All-In gleich All-Out: William Kassouf going south – und steckt sich die Chips lieber in die Tasche

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William Kassouf (c)Twitter/William Kassouf

Enfant Terrible William Kassouf macht wieder einmal von sich Reden. Allerdings nicht als Trash Talker, Angle Shooter oder Nervensäge – sondern womöglich als Betrüger am Pokertisch. Nachdem es zu einem kontroversen All-In-Pot im PLO Cashgame bei den Irish Open kam, mehren sich die Augenzeugenberichte … und auch so manche nicht ganz korrekte Spielwiese Kassoufs aus den letzten Tagen fällt jetzt einigen Kontrahenten wieder ein.

Was ist in Dublin passiert?

Am letzten Tag der PokerStars Irish Open in der Royal Dublin Society spielte William „The Werewolf“ Kassouf Pot Limit Omaha Cashgame, und zwar sehr shortstacked. Einigen Social Media Posts zufolge hatte sich Kassouf das Buy-In für das Cash Game geliehen, als der Brite am Turn mit seinem circa 300 Euro großen Stack all-in war – und zwar nahezu drawing dead. Als die Dealerin die Stacks in der Hand zählte und dafür Kassoufs counten wollte, soll dieser verschwunden gewesen sein – und zwar der Stack samt Kassouf. Auch die Suche nach ihm via Security blieb erfolglos.

David Lappin, der einer der größten Kritiker von William Kassouf ist, wozu er auch kein Blatt vor den Mund nimmt, retweetete einen Post von einem User namens Rob Finch, der via Videomessage zusammenfasste, was er am Tisch mit Kassouf erlebt haben will. Ein Twitter Account namens „Keith Littlewood“ gab zudem an, dass er einer der involvierten Spieler in der besagter Hand war. In einem Multiway-Pot soll Kassouf mit dem Top Set Asse ohne Redraw auf dem Turn all-in gewesen sein, während seine Gegner beide fertige Straßen, bzw. beide noch unterschiedliche Flush-Redraws zeigten. Auf seine Bitte hin, wurden zwei River gegeben, die beide Kassouf die Hand verlieren ließen. Die All-Ins waren lediglich mündlich announced worden, auf Vorschlag von Kassouf sollten die Stacks erst nach Ablauf der Hand gezählt und dann zugeteilt werden. Alls die Dealerin dann mit dem ersten SidePot fertig war und die Chips des 41-Jährigen zählen wollte, waren beide verschwunden.

Nicht Kassoufs erstes Vergehen!

Den meisten wird Kassouf als Bad Mouth des WSOP Main Events von 2016 in Erinnerung geblieben sein, einige haben aber auch abseits der Table Action schlechte Erfahrungen mit dem 41-Jährigen gemacht. So verlor der selbsternannte „King of Speech Play“ seinen Sponsoring Deal bei Grosvenor, als er Chip Palming beim Roulette betrieb.
Auch ein Stack, der aus einem Tag 1 Flight der Irish Open 2022 entfernt worden war, tauchte auf einmal zu Beginn von Tag 2 zwischen Chips von Will Kassouf auf.
Zudem fiel er auch durch das nachdrückliche Sammeln von Spenden für Charities auf, die es gar nicht gab, bzw. das Geld nie erhielten.
Auch will sich Hendon-Mob-Gründer Barney Boatmann daran erinnern, dass Kassouf jüngst in Dublin eine Cashgame Hand gespielt hat, in der er das €30-Raise nicht bezahlt, aber dennoch in der Hand geblieben ist.

Natürlich ist William Kassouf eine Gestalt im Poker, die extrem polarisiert. Dass es kein Spaß ist, mit ihm am Tisch zu sitzen, können viele Pokerspieler inzwischen bestätigen, genauso aber auch, dass er privat eine ganz andere und sympathische Seite zeigt.

Ob Kassouf in Dublin wirklich Chips vom Tisch gestohlen hat, die für ihn verloren waren, will die Pokercommunity natürlich jetzt wissen – und Rufe nach den Investigativ-Streamern Doug Polk und Joe Ingram werden laut. Gleichzeitig tauchen via Reddit und Co erste Memes zu dem Vorfall auf.

Zudem kommt natürlich die Frage auf, ob Kassouf, der neben dem Poker ein erfolgreicher Anwalt ist, es nötig habe Chips im Wert zwischen 30 und 300 Euro zu stehlen. Ob es sich hier also womöglich in erster Linie um eine unlautere Bereicherung handelt, oder womöglich um ein kleptomanes Krankheitsbild, oder Spielen unter Alkoholeinfluss, wird abzuwarten sein.

Sicher gibt es auch hier zwei Seiten der Geschichte. So stellen zum Beispiel die Pokerspieler Nikolay Ponomarev und Alex Zeligman, die zum Teil am gleichen Cash Game Tisch wie Kassouf saßen, die Situation ganz anders da.

Und auch Barney Boatman distanziert sich nach seinem schnellen Tweet von einer Vorverurteilung:

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