Zocken im Jugendklub – Förderung der Spielsucht?

Jugendtreffs gibt es in ganz Deutschland. Selbst die kleinsten Dörfer sind manchmal mit solchen Anlaufstellen für junge Leute ausgestattet. So auch in Leegebruch (Brandenburg), ein Dorf mit rund 6.600 Einwohner. Im dortigen Jugendclub „T-Point“ wurde vergangenen Freitag gezockt. Egal ob Poker, Blackjack oder Roulette, die Kids konnten sich an den Casino-Games austoben. 

Im Jugendclub „T-Point“ in Leegebruch fand letzten Freitag die sogenannte „Casino-Nacht“ statt. Die Jugendlichen mussten mit angesagter Kleiderordnung auftauchen. An drei Tischen wurde gepokert, Roulette und Black Jack gespielt. Bei zwei Euro Eintritt erhielt man eine bestimmte Anzahl an Chips, ein Mixgetränk gratis und ein VIP-Bändchen ums Handgelenk. Und dann ging es auch schon los! 

Die 14-jährige Michéle Buchwald aus Marwitz berichtete gegenüber der Märkische Allgemeine: „Beim Roulette habe ich sogar gewonnen, obwohl ich das zum ersten Mal gespielt habe.“ Bis Mitternacht durfte sie sich im „T-Point“ aufhalten, nachdem sie einen sogenannten „Muttipass“ vorlegte. Dieser erlaubt den Jugendlichen unter 16 Jahren, länger im Klub zu bleiben. 

Doch sind solche Veranstaltung für junge Menschen nicht fatal? Ist diese Aktion spielsuchtfördernd und illegal? „Das glauben wir nicht. Denn wir wissen, dass viele Jugendliche zu Hause im Internet spielen und an Spielkonsolen sitzen. Im Vorfeld wurde über Spielsucht und Geld gesprochen, im Klub gab es nur Plastikchips. Wer am Ende die meisten hat, darf beim nächsten Ausflug kostenlos teilnehmen“, erklärt Klubleiterin Steffi Klinghardt. 

Die €2 Eintritt wurden mit erzieherischen Maßnahmen gerechtfertigt: „Beispielsweise mit zwei Euro Eintritt vom Taschengeld. Es kann nicht immer alles kostenlos gegeben werden. Geben und Nehmen gehören zusammen„, so die Klubleiterin weiter. Eine Nachbereitung des Abends ist mit Film, Diskussion und Gesprächen geplant. 

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