Nitsche wird doch nicht Vater – ElkY in Wien dabei – Pokerspieler und das Phänomen der Paranoia

HGP112HGP112Musste soeben eine fast fertigt geschriebene Kolumne in den Papierkorb packen. Vielleicht meint der eine, oder andere meiner „hater, jeder meine Texte wäre im virtuellen Altpapier besser aufgehoben, aber selbstverständlich sehe ich das ganz anders. Mein Bankbetreuer und ich halten meinen Job bei der besten deutschen Pokerseite der Welt für ausgesprochen wichtig und sinnvoll. „Nitsche wird Vierter“ hatte mein Kollege K.Martzen getextet und ich hatte „Nitsche wird Vater“ gelesen. Ab jetzt gebe ich mir selbst Leseverbot am Smartphone. Dafür bin ich nicht smart und scharfsichtig genug. Mein schlauer Text zur frühen Vaterschaft mit pädagogischen Tipps und Tricks liegt jetzt auf Halde. Ich schreibe das aus Erfahrung und habe es für meinen Teil jedenfalls nicht bereut. Dominik Nitsche gratuliere ich allerdings ganz artig zum Vierten Platz bei der WPT Johannesburg und wende ich mich so gezwungenermaßen in dieser Kolumne einem anderen Thema zu. 

Vorab noch ein paar abschließende Bemerkungen zu meinem Casting-Aufruf. Hier nachzulesen für Spätentschlossene. Bis Donnerstagabend 23.59 Uhr kann man noch sein Foto einsenden und meine Daumen sind selbstverständlich gedrückt. Wie erwähnt, alles Wichtige zu den Werbeaufnahmen für Stetson Europa habe ich ja bereits ausführlich erklärt, aber es gibt noch ein kleines Update. Jetzt hat auch noch Bertrand Grospellier aka „ElkY“ zugesagt. Der Gewinner des Castings wird sich also neben einer bezahlten Reise nach Wien und einem Abgeltungshonorar in der Höhe von €500, über eine Zusammenarbeit mit Sandra Naujoks, Jan Heitmann und ElkY freuen dürfen. Mal ganz abgesehen von meinen Fotos selbstverständlich. Ich freue mich jedenfalls und hoffe damit einen weiteren treuen Leser meiner Kolumne persönlich kennenzulernen. 

545752_3575502067702_2068538515_nKommen wir jetzt nach dieser pompösen Einleitung zum eigentlichen Thema. Langsam hege ich so meine Zweifel, ob wir Pokerspieler nicht doch schleichend verblöden. Quasi Opfer der geistigen Feinstoffbelastung und noch zusätzlich geschädigt von unseriösen Anbietern und bösen Bad Beats. Stetes Gewohnheitskiffen kann angeblich paranoide Wesensveränderungen fördern. Das kann ich leider weder bestätigen, noch dementieren, weil ich strikt darauf achte, niemanden in meinem Bekanntenkreis zu haben, der sich mit illegalen Dingen beschäftigt. Poker ist ja zumindest semi-legal und da beobachte ich den Hang zum Verfolgungswahn trotzdem zweifelsfrei. Im konkreten Fall geht es eben um das besagte Casting für Stetson. Was mir da im Zusammenhang für Fragen gestellt wurden und mit welchen Kommentaren und Gedanken ich konfrontiert wurde, lässt mich doch mehr als nur ein wenig erschaudern. Und ich meine damit explizit nicht das kleine Grüppchen von minderbemittelten „hatern“, die sich seit Jahren an meiner Kolumne reiben. Von denen würde ich ja gar nichts anderes erwarten und wäre verwirrt, würde ich von denen etwas anderes lesen. Sorgen machen mir die einst so unbeschwerten und fröhlichen Bekannten, die mir jetzt sonderbare Fragen stellen, die tiefes Misstrauen gegenüber aller Art von Zusagen und Versprechungen durchblicken lassen. Man rechnet scheinbar mit allem, nur nicht damit, dass man bekommt, was oben drauf steht. Traurige neue Pokerwelt und wer ist schuld am Desaster? Wahrscheinlich ein paar Unternehmer, die sich mit Millionen von Spielergeldern abgesetzt haben und die miese Suppe des Misstrauens müssen wir jetzt alle auslöffeln. Wie geht es eigentlich Howard Lederer? Und hat Chris Ferguson den blasphemischen Mittelnamen „Jesus“ abgelegt, oder sich zumindest die Haare schneiden lassen? 

Falschspieler war man schon immer gewohnt. Mögen die technischen Möglichkeiten auch immer perfider und schwerer zu erkennen sein, das Phänomen Betrüger beim Poker gab es immer schon und im Endeffekt, konnte das unsere liebste Passion nicht entscheidend gefährden. Sicher auch nicht ganz neu, aber in der Dimension früher völlig unvorstellbar ist der betrügerische Anbieter. Seien es zurückgehaltene Kundengelder, direkte Manipulationen am virtuellen Tisch, bis hin zu nicht ausbezahlten Jackpots und absichtlich verwirrenden Treue und -Gewinnspielen. Jedenfalls, es muss etwas passieren. Ein neues Reinheitsgebot für den Pokersport muss her. Zugegeben, es fehlt mir noch der genaue Plan, aber ich habe wieder eine kleine Mission und werde versuchen meinen Beitrag zu leisten. Mindestens so wichtig sind kritische Leser und vor allen Dingen werden kritische und aufmerksame Pokerspieler gesucht. Ideen und Anregungen bitte in die Kommentarfunktion oder gerne auch direkt per Mail an mich: schrage@hochgepokert.deJedenfalls, es gibt viel zu tun und viel zu schreiben. Gehen wir es gemeinsam an. 

Götz Schrage 

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