GlüStV – So reagieren die Poker-Anbieter am Stichtag zur Übergangsphase

0

Der neue Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag (GlüStV), der auch die langersehnte bundesweite Regulierung von Online-Poker in Deutschland beinhaltet, tritt erst am 1. Juli 2021 in Kraft, seit heute gilt aber bereits die sogenannte Übergangsphase.

Die besagt, dass gegenwärtig noch nicht erlaubnisfähige Angebote von virtuellen Automatenspielen und Online-Poker zu den Sachverhalten zählen, die im glücksspielrechtlichen Vollzug nicht aufgegriffen werden. Allerdings nur dann, wenn bestimmte Anforderungen erfüllt werden, wie zum Beispiel ein monatliches Einzahlungslimit von €1.000 oder speziell im Fall Poker das gleichzeitige Spielen an maximal vier Tischen (wir berichteten).

Die Kollegen von PokerStartegy.com haben sich mit den Partnerräumen in Verbindung gesetzt und eine Liste mit allen Infos die bis dato zur Verfügung stehen veröffentlicht. Auffällig ist, dass bereits die Übergangsphase offenbar dafür sorgt, dass sich vor allem kleine Poker-Anbieter komplett zurückziehen. Dazu zählen Winamax, William Hill, betathome.com, Betfair und Coral Poker.

Am schnellsten haben sich GGPoker und partypoker auf die neuen Gegebenheiten eingestellt und bereits eine separate .de-Domain eingerichtet, über die deutsche Spieler aber weiter Teil des globalen Spielerpools bleiben.

GGPoker hat eine .de-Domain eingeführt und die Anforderungen umgesetzt

Marktführer PokerStars hat noch nicht bekanntgegeben, wie die neuen Anforderungen umgesetzt werden, ein Umzug zur bestehenden Domain PokerStars.de (ebenfalls mit Zugriff auf den globalen Pool) ist aber wohl der naheliegendste Schritt. Fest steht dagegen, dass die spanische Plattform PokerStars.es und die französische Plattform PokerStars.fr für deutsche Spieler nicht mehr zugänglich sind und alle deutschen Spieler bei FullTilt endgültig zu PokerStars migriert werden.

Laut PokerStrategy befinden sich aber noch viele Anbieter im Entscheidungsprozess, sodass in den kommenden Tagen und Wochen noch einige Änderungen möglich sind.

Und dann muss der neue GlüStV ja auch noch der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) standhalten. Kritiker bemängeln , dass der neue Vertrag erneut gegen die Niederlassungsfreiheit und die Dienstleistungsfreiheit verstößt und insbesondere den Umlaufbeschluss, durch den der GlüStV noch vor dem Ende des Notifizierungsverfahren und der Ratifizierung in Kraft tritt. Denn das hat wohl zur Folge, dass die Länder entgegen der europäischen Rechtsprechung alle Anbieter als unzuverlässig einstufen und vom späteren Lizenzverfahren ausschließen, die sich nicht ab dem 15. Oktober an die Auflagen halten

Das letzte Wort ist auch beim neuen Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag bezüglich der europäischen Rechtsprechung ganz sicher noch nicht gesprochen.

Hinterlasse eine Antwort

Please enter your comment!
Please enter your name here