
Aus wissenschaftlicher Sicht steht fest, dass sogenanntes „pathologisches Glücksspiel“ als relativ junge Suchterscheinung noch großes Untersuchungspotential mit sich bringt. Laut aktuellen Schätzungen gibt es in der deutschen Gesamtbevölkerung ca. 1% süchtige Glücksspieler. In der Wissenschaft wird sogar zunehmend über eine Ähnlichkeit von Glücksspielsucht und Drogen- /Alkoholabhängigkeit debattiert. So weisen auch pathologische Spielern typische Suchterkrankungs-Symptome wie Toleranzentwicklung (Spielfrequenzen und Spielzeit steigern sich), Kontrollverlust (man spielt mehr als eigentlich gewollt) und Entzugssymptome (z.B. Zittern, Schwitzen, Nervosität) auf. Auch neuere neurobiologische und genetische Befunde deuten auf eine Vergleichbarkeit zu des Glücksspiels mit substanzgebundenen Suchterkrankungen hin.
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An der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim startet jetzt eine neue Studie mit dem Ziel, die Ursachen und Hintergründe der Glücksspielsucht zu erforschen, damit im Anschluss die Behandlungsangebote für problematisches Spielverhalten verbessert und angepasst werden können. Bei der Forschung wird ein Ansatz verfolgt, der die Zusammenhänge zwischen genetischen, hirnphysiologischen und psychologischen Faktoren mithilfe von etablierten Verrfahren erforschen soll. Die Klinik möchte ebenfalls unter Berücksichtigung des Kernspintomographen wichtige Aspekte beim Spielverhalten wie z.B. Risikoverhalten, Motivation und Prozesse der Entscheidungsfindung näher beleuchten.
Im Rahmen der Studie werden psychisch gesunde Männer ohne Substanz- oder Glücksspielsucht im Alter zwischen 25 und 50 Jahren gesucht. Die Untersuchung dauert ca. eine Stunde und beinhaltet die Beantwortung verschiedener Fragebögen, Interviews sowie eine Blutentnahme. Die Teilnahme wird mit 50 Euro vergütet. Interessierte können sich an Dr. Tagrid Leménager, (Tel.: 0621/1703-3907 oder E-Mail: [email protected]) Suchtforschung, wenden.







