15 WSOP-Fakten, die selbst Hardcore-Fans überraschen dürften!

Die World Series of Poker ist längst weit mehr als ein Pokerfestival in Las Vegas. Seit 1970 schreibt die WSOP jedes Jahr neue Geschichten – und einige davon sind selbst für eingefleischte Pokerfans überraschend.

Der YouTube-Kanal Poker Bounty hat sich genau diese Geschichten vorgenommen. In seinem Video „50 Unbelievable Poker Facts That Will Change How You See the WSOP“ geht es durch mehr als fünf Jahrzehnte WSOP-Geschichte.

Wir haben 15 Fakten ausgewählt, die besonders kurios, historisch relevant oder für die Entwicklung des Pokersports entscheidend sind. Die restlichen 35 Fakten gibt es im vollständigen Video.

1. Die erste WSOP hatte gerade einmal sieben Spieler

Die heutige WSOP zieht jedes Jahr Hunderttausende Entries an. 1970 sah das noch ganz anders aus.

Bei der ersten World Series of Poker in Binion’s Horseshoe in Las Vegas waren gerade einmal sieben Spieler dabei: Johnny Moss, Amarillo Slim Preston, Sailor Roberts, Doyle Brunson, Puggy Pearson, Crandell Addington und Carl Cannon.Gespielt wurde zunächst ein No-Limit-Hold’em-Cashgame. Anschließend sollten die Spieler darüber abstimmen, wer ihrer Meinung nach der beste Spieler war.

Beim ersten Wahlgang stimmte jeder für sich selbst. Erst bei der zweiten Abstimmung wurde Johnny Moss zum ersten WSOP Main-Event-Champion gewählt. Ein klassisches Turnier mit Platzierungen und Payouts gab es also noch gar nicht.

Johnny Moss & Jack Binion (USA)

2. 1972 zahlte Benny Binion die Hälfte des Main-Event-Buy-ins

Heute sind $10.000 für das WSOP Main Event eine feste Größe. Bereits 1972 wurde dieses Buy-in eingeführt und das Main Event als Freezeout gespielt. Damals nahmen allerdings nur acht Spieler teil.

Damit überhaupt genügend Stars an den Tisch kamen, übernahm WSOP-Gründer Benny Binion die Hälfte des $10.000-Buy-ins jedes Spielers. Die Teilnehmer mussten also effektiv nur $5.000 selbst aufbringen.

Aus heutiger Sicht ist kaum vorstellbar, dass der Veranstalter einen erheblichen Teil der Buy-ins selbst finanzierte, um das wichtigste Pokerturnier der Welt auf die Beine zu stellen.

3. Das Main Event war bis 1977 Winner-take-all

Eine der erstaunlichsten Veränderungen in der Geschichte des WSOP Main Events betrifft die Payout-Struktur. Bis einschließlich 1977 erhielt ausschließlich der Sieger Preisgeld.

Doyle Brunson gewann das Main Event 1977 mit einem Preisgeld von $340.000. Der zweitplatzierte Spieler ging dagegen tatsächlich mit $0 nach Hause. Die offizielle WSOP-Dokumentation führt für das Event 34 Entries und lediglich einen bezahlten Platz auf.

Erst ab 1978 wurde das Preisgeld auf mehrere Plätze verteilt. Ein Main Event, bei dem Platz zwei keinen Cent bekommt, wäre heute kaum noch vorstellbar.

Doyle Brunson (USA)

4. Das erste Poker-Satellite entstand bei der WSOP

Satellites gehören heute zum Pokeralltag. Spieler können sich für einen Bruchteil des Buy-ins einen Platz in großen Turnieren erspielen.

Die Idee dafür entstand laut der WSOP-Geschichte Anfang der 1980er-Jahre bei einem Cashgame in der Nähe des Main Events.

WSOP-Tournament-Director Eric Drache beobachtete eine Runde, in der ungefähr $10.000 auf dem Tisch lagen. Daraus entstand die Idee, das Geld stattdessen in ein kleines Winner-take-all-Turnier umzuwandeln. Der Sieger sollte einen $10.000-Platz für das Main Event erhalten.

Damit war das Grundprinzip des Poker-Satellites geboren und was damals als spontane Idee begann, ist heute ein zentraler Bestandteil des Turnierpokers.

5. „A Chip and a Chair“ geht auf einen WSOP-Comeback zurück

Eine der berühmtesten Redewendungen im Poker hat eine konkrete WSOP-Geschichte.

Jack Straus war beim Main Event 1982 scheinbar komplett ausgeschieden. Er war überzeugt, seinen gesamten Stack verloren zu haben und stand bereits vom Tisch auf.Dann bemerkte er, dass noch ein einzelner Chip hinter ihm lag. Weil Straus zuvor nicht verbal „All-in“ erklärt hatte, war dieser Chip weiterhin im Spiel. Er kehrte mit praktisch nichts an den Tisch zurück und startete anschließend einen unglaublichen Comeback-Lauf. Am Ende gewann Straus das Main Event.

