Razzia in Heidelberg: Dealer der illegalen Pokerrunde verurteilt!

Im Juni 2012 stürmten über 100 Beamte ein Café in Leimen, in der Nähe von Heidelberg. Die Beamten nahmen 22 Personen fest, darunter vier der Veranstalter. Ermittelt wird gegen fünf mutmaßliche Haupttäter sowie gegen sieben Personen wegen Beihilfe zu den Veranstaltungen und 19 Personen wegen der Teilnahme (Hochgepokert.com berichtete). Jetzt wurde das erste Urteil gefällt.  

Die Rhein-Neckar Zeitung berichtete vergangene Woche, dass es bereits zur ersten Verurteilung kam. Einer der Kartengeber, ein 23-jähriger Student aus Kaiserslautern wurde zu 70 Tagessätzen zu je zehn Euro verurteilt. Im Bericht heißt es: „Es wurde festgehalten, dass der Angeklagte in zwei Fällen unerlaubte Beihilfe zu Glücksspielen geleistet hat und selbst einmal gespielt hat. … Die geringfügigen finanziellen Einnahmen fanden bei der Strafzumessung Berücksichtigung: Die von der Staatsanwaltschaft geforderten 75 Tagessätze und seitens der Verteidigung vorgeschlagenen 60 Tagessätze wurden auf 70 festgelegt. Sowohl der Angeklagte als auch sein Verteidiger nahmen das Urteil an, das damit Rechtskraft erlangte.

Des Weiteren kooperierte der Kartengeber mit der Staatsanwaltschaft und zeigte sich geständig. Er gab an, dass die Veranstalter ihn als Dealer angeworben hatten und teilweise bis zu  €3550 im Jackpot gewesen sein sollen. Der Veranstalter hätte laut seinen Aussagen 5% Rake kassiert, dafür waren Getränke, Speisen und Zigaretten für die Spieler umsonst. 

Der Artikel schließt mit folgenden Worten ab: „Außerhalb des Verfahrens wurde erörtert, wie im Fernsehen fürs Pokerspiel mit hohen Geldpreisen geworben wird. So wurde angeführt, dass derzeit wieder geworben werde, mit Stefan Raab und anderen Promis bei „Pro Sieben“ um einen Preispool von 100.000 Euro zu spielen; die Sieger können 50.000 Euro mit nach Hause nehmen. Über solche Werbung konnte Verteidiger Rüdiger Bettingen nur den Kopf schütteln.“

Die Pokerrunde wurde aufgrund einer anonymen Anzeige gesprengt. Ein verdeckter Ermittler nahm an den Pokerrunden teil und sammelte genügend Beweise, bis das MEK und die Bereitschaftspolizei zuschlug. Zeitgleich fanden Wohnungsdurchsuchungen bei den Veranstaltern und Dealern statt.

Der Fall klingt spektakulärer als er ist. Über 100 Beamten nahmen an der Razzia teil. 22 Personen wurden damals festgenommen und Bargeld in Höhe von €12.000 sichergestellt (inklusive Bargeld, das bei den Wohnungsdurchsuchungen beschlagnahmt wurde). Somit hatte jeder Spieler durchschnittlich €545 mit dabei. Im Gegensatz dazu stehen die Kosten für den Steuerzahler, der die Razzia mit über 100 Beamten letztendlich bezahlen muss (siehe hierzu die Kolumne von Götz Schrage).

Polizeisprecher Harald Kurzer sagte damals zu SWR4: „“Das kann man sich wirklich so vorstellen, wie es gelegentlich im Film dargestellt wird. Wir haben zunächst das Lokal gestürmt und wie wir es nennen „Die Situation eingefroren“. Das heißt wir dringen in das Lokal ein, stellen eine statische Lage her, dass sich niemand mehr bewegt und noch die Möglichkeit hat, was beiseite zu schieben oder wegzuwerfen. Danach wird einer nach dem anderen herausgeführt und den Kriminalbeamten übergeben. Die kümmern sich um weitere Vernehmungen und um die Entlassung

Ich erinnere mich an eine ähnliche große Aktion, hier bei uns im Rhein-Neckar Kreis, im Jahr 1984. Laut unseren Ermittlungen lief das illegale Glücksspiel schon einige Monate, mit immer mehr teilnehmenden Personen pro Nacht. Da sprechen die Ermittlungsergebnisse von mehreren tausenden von Euro Tagesgewinn für sich. Es wäre untertrieben zu sagen, dass wäre nur ein kleiner Fisch.“

quelle: rnz.de

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