Black Friday: Neue Klagen und verlängerte Frist vom US-Justizministerium

Gleich drei Meldungen rund um den Black Friday gingen über die News Ticker. Zum einen hat das US-Justizministerium eine Frist für PokerStars, Full Tilt Poker und Absolute Poker / Ultimate Bet verlängert. Zum anderen klagt nun der US-Bundesstaat Kentucky die Domains der betroffenen Sites ein. Als Drittes wird PokerStars und Full Tilt Poker nun von Cardroom International verklagt, weil sie ihre Geschäfte mit ‚illegal erworbenem‘ Geld beglichen haben. Doch der Reihe nach.

Das Department of Justice hat die Frist für die Geltendmachung von Ansprüchen sowie Antworten auf die Beschlagnahmungen im Rahmen des Black Friday auf den 31. Oktober verschoben. Ursprünglich war diese Deadline der 15. Juli, wurde jedoch auf den 30. September verlegt. Am 20. September hat jedoch die Staatsanwaltschaft ihre Anklage erweitert und Chris Ferguson, Howard Lederer sowie Rafe Furst als Angeklagte ergänzt.

Etwas brisanter ist da schon die nächste Meldung. J. Michael Brown, Sekretär aus dem Kabinett für öffentliche Sicherheit in Kentucky, hat im Namen des ‚Commonwealth of Kentucky‘ Klage gegen PokerStars, Full Tilt Poker und Absolute Poker / Ultimate Bet eingereicht. Der US-Bundesstaat fordert die Domains und die Rechte daran, sowie das Geld und Zinsen aus etwaigen Verkäufen ein. Die Verantwortlichen in Kentucky beruhen sich drauf, dass bereits 2008 141 Domains beschlagnahmt wurden, um „illegal Glücksspiele im Internet zu stoppen“. Darunter befanden sich auch die  Domains der vier großen Pokeranbieter.

Die dritte ‚Gerichtsmeldung‘ des Tages betrifft PokerStars und Full Tilt Poker. Cardroom International fordert „Rechte, Titel und Anteile“ an den fünf, im September beschlagnahmten, Bankkonten. Darüber hinaus fordert der Softwarehersteller das Gleiche für zukünftig beschlagnahmte Konten und möchte als Entschädigung „einen Betrag von nicht weniger als $30 Millionen.

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Als Begründung gibt Cardroom Int. an, dass PokerStars und Full Tilt Poker die Fernsehender ESPN/ABC, Fox und NBC, mit Playmoney-Software versorgt haben. Gleichzeitig schalteten die Poker Rooms auch Werbung und zahlten mit Geld, dass sie offensichtlich aus „illegalen Geschäften“ gemacht haben. Cardroom Int. beruft sich hierbei auf den RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organization) und möchte eine Entschädigung, da die ‚illegalen Poker Rooms‘ Cardroom Int. die Möglichkeit genommen haben, selbst ein Geschäft mit besagten TV-Sendern abzuschließen.

Besonders spannend ist jedoch das Presseschreiben, das hierzu veröffentlicht wurde. Cardroom Int. zielt vor allem auf PokerStars ab, behauptet jedoch fast beiläufig, dass bei Full Tilt Poker Bots an den Tischen saßen.

Mit dieser Behauptung lehnt sich Cardroom Int. sehr weit aus dem Fenster und wird sich am Ende vielleicht selbst ins Fleisch schneiden. Ob die Klage auf eine finanzielle Kompensation standhält, ist zu diesem Zeitpunkt schwer zu sagen. Zum einen müssten Ray Bitar, Howard Lederer, Chris Ferguson und Rafe Furst sowie Isai Scheinberg und sein Sohn, wegen den aufgezählten Straftaten (u.a. Geldwäsche) belangt werden. Zum anderen muss Cardroom Int. wohl noch beweisen, dass sie einen direkten finanziellen Schaden hatten.

Alles in allem, bleibt es jedoch spannend, was passieren wird, denn mit einer Aufsicht auf einen regulierten Markt werden zumindest PokerStars und Full Tilt Poker mit dem DoJ verhandeln und sich solchen Anklagen stellen müssen.

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