Aus dieser Geschichte entstand die bis heute bekannte Pokerphrase „A Chip and a Chair“ – solange noch ein Chip und ein Sitz vorhanden sind, ist ein Turnier noch nicht vorbei. Die WSOP selbst bezeichnet das Comeback von Straus als eine der langlebigsten Geschichten ihrer Geschichte.

6. Stu Ungar war ein echter Underdog

Stu Ungar gilt als einer der größten Pokerspieler aller Zeiten. Sein erster Main-Event-Sieg im Jahr 1980 war dennoch alles andere als selbstverständlich.

Ungar wurde vor dem Turnier als massiver Außenseiter gehandelt. Er soll mit einer Quote von 100:1 als Longshot bewertet worden sein. Trotzdem gewann er das Main Event!

Noch bemerkenswerter: Das Heads-Up gegen Doyle Brunson dauerte nur ungefähr 15 Minuten. Ungar gewann anschließend 1981 erneut das Main Event und wurde damit zum ersten Spieler seit Johnny Moss, der den Titel verteidigen konnte. 1997 gewann Ungar schließlich ein drittes Mal.

Stu Ungar (USA)

7. Chris Moneymaker veränderte Poker für immer

Kaum ein Name ist so eng mit dem Pokerboom verbunden wie Chris Moneymaker. 2003 gewann der bis dahin weitgehend unbekannte Amateur das WSOP Main Event für $2,5 Millionen. Seine Qualifikation verlief allerdings etwas anders, als es häufig erzählt wird.

Moneymaker gewann zunächst ein $86 One-Table-Satellite auf PokerStars. Anschließend spielte er ein $650 Satellite, über das er sich schließlich den $10.000-Main-Event-Platz sicherte.

Dort setzte er sich gegen 838 weitere Spieler durch und wurde Weltmeister. Das Ergebnis war der sogenannte Moneymaker Effect: Poker wurde plötzlich für Millionen von Freizeitspielern interessant.

Der Main-Event-Sieg über Sam Farha gilt deshalb als einer der wichtigsten Momente der modernen Pokerhistorie. Die offiziellen WSOP-Daten führen für 2003 insgesamt 839 Entries und $2,5 Millionen für den Sieger aus.

Chris Moneymaker (USA)

8. Der Pokerboom ließ das Main Event explodieren

Wie massiv der Moneymaker Effect den Pokerboom beeinflusste, zeigen die Zahlen. Das Main Event entwickelte sich innerhalb weniger Jahre von einem großen Turnier zu einem Massenereignis:

JahrEntriesSiegerPreisgeld für Platz 1
2003839Chris Moneymaker$2.500.000
20042.576Greg Raymer$5.000.000
20055.619Joe Hachem$7.500.000
20068.773Jamie Gold$12.000.000

Die offiziellen WSOP-Daten dokumentieren diesen enormen Anstieg innerhalb von nur vier Jahren. Allein zwischen 2003 und 2006 verzehnfachte sich das Main-Event-Feld beinahe.

9. 2006 kamen 8.773 Spieler zum Main Event

2006 erreichte der Pokerboom seinen vorläufigen Höhepunkt.

Das Main Event zog 8.773 Entries an. Damals ein Rekord für das größte Pokerturnier der Welt. Jamie Gold setzte sich durch und gewann $12 Millionen. Damit stellte er gleichzeitig einen Preisgeldrekord für den Sieger des Main Events auf. Dieser Betrag sollte viele Jahre lang unerreicht bleiben.

Die Dimensionen waren für die damalige Zeit enorm: Tausende Spieler, riesige Turnierflächen und ein Preisgeld, das selbst im High-Stakes-Poker außergewöhnlich war.

10. Mark Newhouse wurde zweimal hintereinander Neunter

Diese Leistung dürfte selbst vielen erfahrenen Pokerfans bekannt sein, aber die Dimension wird oft unterschätzt.

Mark Newhouse erreichte 2013 den Final Table des Main Events und belegte Platz neun. Ein Jahr später gelang ihm das scheinbar Unmögliche erneut: Wieder schaffte er es an den Final Table. Und wieder wurde er Neunter.

Damit erreichte Newhouse in zwei aufeinanderfolgenden Jahren den Main-Event-Final-Table. Zusammengenommen musste er sich dabei durch mehr als 13.000 Spieler kämpfen.

Die WSOP bezeichnete ihn als einzigen Spieler, dem seit Einführung des „November Nine“-Konzepts 2008 zwei aufeinanderfolgende Final-Table-Auftritte gelungen waren. Noch kurioser: In beiden Jahren endete sein Lauf exakt auf Platz neun.

