
Zu den Befürwortern gehört auch Alphonse D’Amato von der Poker Players Alliance. Der ehemalige Senator verglich die jetzige Situation mit der Prohibition in den 20ern des vergangenen Jahrhunderts. Damals wurde Alkohol verboten, doch die Leute tranken weiterhin. Der Schwarzmarkt blühte und füllte die Geldbörsen der Schmuggler. Heute zeichnet sich das gleiche Bild ab, denn trotz den Erschwernissen spielen die US-Bürger weiterhin im Netz und das Geld fließt in Überseefirmen.

Alphonse D’Amato hob auch hervor, dass Poker ein amerikanisches Spiel sei und man Amerikanern nicht die Freiheit zu spielen nehmen dürfte: „Ob sie es glauben oder nicht, ich habe Pokerspielen bei den Pfadfindern gelernt. Wenn man was bei den Pfadfindern lernt, muss es doch gut sein.“
Die Themen Spielerschutz und Suchtprävention, welches große Kritikpunkte für viele Gegner sind, wurden auch behandelt. Man war sich einig, dass es keinen perfekten Schutz gibt, dies aber immer noch besser ist, als gar kein Schutz.
Kurt Eggert, Professor für Recht, brachte auch einige spannende Ansichten. Zum Beispiel, dass die Anbieter mit den professionellen Spielern um das Geld der Freizeitspieler kämpfen. Würden die Poker-Pros weniger auszahlen, würde es unter dem Strich mehr Steuerabgaben geben.
Dies ist natürlich ein Punkt, den die Pros nicht gerne hören. Denn bereits im Vorfeld machen Gerüchte die Runde, Einzahlungslimits würden zu streng reguliert werden. Allerdings ist hier noch lange nicht das letzte Wort gesprochen.
Ein weiterer wichtiger Punkt für Eggert war das Thema Data Mining. Aus seiner Sicht verschafft es den geübten Spielern einen unfairen Vorteil gegenüber dem Hobbyspieler. Für ein Verbot ist der Professor dennoch nicht, denn er räumte ein, dass die Daten schon oft halfen, um einen Betrug aufzudecken.
Wirkliche Kritik gab es lediglich von Ernest Stevens. Das Vorstandsmitglied der National Indian Gambling Association bemängelte jedoch nicht die Regulierung an sich, sondern den derzeitigen Entwurf. Hier würden die amerikanischen Ureinwohner außen vorgelassen werden und man wünsche sich „einen frühzeitigen Zugang zum Internet Glücksspiel [Markt], mit einer begrenzten Zeit für Exklusivrechte.“ Hierbei sollte man anmerken, dass die California Online Poker Association (COPA), hinter dem die Morongo and San Manuel Bands of Indians stehen, in Kalifornien einen Gesetzesentwurf zur Regulierung unterstützen.
Es bleibt abzuwarten, wann in den USA der Online Glücksspiel Markt reguliert wird. Mary Bono Mack, Vorsitzende des Kongresses, warnte jedoch vor einer übereilten Öffnung des Marktes. Das Thema sei zu komplex, um es noch in diesem Jahr durchzubringen. Für 23. November ist eine Deadline gesetzt, um ein Finanzloch von 1,3 Billionen zu stopfen. Poker-Befürworter hoffen, diese Frist zu ihren Gunsten nutzen zu können, da sich derzeit viele Senatoren mit den Argumenten der schnellen Steuereinnahmen durch Glücksspiel überzeugen lassen.
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Hier noch die Aufzeichnung der Anhörung:







