

Kaum 24 Stunden nach der Festnahme ließ der Police Commander von Phuket, Pekad Tantipong, Ron Fanelli wie eine wertvolle Beute der Presse vorführen. Flankiert von Polizeibeamten und mit der Tatwaffe vor sich auf dem Tisch diktierte Fanelli den Journalisten: „Es war ein schrecklicher Unfall.“ Ob er der bekannte Pokerspieler Ron Fanelli sei, wurde er von einem Reporter gefragt. „Ja, aber das ist lange her.“ Das war im Juli. Jetzt sitzt der New Yorker, der 2007 nach Thailand kam um sein Glück zu machen, in der Psychiatrie des Suan Saranrom Hospital von Surat Thani und wird auf seinen Geistzustand untersucht.
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Noch 2006 gab Fanelli der smarten Liv Boeree bei der World Series of Poker mehrere Interviews. Locker saß er der Engländerin gegenüber, plauderte über die wunderbare Welt des Pokerspiels und hinterließ den Eindruck eines intelligenten und eloquenten Mannes. Nichts war zu spüren von seinen berüchtigten Wutausbrüchen, die nicht selten seine Auftritt am Pokertisch begleiteten. Und es war auch nicht zu merken, dass er zu diesem Zeitpunkt bereits völlig pleite und auf dem Weg nach unten war. Victoria Coren, die Ron Fanelli 2004 in ihre Show auf Poker Channel holte, schrieb im Gurdian, dass sie Mad Yank trotz seiner Launen gut leiden konnte: „Ich habe ihm all den Lärm verziehen, weil er Amerikaner war. Er war lustig. Ich mochte ihn“.
Doch statt einer steilen Karriere als Pokerspieler, ging es für Fanelli schleichend und Schritt für Schritt abwärts. Er suchte einen Neuanfang und ging nach Thailand. Fanelli heiratete eine Einheimische und wurde Vater. Aber die Beziehung ging schnell in die Brüche. Mad Yank verlor seinen Halt, vielleicht auch die Lebensperspektive. Trost suchte er im Rotlichtmilieu, wo sich Frauen für wenig Liebeslohn den vielen weißen Touristen anbieten. In der Sweethearts Bar traf er sein Opfer. Er nahm sie mit nach Hause. Was dann passiert, dass kann nur Fanelli beantworten. Vielleicht kam es zum Streit, weil Fanelli sich mehr erhoffte als die Frau bereit war zu geben. Vielleicht war er tatsächlich betrunken, wie er sagt, und tötete nicht aus Absicht sondern im Jähzorn. Unstrittig ist, dass Wanphen Pienjai von Fanelli mit einem Messer umgebracht wurde und er anschließend versuchte die Leiche zu beseitigen.

Sollten die Mediziner aber zu dem Ergebnis kommen, dass Fanelli zum Zeitpunkt der Tat doch uneingeschränkt schuldfähig gewesen ist, und er bei seiner Version eines Unfalls bleibt, dann könnte der letzte Akt für Mad Yank auf dem Schafott enden. In Thailand steht auf Mord die Todesstrafe – ohne Geständnis wird sie vollstreckt.









