Zuviel Geld für Trading Cards ausgegeben? Dann muss Daniel Negreanu helfen!

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Daniel Negreanu (CAN)

Kennt ihr das? Da fiebert man bis zur letzten Sekunde bei einer Online-Auktion mit und … 3-2-1 hat man den Zuschlag bekommen, möchte man es sich dann doch wieder anders überlegen. So war es auch im Fall von Jack Arshawsky aus Thornhill, Ontario. Da bietet man frohen Mutes auf ein paar alte NHL Eishockey Sammelkarten und dann möchte man doch gerne die erfolgreich gebotenen $3.720.000 wiederhaben. Doch wer könnte einem jetzt spontan mit solch einer Summe für Trading Cards aushelfen? Na, klar: Daniel Negreanu.

Dachbodenfund bringt $3,72 Millionen

Ein Sammler aus Regina, Saskatchewan, fand zusammen mit seinem Vater beim Durchstöbern dessen verstaubter Sammelkarten auf dem Dachboden auch ein verschlossenes Case von 1979-80 O-Pee-Chee-Boxen. Eine einzelne verschweißte Box mit 48 Päckchen à 14 Karten erzielte jüngst einen Auktionspreis von $250k. – In einem Case befinden sich 16 Boxen!
Die Sammelkartenpäckchen wurden seinerzeit für 20 Cent verkauft, sind heute dagegen Unsummen wert. Der enorme Preis kommt zum einen aufgrund der Seltenheit einer guten konservierten Kartenqualität der inzwischen 45 Jahre alten Trading Cards zustande, und zum liegt es an einer bestimmten auf den Sportscards portraitierten Person.


Das Auktionshaus Heritage Auctions aus Dallas, ließ die Karten in einem gepanzerten Fahrzeug nach Indiana zu Baseball Card Exchange (BBCE) bringen, um die Echtheit des Cases und der Boxen darin bestätigen. Nachdem dies geschehen war, bot man das Case mit seinen insgesamt 10.752 enthaltenen NHL Hockey Cards auf seiner Website HA.com an.
Am 24. Februar dieses Jahres war die Auktion beendet, nachdem etliche Gebote von 15 verschiedenen Bietern darauf abgegeben wurden – das höchste im Wart von $3.720.000 vom Immobilienhändler Jack Arshawsky.

Warum ist die O-Pee-Chee Box so wertvoll?

Die O-Pee-Chee NHL Hockey Karten aus der Saison 1979/1980 sind deshalb so wertvoll, weil ein gewisser Wayne Gretzky die erste von 19 legendären Spielzeiten in der besten Eishockey Liga der Welt spielen sollte. Die begehrteste Karte eines Spielers ist in der Regel seine erste, also seine Rookie Karte. Die gab es in jenem O-Pee-Chee Set.
Die Jagd nach dieser GOAT Rookie Card ist vergleichbar mit der Suche nach der legendären Rookie Card von Michael Jordan aus der Fleer 1986/87 Edition. Der Unterschied ist, dass über 300 Michael Jordan Karten mit perfekter Bewertung (PSA 10) bekannt sind – von Wayne Getzky sind es genau 2! Eine davon erzielte bei einer Heritage Auktion allein einen Verkaufspreis von $3,75 Millionen.

Bei 10.752 Karten in dem jetzt auktionierten Case und 396 verschiedenen Karten in dem ganzen Set, ist davon auszugehen, dass sich darunter im Durchschnitt 27 Wayne Gretzky Rookie Cards befinden sollten. Und die Chance, dass sich diese unberührten Trading Cards in einem sehr guten, vielleicht perfekten Zustand befinden, ist hoch.

Wie lief die HA.com Auktion ab?

Die einfache Rechnung, dass $3,72 Millionen Dollar für erwartete 27 Wayne Gretzky Rookie Cards in sehr gutem Zustand ein Schnäppchen sind, machte auch Jack Arshawsky von seinem Computer in Ontario aus. Da die Auktion mit „Extended Bidding Time“ eingestellt war, verlängerte sich die Bietzeit am Ende mit jedem Gebot um weitere 30 Minuten. Insgesamt gab es 15 Unique Bidder. Am Ende waren es jedoch nur noch 2, die sich immer wieder gegenseitig hochschaukelten. Arshawsky trank in der Endphase nach eigenen Angaben vier Red Bull, da sich das Auktionsende so immer weiter bis in die frühen Morgenstunden zog, ehe er seinen $3,72 Millionen „Schnapper“ feiern konnte. – Oder etwa nicht?

Auktion gewonnen, aber dann doch anders überlegt?

Bereits kurz nach Auktionsende bekam der Kanadier Gewissensbisse. Über die Gründe dafür gibt es allerdings unterschiedliche Meinungen. Arshawsky selber gibt, an dass ein Interview mit dem zweitplatzierten Bieter, ihm vor Augen führte, dass er gar nicht so leidenschaftlich an den Karten interessiert sei wie andere. Außerdem habe er bereits eine Wayne Gretzky Rookie Carrd. Deswegen wolle er sich jetzt auf die Suche danach machen, dass die Karten ein besseres zu Hause finden als bei ihm.

Beobachter der Szene hegen dagegen den Verdacht, dass Arshawsky sich finanziell übernommen habe und jetzt kalte Füße bekommen würde. Denn komplett bezahlt hat er den Auktionspreis noch nicht. Arshawsky selbst sagt, er habe bislang $3 Millionen bezahlt, die restlichen $720.000 stünden noch aus. So könnten die Karten erst einmal sicher in den Tresoren von Heritage Auctions in Texas bleiben. – Ein Vorgang, der in dieser Form sehr ungewöhnlich ist.

Arshawsky hingegen gab an, dass er durch den Verkauf von Weideland, das sein Onkel seinerzeit in der Greater Toronto Area gekauft hatte, zu Wohlstand gekommen sei, und er das nötige Geld zum Abschluss des Kaufs besäße.

Wer hat spontan $3,72M für Sportscards übrig? – Na, klar: Daniel Negreanu.

Nachdem er zu der Erkenntnis gekommen war, dass er nicht die beste Person sei, um die O-Pee-Chee Karten zu besitzen, machte sich Arshawsky jedoch nicht daran, sie dem zweitplatzierten Bieter, der ihm so Leid tat anzubieten, sondern wählte einen ganz anderen Weg…
Der Immobilienmakler wandte sich stattdessen an diverse Celebrities, die er sich als potentielle Käufer der Sammelkarten vorstellen könnte. Darunter Wayne Gretzky selber, oder Edmonton Oilers-Besitzer Daryl Katz, aber auch Rapper Drake … und Pokerlegende Daniel Negreanu bot er die Karten an.
Er wolle nur die $3,72 Millionen dafür – nicht mehr und nicht weniger.

Was sagt DNeg zu dem unverhofften Angebot?

Doch was sagen die Stars zu dem unverhofften Angebot? – Genaugenommen: Nichts!
Bislang hat sich keiner der angefragten Prominenten bei Arshawsky zurückgemeldet, was nicht unbedingt auf größtes Interesse schließen lässt. Jack Arshawsky macht allerdings nicht mangelndes Interesse der Promis an den Sportkarten dafür verantwortlich. „Diese Leute sind praktisch unmöglich zu kontaktieren. Deswegen ist es wohl der beste Weg, dass man die Welt (Anm. d. Red: über das Angebot an sie) informiert und irgendjemand, ein Freund von ihnen, sie wahrscheinlich schließlich darüber informiert, dass ihr Name zusammen mit dem Typen genannt wurde, der die Auktion gewonnen hat, und er der Meinung sei, dass Du diesen Karten ein gutes Zuhause geben könntest.“

Das hört sich nach einem unkonventionellen und vielleicht nicht dem serösesten Weg an, um Millionen-Dollar-Geschäfte abzuwickeln … aber: Hey, DNeg – wenn Du das hier lesen solltest, meld‘ Dich doch mal bei Jack Arshawsky!

Wie geht es jetzt weiter mir den O-Pee-Chee Hockey Cards?

Das bei Geschäften mit so großen Summen Dinge an die Öffentlichkeit gelangen, bevor die Bezahlvorgang vollständig abgeschlossen ist, ist auch für das Auktionshaus neu. Unbegrenzt übernimmt Heritage keine Verantwortung für die Lagerung von verkauften Objekten in seinen Räumlichkeiten, lediglich einen angemessenen Zeitraum lang. Zudem könne es sein, dass das Auktionshaus auch durch eine Auszahlungsfrist an den ursprünglichen Besitzer der Karten zeitlich gebunden ist. In beiden Fällen wäre Arshawsky zu schnellem Handeln gezwungen.

Der Kanadier machte noch einmal deutlich, dass er es gern sehen würde, dass ein neuer Besitzer die Karten öffentlich ausstellen würde. – Daniel Negreanu müsste sich also nur noch einen geeigneten Platz dafür suchen, oder von Zeit zu Zeit Führungen in seiner Residenz in Las Vegas anbieten.

Und wenn Arshawsky keinen neuen Käufer findet?

Für den Fall, dass er auf den ergatterten Karten sitzen bleibt, hat der Immobilienmakler einen Plan B: Dann würden die Karten an einen Schwarm seiner Schulzeit gehen, durch den  sein Interesse an Eishockey überhaupt erst geweckt wurde.

Jack Arshawsky und seine bisherige Wayne Gretzky Rookie Card – Foto: privat

 

… unser Tipp wäre, es statt bei Daniel Negreanu, doch einmal bei Jared Bleznick zu versuchen!

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