
Ein Spieler stirbt während einer privaten Pokerrunde, doch statt den Abend abzubrechen, bringen ihn die Anwesenden auf die Veranda und setzen die Partie fort. Genau diese makabre Geschichte erzählte Don Nelson, der am 9. August 2026 im Alter von 86 Jahren verstorbene ehemalige Basketballtrainer, einige Jahre vor seinem Tod.
Nelson war in den USA vor allem als langjähriger Coach in der NBA bekannt. Die National Basketball Association ist die bedeutendste professionelle Basketballliga der Welt. Nach dem Ende seiner Karriere zog Nelson nach Hawaii, wo er regelmäßig private Pokerrunden mit prominenten Gästen veranstaltete.
Mitspieler stirbt während der Pokerrunde
In einem 2023 veröffentlichten YouTube-Interview berichtete Nelson von einem Pokerabend, der etwa fünf Jahre zuvor stattgefunden haben soll. Während der Partie starb ein Mitspieler namens Greg Booth. Auch Hollywood-Star Woody Harrelson soll an diesem Abend mit am Tisch gesessen haben.
Das Spiel wurde nach Booths Tod jedoch nicht beendet. Nelson erklärte den übrigen Teilnehmern, dass der Verstorbene gewollt hätte, dass sie weiterspielten. Booth sei jemand gewesen, der sein Leben stets in vollen Zügen genossen habe.
Anschließend wurde der Tote laut Nelson auf die Veranda gebracht. Dort blieb er liegen, bis er abgeholt wurde. Zuvor steckte ihm jeder Mitspieler noch einen Pokerchip im Wert von $20 in die Tasche.
Für alle Beteiligten sei es ein Abend gewesen, den sie ihr Leben lang nicht vergessen würden, sagte Nelson rückblickend. Die Details des Vorfalls beruhen allerdings auf seiner persönlichen Erzählung und konnten nicht unabhängig bestätigt werden.
Prominente Namen an Nelsons Pokertisch
Don Nelson hatte sich nach dem Ende seiner Trainerkarriere 2010 auf der hawaiianischen Insel Maui niedergelassen. Dort gehörte Poker zu seinen regelmäßigen Freizeitbeschäftigungen. An seinen privaten Partien nahmen unter anderem Musiker Willie Nelson sowie die Schauspieler Woody Harrelson, Owen Wilson und Luke Wilson teil.
Mit Sänger Willie Nelson war der frühere Basketballcoach trotz des gleichen Nachnamens nicht verwandt. Am Pokertisch ging es dennoch ausgesprochen freundschaftlich zu – und teilweise um beachtliche Beträge.
In einem Interview aus dem Jahr 2018 verriet Nelson, dass die Pots bei seinen Games auf $2.000 bis $3.000 anwachsen konnten. Vor allem Willie Nelson sorgte demnach für reichlich Action. Der Sänger habe praktisch keine Hand gefunden, die ihm nicht gefiel, und nahezu jedes Mal erhöht.
Auch Woody Harrelson spielte laut Nelson ausgesprochen offensiv, wurde von ihm allerdings als schlechter Kartenspieler eingeschätzt. Owen Wilson stellte sich in den Runden offenbar geschickter an.
Auch Erik Seidel erinnert sich an Nelson
Nach Nelsons Tod meldete sich auch Poker Hall of Famer Erik Seidel zu Wort. Der zehnfache WSOP-Braceletgewinner berichtete auf X von einer zufälligen Begegnung während eines Familienurlaubs auf Hawaii.
Nelson habe Seidel zwar nicht aus der Pokerszene erkannt, sei aber ausgesprochen freundlich gewesen. Er zeigte ihm sogar sein privates Pokerzimmer.

Vom NBA-Champion zum Gastgeber privater Poker-Games
Bevor Nelson auf Hawaii zum Gastgeber prominenter Pokerrunden wurde, gehörte er über mehrere Jahrzehnte zu den bekanntesten Persönlichkeiten des US-Basketballs. Als Spieler gewann er mit den Boston Celtics fünf NBA-Meisterschaften.
Später arbeitete er 31 Spielzeiten als Trainer und betreute unter anderem die Golden State Warriors und die Dallas Mavericks. Mit 1.335 Siegen belegt er bis heute den zweiten Platz in der ewigen Trainer-Bestenliste der NBA. 2012 wurde er in die Basketball Hall of Fame aufgenommen.
Für Pokerfans bleibt Nelson jedoch auch wegen seiner ungewöhnlichen privaten Games in Erinnerung. Keine Geschichte verdeutlicht das stärker als jener Abend, an dem ein Spieler starb – und die Karten trotzdem weiter ausgeteilt wurden.









