
Laut neuer Berichterstattung waren zwei Online-Pokerseiten bereits vor dem verdächtigen Account Paul Gregg gewarnt worden. Eine der Plattformen sperrte das Konto, behielt 100.000 US-Dollar ein und erstattete betroffenen Spielern Geld; bei GGPoker führte ein späterer Hinweis zu einer Untersuchung. Der Fall wirft damit eine zentrale Frage auf: Wann erhielten die Anbieter Warnungen – und was folgte daraus?
Der Bericht von PokerNews vom Freitag, 2. Oktober 2026, greift Informationen des spanischen Pokerportals Poker Red auf. Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit einem Skandal, der sich laut bisheriger Berichterstattung über rund zwei Jahre erstrecken und etwa 30 High-Stakes-Spieler betroffen haben soll. Angreifer sollen über kompromittierte Drittanbieter-Software Zugriff auf Bildschirme von Online-Spielern erhalten und dadurch Hole Cards sehen können.
Paul Gregg wird als einer der Accounts genannt, gegen den sich der Verdacht richtet. Die Vorwürfe und die genaue Reichweite des Falls sind jedoch nicht abschließend geklärt. Ignacio Moron, der nach eigenen Angaben gegen den Account spielte, schätzt seinen Verlust auf 100.000 bis 200.000 US-Dollar; PokerNews berichtet zudem, dass er innerhalb von 15 Minuten 60.000 US-Dollar verloren haben soll. Fragen nach Kontrollen und Spielerschutz bei Online-Anbietern stellen sich damit umso dringlicher – auch über diesen konkreten Fall hinaus, wie die Debatte um Spielerschutz und Kontrollen im Online-Glücksspiel zeigt.
Welche Warnungen bei den Anbietern eingingen
Der Pokercoach Patrick Howard von Mobius Poker reichte im September einen Bericht zu auffälligem Verhalten des Paul-Gregg-Accounts bei GGPoker ein. Nach der Darstellung im PokerNews-Bericht beschuldigte Howard den Account nicht ausdrücklich des Betrugs, sondern bat die Plattform, die Auffälligkeiten weiter zu untersuchen. Später teilte Howard auf X mit, GGPoker habe wegen der Prüfung Kontakt zu ihm aufgenommen. Ein abschließendes Ergebnis der Untersuchung liegt in der vorliegenden Berichterstattung nicht vor.
Poker Red berichtete außerdem, Howard habe nach ungewöhnlichen Verlusten 32.780 Hände analysiert und GGPoker auf mehrere verdächtige Muster hingewiesen. Diese Zahl stammt aus dem Bericht des spanischen Portals und ist hier nicht unabhängig verifiziert. Sie macht dennoch deutlich, worauf der Hinweis beruhte: auf einer Auswertung von Handverläufen, nicht auf einer ausdrücklich erhobenen Betrugsbeschuldigung.
Patrick Leonard, ebenfalls Markenbotschafter einer Pokerseite, schilderte eine frühere Warnung aus der Community. Demnach habe eine Gruppe von rund 100 Spielern ihre Verdachtsmomente bereits Jahre zuvor gegenüber Pokerseiten geäußert. Leonard zufolge erkannte eine andere Plattform den Account etwa ein Jahr vor seiner Mitteilung, nachdem dieser weniger als eine Woche dort gespielt hatte. Zu diesem Zeitpunkt sei nicht klar gewesen, was genau vor sich ging; der Account habe aber offensichtlich mehr Informationen gehabt als andere Spieler.
Offene Fragen zum Umgang mit Hinweisen
Eine Plattform reagierte laut Bericht mit Sperre, Einbehaltung von 100.000 US-Dollar und Rückzahlungen an betroffene Spieler. Bei GGPoker ist belegt, dass Howard im September einen Prüfbericht einreichte und die Plattform anschließend Kontakt zu ihm aufnahm; über den Ausgang der Untersuchung ist bislang nichts berichtet.
Entscheidend ist nun, nachvollziehbar offenzulegen, wann die Warnungen bei den Anbietern eingingen und welche Prüfungen darauf folgten. Die konkrete Reaktion einer Seite und die noch offene Prüfung bei GGPoker zeigen, warum Spieler nicht nur Ergebnisse, sondern auch einen transparenten Umgang mit Hinweisen erwarten dürfen.









