogenhandels, Geldwäsche und Anstiftung zum Mord vor Gericht verantworten.

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