Handball 1. Bundesliga – Interview mit dem Trainer des Jahres Christian Prokop vom SC DHFK Leipzig vor dem Spiel gegen den Meister

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Am Donnerstag empfängt SC DHFK Leipzig den amtierenden Meister die Rhein-Neckar Löwen. Vor dem Spiel sprach ich mit den beiden Trainern über das Spiel, die Vorbereitung und die neuen Regeln. Heute erstmal das Interview aus Leipziger Sicht mit dem Trainer Christian Prokop.

 

Zuerst die Quoten bei Betvictor und Betsafe:

 

SC DHFK Leipzig – Rhein-Neckar Löwen

 

Betvictor:                       12.00         16.00               1.062

Betsafe:                         10.00          13.50               1.09

 

Betvictor:

Tore unter/über insgesamt – 60 Minuten

Unter 51.5   1.85  Über 51.5 1.833

 

Mein Tipp: Mehr als 51.5 Tore

 

Begründung: Nach den Gesprächen mit den Trainern, sprechen viele taktische Überlegungen der beiden für ein torreiches Spiel, obwohl beide Mannschaften eine sehr gute Abwehr stellen.

 

 

Christian Prokop musste bereits mit 23 Jahren seine eigene viel versprechende Karriere wegen einer schweren Knieverletzung beenden. Mit 24 Jahren ist er dann früh ins Trainergeschäft eingestiegen. Über die Stationen MTV Braunschweig (3. Liga), TSV-Hannover-Anderten (2. Liga), SC Magdeburg Youngsters (2. Liga), SV Post Schwerin (2. Liga) und Tusem Essen (1. Liga) kam er dann mit viel Erfahrung 2013 zum SC DHFK Leipzig. Der Aufstieg in die 1. Liga klappte im 2. Jahr und in der ersten Saison belegte die Mannschaft einen hervorragenden 11. Platz. Christian Prokop wurde außerdem als Trainer des Jahres ausgezeichnet. 

Christian, welche Bedeutung hat dieser Titel für Dich persönlich?

„Es war für mich eine sehr große Ehre, da der Titel  von den Trainern und Managern der Erstligavereine gewählt wurde und nicht über Mobilisierung von Stimmanzahlen. Zugleich ist diese Auszeichnung großer Ansporn, unseren eingeschlagenen Weg weiter ehrgeizig und demütig zu gehen.

Die Saisonvorbereitungen liefen bei viele der Topvereine wegen den Olympischen Spielen nicht optimal.

Wie sind die Vorbereitungen bei Leipzig gelaufen und wie zufrieden bist Du mit dem Saisonstart, wo 5 von 8 Punkte geholt wurden?

„Wir hatten das Glück, alle Mann von Anfang an dabei gehabt zu haben, deswegen konnten wir eine zusammengeschweißte Vorbereitung durchziehen. Dies war insbesondere wichtig, da die 4 Neuzugänge (Rojewski, Rivesjö, Becvar und Pieczkowski ) in unserem komplexen System zentrale Aufgaben haben werden und so schnellstens integriert werden mussten. Die Vorbereitung lief von unseren erzielten Ergebnissen her schwankend und wir wusste vor dem ersten Spiel gegen den Bergischen HC nicht ganz, wo wir standen. Daher bin ich zufrieden, dass wir bereits 5 Punkte gegen den Abstieg holen konnten. Vor allem der Punkt im Derby in Magdeburg war eine echte Prüfung, die das Team bestanden hat.

Die Abwehr steht bis jetzt sehr gut und dahinter haben wir 2 Torhüter mit Milos Putera und Jens Vortmann, die 13-18 Bälle pro Spiel gehalten haben und sich super ergänzen. Im Angriff haben wir noch Nachholbedarf, weil immer noch nicht alle Feinabstimmungen automatisiert sind und wir deswegen jedes Tor hart erkämpfen müssen.“

Ihr habt in einigen Spielen auch die neuen Regeln angenommen und 7 gegen 6 im Angriff gespielt. 

Wie siehst du diese neue Möglichkeit und generell die neuen Regeln für den Handball? 

„Ja, das ist richtig und es ist sicherlich auch wieder eine Option für das Spiel am Donnerstag gegen die Rhein-Neckar Löwen. Der siebente Feldspieler stellt allerdings Mannschaft und Trainer vor eine große Herausforderung und ist erfolgsabhängig von der Qualität des Entscheidungsverhaltens. Gegen Magdeburg haben wir es mit Erfolg 35 Min. lang praktiziert, am Wochenende in Coburg haben wir es zum Beispiel gar nicht genutzt. “

Kurz vor der Saison ist unter tragischen Umständen einer Eurer Hauptsponsoren mit der Unister-Gruppe weggefallen. 

Konntet ihr diese Lücke, die immerhin 120.000 Euro trug, wieder schließen? Und wie siehst Du die Zukunft bezüglich Eurer Ziele, auch in Konkurrenz mit dem Fußball, welcher jetzt in Leipzig auch eine große Rolle spielt? 

„Durch die tollen Ideen unserers Geschäftsführers Karsten Günther, harte Arbeit im Verein und in Zusammenarbeit mit den Sponsoren, konnten wir bereits nach 3 Wochen die Lücke schließen. Wir merken ein großes Interesse und Gemeinschaftsgefühl von unseren Sponsoren, der Stadt und Zuschauern. Deswegen bin ich auch sicher, dass Handball in Leipzig eine große Zukunft hat. Wir müssen uns aber mit Nachhaltigkeit entwickeln und deswegen ist erstmal diese Saison wieder das Ziel Klassenerhalt vorrangig. Sollten wir am Ende wie in der letzten Saison auf Platz 11 oder 12 stehen, würden wir es als einen sehr großen Erfolg bezeichnen. Mittelfristig wollen wir  Platz 8-10 in Angriff nehmen. Hier ist die Konkurrenz von den anderen finanzstarken Vereinen sehr groß.

Uns ist es sehr wichtig, dass wir uns von Saison zu Saison weiter entwickeln und den Zuschauern und Sponsoren attraktiven, modernen Handball bieten.

Das Spiel gegen den Meister, die Rhein-Necker Löwen, wird ein erstes Highlight zu Hause sein. Wie siehst Du Eure Möglichkeiten?

„Realistisch gesehen haben wir eine klitzekleine  Minimalchance. Die Rhein-Neckar Löwen gehören nicht zu den Mannschaften, mit denen wir uns messen müssen. Dafür ist ihr Kader zu breit und von der Qualität zu stark. Ich hoffe auf eine volle Halle mit 6.000 Zuschauern, die uns helfen werden dagegen zu halten und uns bei unserem Kampf uns unterstützen.“

Letzte Frage, wer wird Deutscher Meister?

„Die SG Flensburg Handewitt, weil sie den breitesten und qualitativsten Kader der Liga haben und am eingespieltesten auftreten.  Der THW Kiel, die Rhein-Necker

Löwen und die Füchse Berlin werden aber das Titelrennen bis zum Ende offen und spannend halten können.“

Ich danke Dir, Christian und viel Erfolg für das morgige Spiel!

 

 

 

 

 

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