
In einem interessanten Interview mit Michael Kaplan für die Mai-Ausgabe des Magazins PokerPlayer blickt The Poker Brat etwas genauer auf diese Zeit nach dem elften Bracelet 2007 zurück und der Leser erhält teilweise sehr tiefe Einblicke in die Gefühlswelt des nach eigener Aussage besten Hold’em Spieler der Welt. Hellmuth beschreibt zum Beispiel, welche Anpassungsprobleme er 2009 gegenüber der neuen Spielergeneration hatte, wie er von seinem Weg am Tisch abgekommen ist.
Aber Hellmuth ist natürlich auch ein Mann der großen Worte und strotzt immer noch von Selbstbewusstsein. Auf die Frage, ob er besser ist als Brunson, durrrr, Ivey und Antonius antwortet Hellmuth im Interview wie selbstverständlich: „In Hold’em? Ja – in Turnieren und Cashgames.“ Er habe im Moment zwar noch nicht die nötige Praxis, aber wenn er einen Monat lang jeden Tag gegen sie spielt, würde er sie alle schlagen. „Eventuell würden sie mich an den ersten zwei oder drei Tagen noch schlagen.“
Für 2010 hat er die 180-Grad-Wende angekündigt und dabei soll ihm unter anderem ein Mentaltrainer helfen. Auch die Zeit als Teilzeitprofi, wie er sich selbst seit 2003 sieht, ist vorbei: „Dieses Jahr ist mein Ziel wieder ein Vollzeit-Pokerspeler zu werden“, und bis an sein Lebensende erwartet er, dass nicht weniger als 13 WSOP-Bracelets noch dazukommen. War die Motivation auf einer Skala von eins bis zehn in den vergangenen Jahren bei maximal fünf, so ist er mittlerweile wieder bei acht oder neun angelangt.
Zum Abschluss des Interviews gibt es natürlich auch noch eine große Kampfansage an seine Kritiker: „Für die Leute da draußen, die nicht glauben, dass ich einer der größten Hold’em Spieler bin, ist es Spaß. Aber wenn sie in diesem Jahr gegen mich spielen, werden sie es verstehen.“
2010 soll also wieder ein großes Jahr für Phil Hellmuth werden und das der Trend nach oben zeigt, hat The Poker Brat bereits bewiesen. Bei der WPT Bay 101 Shooting Star und der WPT World Championship belegte er die Plätze sechs und sieben für insgesamt $270.00 Preisgeld. Damit hat er seine Turniergewinne aus dem Jahr 2009 bereits um fast $100.000 überboten. Ob der Trend anhält wird sich bereits ab dem kommenden Freitag herausstellen, wenn die 41. World Series of Poker beginnt.
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