Wie viel Suchtpotenzial steckt in Online Poker?


Glücksspiele sind generell ein Thema bei dem die Meinungen stark auseinander gehen. Aber in der Allgemeinheit gehört das verrufene Image alten Tagen an. Online Poker gewinnt immer mehr an Beliebtheit und damit steigt natürlich auch das Suchtpotenzial. Vor allem bei der jüngeren Generation.

Ob man Poker überhaupt als Glücksspiel bezeichnen sollte ist ein anderes Thema. Profis sehen es als Arbeit an und verdienen damit ihren Lebensunterhalt, so wie andere Menschen jeden Tag ihrem erlernten Beruf nach gehen. Man sollte sich jedoch die Frage stellen: Warum können Sie davon leben? Die Antwort ist einfach. Weil andere verlieren. Viele Jugendliche sehen nur den goldenen Glanz des vielseitigen Spiels, jedoch nicht die Schattenseiten. Sie wollen ihren Vorbildern nacheifern und nehmen sich die Pokerprofikarriere als Ziel. Das diese Elite, die von dem Spiel leben kann, nur ein kleiner Prozentsatz ist, vergessen oder verdrängen die Meisten in ihrer Euphorie. „In den Medien werden immer nur die Gewinner gezeigt, nie die Verlierer“, so Jeffrey Derevensky bei der neunten Responsible Gaming Academy der Casinos Austria in Wien.

Soziale Netzwerke, wie zum Beispiel Facebook, mit ihrem großen Angebot von konstenlosen Glücksspiel Apps, ganz vorne Texas Hold’em Poker der Pokerplattform Zynga, mit 49 Millionen „gefällt mir“. Dies fördert die Spielsucht von Teenagern und Kindern ungemein. Das stellten Wissenschaftler einer Universität in Montreal fest. Erst geht es nur um Spielgeld und um den Spaßfaktor, aber irgendwann reicht dies nicht mehr für den Nervenkitzel aus und es muss um echtes Geld gespielt werden.

Viele Eltern sind sich dieses Problems überhaupt nicht im Klaren. „Sie klären ihre Kinder über Drogen, Alkohol und ungeschützten Geschlechtsverkehr auf, aber Glücksspiel haben sie nicht am Radar“, fügt Derevensky weiter aus. Es müsse von Seitens der Regierung, der Mütter und Väter und auch der Anbieter auf die Risiken aufmerksam gemacht werden.

Laut einer Studie, bei der 1.327 junge Erwachsene befragt wurden, gaben 80 Prozent an, im vergangenen Jahr mindestens einmal an einem Glücksspiel teilgenommen zu haben. Ein fünftel räumte ein mindestens einmal in der Woche zu spielen. 4,1 Prozent der männlichen und 0,7 Prozent der weiblichen Befragten gaben an Spielsüchtig zu sein. Diese Sucht tatsächlich in Zahlen auszudrücken ist jedoch nicht einfach. Wo hört der Spaß auf und fängt die Sucht an? Diese Frage würde wahrscheinlich jeder etwas anders beantworten.

Derevensky verweist auf einen Zusammenhang zwischen Vernachlässigung oder Misshandlung in der Kindheit und dem pathologischen Spielverhalten. „Während er spielt, muss ein Spieler nicht über seine Probleme nachdenken“, so der Psychologe.

Fakt ist, dass das Kartenspiel Poker, vor allem im einfach zu erreichenden Internet, immer mehr Freunde und Anhänger findet und mit seiner eigenen Aura die Menschen in seinen Bann zieht. Ob das nun positiv oder negativ ist, muss jeder an seinem eigenen Spielverhalten ausmachen.

Quelle: www.science.orf.at

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