

Nicht nur, dass diese Informationen nichts kosten, sie sind auch bei Weitem verlässlicher als Tells. Nachdem man ein paar Showdowns eines Spielers beobachtet hat, sollte man schon eine relativ gute Vorstellung über seine Tendenzen und sein Setzverhalten haben. Wie verhält er sich, wenn er den Flop voll getroffen hat? Wie spielt er einen Draw? Wie reagiert er auf ein Reraise? Welche Starthände spielt er? Die Antworten auf diese Fragen könnten im entscheidenden Moment viel wertvoller als die Körpersprache eines unbekannten Spielers während der Partie sein.
Dies gilt umso mehr für Onlinepoker, wo das Setzverhalten unserer Gegner die wesentlichste Information ist, die wir erhalten. Doch durch das Multitabling liegt der Fokus der meisten Spieler NUR mehr auf den Partien, an denen sie aktiv beteiligt sind. Deshalb versuche ich immer auch die wichtigen Showdowns meiner Gegner im Auge zu behalten, oder sie zumindest in der Handhistory nachzuvollziehen, wenn ich gerade parallel ein paar schwierige Entscheidungen treffen musste. Viele Spieler lassen sich auch durch Fernsehen, Internetsurfen oder Ähnlichem vom eigentlichen Spiel ablenken, und verpassen so wichtige Infos über den Tisch.
Showdowns sind eine entscheidende Informationsquelle, doch auch aus den Gesprächen am Tisch lässt sich so manches über das Spielverständnis unserer Gegner in Erfahrung bringen, selbst wenn man nicht aktiv am Gespräch teilnimmt. Wenn die Lieblingsmusik mit voller Lautstärke über die Kopfhörer läuft, fällt diese Informationsquelle natürlich flach.
Zusammengefasst kann man sagen, dass Poker immer 100% unserer Aufmerksamkeit bedarf, auch wenn wir nicht in die Partie involviert sind.
Euer Stefan