Mark Newhouse (USA)

11. Vier Mizrachi-Brüder cashen im selben Main Event

2010 schrieb die Familie Mizrachi WSOP-Geschichte. Michael, Robert, Eric und Daniel Mizrachi schafften es allesamt ins Geld des Main Events. Damit waren erstmals vier Brüder gleichzeitig im Main Event ITM.

Michael „The Grinder“ Mizrachi schaffte es dabei besonders weit und belegte Platz fünf. Er gewann $2.332.960. Für die Familie war es ohnehin eine außergewöhnliche WSOP. Michael gewann im selben Sommer zusätzlich die $50.000 Poker Players Championship.

Die vier Brüder gemeinsam im Geld des Main Events bleiben eine der außergewöhnlichsten Familienleistungen in der Geschichte der WSOP.

12. Das größte Live-Pokerturnier der Geschichte hatte 28.371 Entries

2019 feierte die WSOP ihr 50-jähriges Bestehen. Dafür wurde das $500 Big 50 veranstaltet und das Turnier sprengte sämtliche Dimensionen. Insgesamt kamen 28.371 Entries zusammen. Damit stellte das Big 50 einen damaligen Rekord für das größte Live-Pokerturnier der WSOP-Geschichte auf.

Der Prizepool lag bei $13.509.435. Femi Fashakin gewann das Turnier und kassierte $1.147.449. Interessant ist dabei vor allem das Buy-in: Fast 30.000 Entries kamen in einem $500-Turnier zusammen.

13. 2020 wurde die WSOP komplett auf den Kopf gestellt

2020 gab es keine normale Sommer-WSOP in Las Vegas. Die Live-Serie wurde aufgrund der Pandemie verschoben. Stattdessen wurden zahlreiche Bracelet Events online ausgetragen.

International lief die WSOP auf GGPoker. Insgesamt wurden dort 54 Bracelets vergeben. Das $5.000 Online Main Event von Stoyan Madanzhiev erzielte mit 5.802 Entries einen riesigen Prizepool, während das $50 Big 50 mit 44.576 Entries sogar den damaligen Rekord für das größte WSOP-Turnier aufstellte.

Auch das eigentliche Main Event wurde zu einem historischen Hybridformat. Es gab eine US-amerikanische und eine internationale Variante. Die beiden Sieger – Joseph Hebert und Damian Salas – trafen anschließend im Heads-Up in Las Vegas aufeinander.

Damian Salas setzte sich durch und wurde zum offiziellen 2020 WSOP Main-Event-Champion gekrönt. Eine solche Main-Event-Entscheidung hatte es zuvor noch nie gegeben.

14. 2020 gab es das größte WSOP-Turnier aller Zeiten – für nur $50

Noch ein Detail aus dem außergewöhnlichen Jahr 2020 verdient besondere Aufmerksamkeit. Das $50 Big 50 wurde online ausgetragen und zog unglaubliche 44.576 Entries an.

Damit war es das größte Turnier in der Geschichte der WSOP, zumindest gemessen an der Zahl der Entries. Der Kontrast könnte kaum größer sein: Das wichtigste Pokerfestival der Welt veranstaltete ein Turnier für gerade einmal $50 Buy-in und fast 45.000 Entries kamen zusammen.

Es ist ein perfektes Beispiel dafür, wie stark sich die WSOP inzwischen auch auf Online-Poker ausgedehnt hatte.

15. Michael Mizrachi gewinnt 2025 die zwei prestigeträchtigsten WSOP-Turniere

Den vorläufigen Höhepunkt dieser Zeitreise liefert Michael Mizrachi. 2025 gewann „The Grinder“ zunächst seine vierte Poker Players Championship. Anschließend setzte er sich auch im $10.000 WSOP Main Event durch.

Damit gewann Mizrachi in derselben WSOP zwei Turniere, die zu den prestigeträchtigsten Events des gesamten Festivals gehören. Für seinen Main-Event-Sieg erhielt er $10 Millionen. Außerdem wurde er während der WSOP in die Poker Hall of Fame aufgenommen.

Mizrachi schrieb damit eine der beeindruckendsten Geschichten der jüngeren WSOP-Historie.

Michael Mizrachi (USA)

Weitere WSOP-Fakten

Die 15 Fakten zeigen bereits, wie außergewöhnlich die Geschichte der World Series of Poker ist. Doch damit ist längst nicht alles erzählt.

Was ist beispielsweise mit Phil Hellmuths Wette um seine Haare? Warum gab es zeitweise Gold-Uhren statt Bracelets? Wie konnte ein Main-Event-Final-Table bei enormer Hitze im Freien stattfinden? Und warum verschwand ein Spieler während eines Main Events und erreichte trotzdem noch den Final Table?

Genau diese und viele weitere Geschichten hat Poker Bounty in seinem Video zusammengetragen.

50 Unbelievable Poker Facts That Will Change How You See the WSOP