Österreich – Der Finanzminister nimmt Online Glücksspiel ins Visir

Richter Gesetz LawWie die Online-Ausgabe der österreichischen Tageszeitung DiePresse.com berichtet, soll nun auch in Österreich schärfer gegen das nicht regulierte Online Glücksspiel vorgegangen werden. Am Anfang des Jahres wurde ein generelles Verbot des Automatenspiels in Wien durchgesetzt (Anm. d. Red.: Nur im staatlich lizenzierten Casino der Casinos Austria in Wien sind Automaten im Moment erlaubt), nun scheint der Finanzminister den riesigen grauen Markt der Online Glücksspiele im Visir zu haben.

Das Finanzministerium hat den Professor Stefan Schorr vom Institut für Öffentliches Recht und Politikwissenschaften der Universität Graz mit einer Studie beauftragt, wie man gegen illegale Anbieter am besten vorgehen könnte. Laut dem Fiskus sind derzeit alle Anbieter außer die staatlich lizensierten Angebote von win2day illegal, auch wenn diese eine Konzession oder Lizenz eines anderen EU-Landes besitzen.

Wie in Deutschland und den meisten EU-Ländern die an einer Regulierung des Online Marktes arbeiten oder bereits umgesetzt haben, steht offiziell der Spielerschutz im Fokus, erst danach werden Themen wie neue Steuereinnahmen thematisiert. Laut der Studie wurden im letzten Jahr zwar 2,9 Mrd. Euro Einsätze getätigt, aber nur 132 Mio. Euro an tatsächlichen Bruttospielerträgen erwirtschaftet. Erst davon könnte der Staat Steuern erheben.

Ob nun in Österreich ähnlich wie 2006 in den USA der Geldtransfer zu ausländischen Online-Anbietern untersagt wird, oder wie im Nachbarland Ungarn eine IP-Sperre umgesetzt wird, bleibt noch offen. Für die Anbieter sind dies zwar keine besonders guten Nachrichten, aber wie man in Deutschland sieht können zwischen der Planung und Umsetzung neuer Glücksspielgesetzen viele Jahre vergehen. Ein Sonderfall in Österreich sind die Sportwetten, diese sind vom Glücksspielgesetzt losgelöst und somit legal. Wie nun Anbietern wie bet-at-home, bwin.party, 888, William Hill usw. untersagt werden soll Sportwetten anzubieten, wenn sie dieses nicht vom Casino und Poker Angebot trennen wird viel Spielraum für Diskussionen liefern.

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